FFP2-Masken sind in Bayern derzeit Pflicht im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen.
+
FFP2-Masken sind in Bayern derzeit Pflicht im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen. (Symbolbild)

Landratsamt prescht vor

Gratis FFP2-Masken für Bedürftige: Diesen Nachweis brauchen Sie im Landkreis Ebersberg

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
    schließen

Der Landkreis Ebersberg legt mit der Verteilung von gratis FFP2-Masken los - obwohl noch keine Lieferung eingetroffen ist.

Landkreis – Damit bei der nun geltenden FFP2-Maskenpflicht in ÖPNV und Geschäften niemand auf der Strecke bleibt, verteilt der Freistaat 2,5 Millionen der Filter-Mundschutze an Bedürftige und Menschen, die zuhause einen Angehörigen pflegen. Der Landkreis Ebersberg greift der Lieferung aus dem Pandemiezentrallager sogar vor: Seit Montag können die Gemeinden FFP2-Masken aus dem Schutzmaterial-Lager des Landkreises abholen und vor Ort an ihre Bürger verteilen. Es seien aktuell genug Masken vorhanden.

Nachweis der Grundsicherung oder Schreiben der Pflegekasse bei der Abholung

In Grafing und Poing beispielsweise verlangen die Rathäuser, dass die Abholer schriftlich nachweisen, dass sie zum Kreis der Berechtigten gehören. Das heißt: Wer per aktuellem Leistungsbescheid nachweisen kann, dass er Grundsicherung wie beispielsweise Hartz IV erhält, bekommt fünf FFP2-Masken. Wer per Schreiben der Pflegekasse mitsamt Feststellung des Pflegegrades nachweist, dass er sich als „Hauptpflegeperson“ um einen Angehörigen mit gemeinsamem Wohnsitz in der Gemeinde kümmert, bekommt drei Stück. Pflicht ist außerdem ein ausweisliches Alter von über 15 Jahren.

Die Kommunen stützen sich auf eine Vorgabe aus dem Gesundheitsministerium, was darauf schließen lässt, dass es die anderen Rathäuser ähnlich handhaben dürften. „Eine gute Aktion“, findet Muriel Brodbeck, Geschäftsleiterin der Poinger Verwaltung. Ab Mittwoch findet – nach Terminvereinbarung – in der Nord-Gemeinde die Maskenausgabe im Bürgerhaus statt, wo die Seniorenarbeit ein Büro habe.

Sorgenfaktor Datenschutz

Etwas zurückhaltender gibt sich Grafings Bürgermeister Christian Bauer (CSU). Er sieht in dem Nachweis eine Datenschutzproblematik. Wer an der Rathauspforte – wo die Masken ab Donnerstag ausgegeben werden – glaubhaft machen könne, dass er berechtigt sei, werde sie wohl deshalb auch ohne Nachweis bekommen. „Wir müssen den Bürgern da vertrauen“, sagt der Rathauschef.

Ähnlich sieht es auch sein Amts- und Parteikollege in Glonn, Josef Oswald. „Wir dürfen eigentlich gar nicht wissen, wer bei uns Hartz IV bekommt“, sagt er. Datenschutzrechtlich sei das problematisch. Oswald wäre eine Gutschein-Lösung lieber gewesen. Oder gleich eine Bedürftigen-Liste aus dem Landratsamt, um den Aufwand vor Ort niedriger zu halten.

Logistische Schwierigkeiten bei den Landgemeinden

Er rechnet damit, dass die berechtigten Bürger ihre Masken ab Mittwoch abholen können. In einer Verwaltungsgemeinschaft wie Glonn ist das etwas komplizierter: die Glonner im dortigen Rathaus, die Bürger der anderen Gemeinden in der Verwaltungsgemeinschaft allerdings in den jeweiligen Gemeindekanzleien von Baiern, Bruck, Egmating und Oberpframmern – zu den jeweiligen Öffnungszeiten, zumeist also nur an einem Nachmittag die Woche. „Ich gehe nicht davon aus, dass dort jemand extra für die Maskenausgabe aufsperrt“, sagt Oswald.

Er findet, die Aktion hätte mehr Vorlaufs bedurft – schließlich ergäben sich bei der Übergabe auch wieder persönliche Kontakte, die ja eigentlich zu vermeiden seien. „Das ist nur halb durchdacht“, sagt er.

Alle Nachrichten aus dem Landkreis Ebersberg bei der Ebersberger Zeitung. Die neuesten Entwicklungen zum Coronavirus im Landkreis lesen Sie in unserem Ticker.

Auch interessant

Kommentare