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Landkreis wird immer älter: Prognos-Zukunftsatlas hält für Region Ebersberg dennoch gute Prognose bereit

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Der Landkreis Ebersberg wird immer älter – ein Dämpfer im Zukunftsatlas.
Der Landkreis Ebersberg wird immer älter – ein Dämpfer im Zukunftsatlas. © DPA

Laut Zukunftsatlas sind die Aussichten für den Landkreis rosig: Auf Platz 47 von 400 schreiben die Wissenschaftler Ebersberg „hohe Chancen“ für die Zukunft.

Ebersberg – Moderne Arbeitsplätze, hohe Lebensqualität und attraktive Gewerbesteuersätze: Deutschlandweit versuchen Landkreise, durch ansprechende Werbung Arbeitskräfte und Unternehmen in ihre Region zu locken. Auch der Landkreis Ebersberg befindet sich in einem harten Standortwettbewerb.

Welche Chance gerade Ebersberg, aber auch alle anderen kreisfreien Städte und Landkreise in diesem Wettbewerb haben, misst alle drei Jahre das Forschungsunternehmen Prognos AG. In seinem „Zukunftsatlas“ verweisen die Forscher in Hinblick auf zukünftige Wachstums- und Veränderungsprozesse auf die Stärken und Schwächen der bundesweit 400 Regionen.

„Hohe Chancen“ für den Landkreis Ebersberg

Laut Zukunftsatlas sind die Aussichten für den Landkreis rosig: Auf Platz 47 von 400 schreiben die Wissenschaftler Ebersberg „hohe Chancen“ für die Zukunft.

Am besten schneidet der Landkreis dabei im Bereich „Wohlstand und soziale Lage“ ab. Dort belegt Ebersberg bundesweit Rang 14. Zu diesem Teilbereich zählen Indikatoren, wie Kaufkraft, Kriminalitätsrate oder kommunale Schuldenlast. Bei der Kaufkraft liegt der Landkreis sogar in den Top 10, auf Platz 6, und kann damit im Vergleich zu Nachbarlandkreisen zufrieden sein.

Im Bereich „Wettbewerb und Innovation“ ist Ebersberg ebenfalls weit vorn dabei. Im bundesweiten Vergleich erzielt der Landkreis hier Platz 31 und liegt somit im oberen Drittel. Die Forscher haben dafür Kriterien wie die Gründungs- und Patentintensität von Unternehmen, die Anzahl an Beschäftigten in deutschen Zukunftsbranchen und den Ausbau der Infrastruktur erfasst.

Hälfte der Landkreisbevölkerung arbeitet in zukunftsfähigen Berufen

Besonders stolz dürfen der Landkreis und dessen Verantwortliche in Politik und Wirtschaft auf die hohe Zahl an Unternehmensgründungen sein. Denn gegenüber den Jahren zuvor wurde zwischen 2018 und 2021 eine Steigerung von 25 Prozent bei Neugründungen gemessen. Die Folge: ein bemerkenswerter Aufstieg um ganze 184 Plätze – von Rang 188 im Jahr 2019 auf Rang 4 heute – und das trotz der Corona-Pandemie.

Beim Kriterium „Beschäftigungsteil in Zukunftsbranchen“ schneidet Ebersberg mit Platz 134 weiter gut ab. Laut Zukunftsatlas arbeitet rund die Hälfte, genau 48,1 Prozent, der Landkreisbevölkerung in zukunftsfähigen Berufen wie etwa der IT oder dem Maschinenbau.

Arbeitsmarkt ist verbesserungswürdig

Den ersten Dämpfer bekommt der Landkreis im Teilbereich „Demografie“. Neben der Geburtenrate legten die Forscher das Augenmerk auf den Anteil an jungen Familien im Ebersberger Land und die Bevölkerungsentwicklung im Allgemeinen. Ebersberg wird immer älter, bewegt sich hier im Mittelfeld und ziert Platz 141. Zu der Bewertung beigetragen hat vor allem der Indikator „Veränderung der Bevölkerung“ in den Jahren 2018 bis 2021. Zwar ist der Landkreis in dieser Kategorie nur um einen Rang nach hinten gerutscht, kann sich jedoch mit Platz 359 von 400 nicht rühmen.

Negativ fällt auch der Bereich „Arbeitsmarkt“ auf. Zu diesem Themenfeld zählen die Indikatoren Arbeitsplatzdichte, Arbeitslosenquote, Akademikerquote und die Anzahl an Schulabbrechern. Der Landkreis schneidet hier unter anderem aufgrund der Arbeitsplatzdichte schlechter ab. Lediglich 41,4 Prozent der Landkreisbewohner waren im Jahr 2020 erwerbstätig. Das reicht dementsprechend nur für das untere Drittel und Platz 338 – eine Verschlechterung um elf Plätze im Vergleich zum Zukunftsatlas aus dem Jahr 2019.

Im Vergleich zu Nachbarlandkreisen „sehr hohe Standortstärke“

Noch schlimmer steht es um den Anteil an unbesetzten Ausbildungsstellen: Jedes Jahr warten immer mehr Firmen im Landkreis vergeblich auf die ein oder andere Bewerbung um einen Ausbildungsplatz. Die Konsequenz wird jetzt deutlich: Mit Rang 391 von 400 ist Ebersberg in diesem Bereich fast Schlusslicht.

Prognos stellt Ebersberg trotzdem ein gutes Zeugnis aus: Dem Landkreis wird im Vergleich zu seinen Nachbarkreisen Erding, Rosenheim und Miesbach eine „sehr hohe Standortstärke“ zugesprochen. Obwohl Ebersberg in dieser Kategorie im Vergleich zu 2019 um 16 Ränge nach unten fällt, befindet sich der Landkreis noch immer unter den Top 50, auf Platz 49.

Landkreis München schneidet im Ranking am besten ab

Etwas schlechter, aber trotzdem noch gut zeigt sich Ebersberg bei der regionalen Entwicklung der Wirtschaftskraft. Hier sehen die Forscher eine „mittlere Dynamik“ für die Wachstumschancen des Landkreises. Im Vergleich zu 2019 muss der Landkreis aber auch hier leicht einbüßen: Von Platz 124 geht es auf Rang 148.

In Summa steht der Landkreis also weiterhin gut da. Einzig in den Bereichen „Arbeitsmarkt“ und „Demografie“ gibt es Verbesserungsbedarf der Politik. Und auch bei der „dynamischen Entwicklung“ der Wirtschaft kann man sich von den Nachbarlandkreisen München und Starnberg eine Scheibe abschneiden. Im deutschlandweiten Vergleich werden diesen die besten Prognosen zugeschrieben. Der Landkreis München schneidet im Ranking am besten ab, dicht gefolgt von den Städten Erlangen und München. Starnberg liegt auf Platz 9.

(Von Anna Liebelt)

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