Ein MVV-Ruftaxi.
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Ein MVV-Ruftaxi. Das Angebot, das der Kreis Fürstenfeldbruck bereits erfolgreich eingeführt hat, soll auch in den Landkreis Ebersberg kommen.

Für Nachtschwärmer

Taxifahren zum MVV-Tarif : Landkreis Ebersberg plant Ruf-Service - für Öffis überall und rund um die Uhr

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Rund um die Uhr sollen MVV-Fahrgäste im Landkreis Ebersberg künftig von A nach B kommen. Mitten in der Nacht sollen dafür Ruftaxis zum Einsatz kommen. Eine halbe Stunde Vorlauf reicht zum Mitfahren.

Landkreis – Gerade nachts und am Wochenende schauen Landbewohner ohne eigenes Auto blöd aus der Wäsche: Kein Bus und schon gar kein Zug, der sie von A nach B bringt. Wenn der öffentliche Nahverkehr eine echte Alternative bieten möchte, muss sich das ändern. Damit künftig aber nicht steuergeldfinanzierte, so gut wie leere Busse nachts über die Dörfer kreisen, setzt der Landkreis dabei auf ein Ruf-Taxi-Konzept. Die Idee: Wenn keine Busse fahren, buchen Fahrgäste per App oder Telefon eine Abholung an der MVV-Haltestelle in ihrer Nähe. Eine halbe Stunde vor Abfahrt reicht dabei als Vorlauf.

MVV-Konzept für den Landkreis Ebersberg: In der Nacht fährt statt dem Bus das Taxi

Besonders in der toten Zeit zwischen 22 und 6 Uhr sowie samstags und sonntags auch tagsüber soll dieses Angebot die Lücken schließen. Der Landkreis Fürstenfeldbruck hat sich als erster in der Region an der Idee versucht – insgesamt mit Erfolg. Die Ruftaxis fahren insgesamt zuverlässig und mit steigender Nachfrage durch die Nacht – einzelne Linien wurden deshalb weiter ausgebaut. Attraktiv macht das Angebot zudem, dass die Fahrgäste zum regulären MVV-Tarif unterwegs sind, also ihre Streifen- oder Zeitkarte nutzen oder eine Einzelfahrt lösen können. Das bestätigte der MVV.

MVV-Ruftaxi im Landkreis Ebersberg: Priorität hat die Anbindung an die Bahnhöfe

Seit einem guten Jahr plant der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund im Auftrag der Kreispolitik an einem vergleichbaren Angebot für den Landkreis Ebersberg – und stellte jüngst im Verkehrsausschuss des Kreistags den aktuellen Stand vor. Vorrangiges Ziel ist es, die Orte mit mehr als 200 Anwohnern – und kleinere, sofern betrieblich möglich – an die nächstgelegenen Bahnhöfe anzuschließen. Rund um die Uhr, im Ein- bis Zwei-Stunden-Takt. Keine Luxus-Variante also, aber ein Angebot, das ein Stranden irgendwo im Nirgendwo verhindert.

Im Landkreis Ebersberg hat der MVV schon einmal abgesteckt, wie die einzelnen Gemeinden in verkehrsschwachen Zeiten versorgt werden könnten. Die Anbindung an den nächsten Bahnhof hat dabei Priorität. Der kann, wie im Südwesten, in einzelnen Gemeinden auch im Nachbar-Landkreis liegen.

Konkret hat der MVV den Landkreis dafür in zwei Planungsbereiche aufgeteilt, einen nördlichen und einen südlichen, wo es wiederum verschiedene Ruftaxi-Korridore geben soll. Diese decken sich nicht zwingend mit den vorhandenen Buslinien, sollen dazu auch kein Parallelangebot darstellen, sondern den Landkreis in den verkehrsschwachen Zeiten möglichst effizient abdecken. Einer dieser Korridore führt zudem von Markt Schwaben über Forstinning quer durch den Forst, um eine nächtliche Verbindung zwischen der Kreisstadt Ebersberg und den Nordgemeinden zu schaffen.

Wie die Ruftaxi-Linien genau funktionieren sollen, will der MVV kommenden Februar im Umweltausschuss vorstellen – mitsamt Fahrplan und Kostenschätzung. Rollen sollen die Ruftaxis im Landkreis ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2022.

Alle Nachrichten aus dem Landkreis Ebersberg bei der Ebersberger Zeitung.

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