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Försterin Kirsten Joas und Michael Kammermeier zeigen am Holzpolter, wie wichtig auch die rechtzeitige Abfuhr des aufgearbeiteten Holzes aus dem Wald ist.

Landkreis Ebersberg stark betroffen

Borkenkäfer-Alarm

Er ist nur wenige Millimeter groß und kann Fichtenwälder in riesigem Umfang zum Absterben bringen: der Borkenkäfer, der sich derzeit infolge des Frühjahrssturms Niklas und des anschließend heißen Sommers 2015 und des milden Herbstes 2016 rasant vermehrt und die Fichtenwälder gefährdet.

Landkreis „Immer früher im Jahr setzt die Massenvermehrung ein“, sagt Michael Kammermeier, Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Ebersberg, der zu einer Informationsveranstaltung in den Zornedinger Wald eingeladen hat.

„Bereits jetzt steht die erste Generation des Käfers vor dem Ausflug und umso wichtiger ist es, jetzt den Käfer zu bekämpfen, um im Verlauf des Sommers eine weitere Massenvermehrung abzufangen“, erläutert Kammermeier. Immerhin können sich bei passenden Witterungsbedingungen innerhalb einer Vegetationsperiode aus 50 Buchdrucker-Käfern unglaubliche fünf Millionen Käfer entwickeln.

Die trocken heiße Witterung der letzten Wochen war ideal für den Borkenkäfer. Kirsten Joas, örtlich zuständige Försterin und Beraterin der Waldbesitzervereinigung, fügt hinzu: „Bei Temperaturen um die 30 Grad Celsius entwickelt sich in nur einem Tag aus den Puppen der hellbraune Käfer.“

An Fichtenstämmen entfernt sie mit einem kleinen Beil die Rinde der Fichten und zeigt anschaulich das typische Befallsbild des Buchdruckers in der Rinde mit Bohrgängen, die mit Larven und jungen Käfern gefüllt sind. Befallene Bäume frühzeitig zu erkennen, ist gar nicht so einfach. Ist der Befall offensichtlich, mit rot verfärbten oder gar kahlen Fichtenkronen, ist es in der Regel schon zu spät. Der Käfer ist längst ausgeflogen und hat umliegende Bäume befallen.

Joas zeigt daher anschaulich an befallenen Fichten die frühen Erkennungsmerkmale des Borkenkäferbefalls: Die Kronen sind noch grün, grüne Nadeln fallen ab, hauchfeiner Harzfluss, oft nur im Licht glitzernde Harztropfen entlang des Stammes, am Fuß des Stammes auffindbares braunes Bohrmehl und abblätternde Rindenschuppen.

Bäume mit diesen Anzeichen müssen schleunigst gefällt und aus dem Wald gebracht werden. Alle im Umkreis von 15 bis 20 Meter stehenden Fichten sind gefährdet. Die engagierte Försterin ruft daher alle Waldbesitzer eindringlich auf, ihren Wald auf Befall hin zu überprüfen. Wer sich unsicher ist, kann sich gerne an sie wenden. Michael Kammermeier betont, dass der Kampf gegen den Borkenkäfer nur gemeinsam zu gewinnen ist, und bittet die Waldbesitzer: „Geben Sie Ihr Wissen an ihre Waldnachbarn weiter und unterstützen Sie sich gegenseitig“.

Johann Ametsbichler, Chef des Vereins der Rundholzhändler und Forstdienstleister, betont die Schlagkraft seiner Vereinigung im Kampf gegen den Käfer. „Wir sind sofort parat, suchen den Käfer, fällen die Bäume und transportieren das Holz ab“. Bis zu 20 Lkw-Ladungen würden pro Tag weggefahren – das meiste Holz gehe nach Österreich. 

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