Polizei über Malina-Gutachten: „Es gibt unterschiedliche Ergebnisse“

Polizei über Malina-Gutachten: „Es gibt unterschiedliche Ergebnisse“
Revierleiter Anton Würfel (links) vom Forstbetrieb Wasserburg berichtet den Exkursionsteilnehmern von der Ausbreitung der Spätblühenden Traubenkirsche. Sie kann zu Möbelholz verarbeitet werden, verdrängt aber heimische Bäume.Foto: kn

Schwarze Folie soll Knöterich töten

Ebersberg - Es geht um Einwanderung, aber ausnahmsweise nicht die von Menschen, sondern die von Pflanzen.

Die Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde und des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten fanden sich jetzt zu einer gemeinsamen Exkursion im Ebersberger Forst zum Thema Neophyten zusammen.

Heinz Utschig, Leiter des Forstbetriebs Wasserburg der Bayerischen Staatsforsten, führte durch das Programm. Er zeigte den Anwesenden die vier gebietsfremden Pflanzenarten Sachalin-Knöterich, Indisches Springkraut, Spätblühende Traubenkirsche und Riesen-Bärenklau, die sich auf den Flächen des Forstbetriebs invasiv ausbreiten.

Neophyten werden als invasive Art bezeichnet, wenn sie unerwünschte Auswirkungen auf andere Arten haben. Da sie sehr konkurrenzstark sind, breiten sie sich schnell aus und verdrängen oft einheimische Pflanzenarten.

Im Revier Anzing des Forstbetriebs Wasserburg lässt sich seit einigen Jahren die Ausbreitung des Sachalin-Knöterichs gut beobachten. Revierleiter Anton Würfel erläutert: „Aufgrund der bis zu drei Meter tiefen Wurzeln führt das Mähen der Pflanzen zu gar keinem Erfolg. Über die Wurzeln können sie erneut austreiben“. Nun werde darüber nachgedacht, befallene Flächen versuchsweise mit dicker schwarzer Folie abzudecken.

Ein weiterer Exkursionspunkt zeigt einen Eichenbestand, der flächig mit der Spätblühenden Traubenkirsche unterwandert ist. „Wenn man sie einmal hat, wird man sie nicht mehr los“, erzählt Utschig. Er beschreibt die amerikanische Baumart als eine Chance und Seuche zugleich, da sie als Möbelholz nutzbar sei, aber einheimische Baumarten verdränge.

Die Bekämpfung des Riesen-Bärenklaus hat hingegen erste Priorität. „Aufgrund der Gefährdung für den Waldbesucher durch allergische Hautreaktionen wird die Pflanze stärker bekämpft als andere Neophyten“, so Utschig.

Das Ausgraben des Bärenklaus sei ein voller Erfolg, bestätigt Hannes Deininger, Leiter des Forstrevieres Ingelsberg. Für das Indische Springkraut hingegen finden derzeit keine Maßnahmen zur Eindämmung statt. Es sei zwar sehr konkurrenzstark und habe ein enormes Ausbreitungspotential; gepflanzte Bäume können aber meist hindurchwachsen, erklärt Utschig.

Johann Taschner von der Unteren Naturschutzbehörde Ebersberg ergänzt: „Das Indische Springkraut kommt flächendeckend im Landkreis vor, man kann aber nicht viel dagegen unternehmen“. Eine Bekämpfung sei nur in Ausnahmefällen sinnvoll, z.B. bei der Anlage einer Neukultur, so Utschig. ez

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