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Es geht los: Massiver Protest gegen Brennerzulauf-Trassen im Landkreis

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Von: Michael Acker

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Mit Kind und Kegel: Zahlreich waren die Gegner der vorgestellten Trassen für den Brennernordzulauf zur Demonstration gekommen. Hier in Lorenzenberg.
Mit Kind und Kegel: Zahlreich waren die Gegner der vorgestellten Trassen für den Brennernordzulauf zur Demonstration gekommen. Hier in Lorenzenberg. © Rossmann

Nur zwei Tage nachdem die Bahn die möglichen Neubautrassen für den Nordzulauf zum Brennerbasis-Tunnel vorgestellt hat, formiert sich im Landkreis Ebersberg massiver Widerstand. In den Gemeinden Aßling und Bruck demonstrierten Hunderte gegen die Pläne.

Landkreis - Die Landschaft nicht zerschneiden, die Natur erhalten, Heimat bewahren - das waren die Forderungen der Demonstranten, unter denen sich viele Landwirte befanden, am Samstag, 4. Dezember. Sie hatten sich in Lorenzberg, Pfadendorf und Hüttelkofen für ihren Protest versammelt. Ihr Wunsch: Die Bestandsstrecke soll ausgebaut werden, eine neue Trasse wollen sie mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verhindern.

Protest-Plakate in der Gemeinde Bruck.
Protest-Plakate in der Gemeinde Bruck. © Rossmann

Dabei erfahren die betroffenen Kommunen Aßling, Bruck und Grafing Unterstützung durch die örtliche Politik. Ein breites Bündnis an Bundes-, Landes- und Kommunalpolitikern hatte sich am gleichen Tag, als die Bahn ihre Pläne vorgestellt hatte, mit einer Protestnote zu Wort gemeldet. Tenor: Die vorgestellten Pläne würden allesamt abgelehnt.

Welche wird’s? – Die Grobtrassen (v.li.) Pink, Limone, Rot und Orange, daneben in Grau die Bestandsstrecke. Wo die beiden Neubaugleise durch Tunnel oder über Brücken laufen könnten, sind die Linien gestrichelt bzw. geschwärzt. Nördlich von Grafing-Bahnhof soll eine Taktverdichtung die Nutzung der Bestandsstrecke ermöglichen. Grafik: DB Netze
Welche wird’s? – Die Grobtrassen (v.li.) Pink, Limone, Rot und Orange, daneben in Grau die Bestandsstrecke. Wo die beiden Neubaugleise durch Tunnel oder über Brücken laufen könnten, sind die Linien gestrichelt bzw. geschwärzt. Nördlich von Grafing-Bahnhof soll eine Taktverdichtung die Nutzung der Bestandsstrecke ermöglichen. Grafik: © DB Netze

Die Unterzeichner der Protestnote lehnen die „Durchschneidung der Landschaft mit einer oberirdischen Neubautrasse“ ab. Die Bahn habe Alternativvorschläge nicht berücksichtigt. Auch sei die Notwendigkeit einer neuen Trasse nicht überzeugend belegt. Infrage komme sie nur im Tunnel oder direkt an der Bestandsstrecke. Es fehle ein schlüssiges Gesamtkonzept seitens der Bahn zum Schutz der Natur und der Anwohner. Die Bahn allerdings will aus Kostengründen nicht mehr Teile der Strecke untertunneln als topographisch unbedingt notwendig.

Gegner der Neubautrassen in Lorenzenberg.
Gegner der Neubautrassen in Lorenzenberg. © Rossmann

Eine enge Anbindung der neuen Gleise an die Bestandsstrecke schloss die Bahn aus - das gäben die Steigungen und Kurvenradien sowie Wohnbebauung und Naturschutzflächen nicht her. Eine Trasse östlich von Aßling schließt die Bahn gänzlich aus. Das lasse das bestehende Siedlungsgebiet nicht zu. Damit betreffen die Planungen vor allem die Grafinger, Brucker und Aßlinger, besonders die Menschen in Niclasreuth, Pfadendorf, Eichhofen, Lorenzenberg und Eisendorf.

Lesen Sie auch unseren Kommentar zu den politischen Reaktionen im Landkreis auf die Pläne der Bahn.

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