„Passiert ist bisher nichts“: Albert Wirth, Kommandant der Feuerwehr Parsdorf-Hegolding. Foto: kn

Landrat: Entlastet die Feuerwehr-Chefs!

Landkreis - Niedergesäß fordert, dass die Kommunen Kommandanten Verwaltungsaufgaben abnehmen, damit sich diese auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren können.

Formulare, Statistiken, Berichte und noch mehr Bürokratie! Viel Zeit verbringen Komandaten der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis am Schreibtisch, unter anderem mit gesetzlich vorgeschriebenen Aufstellungen und Überprüfungen. Das kommt zu ihrer sonst schon umfangreichen ehrenamtliche Arbeit noch hinzu. Landrat Robert Niedergesäß (CSU) hat nun gefordert, Gemeinden und Landkreis sollten die Kommandanten entlasten. Sonst bestehe die Gefahr, dass sich immer weniger Feuerwehrler fänden, die die Aufgaben des Kommandanten übernehmen würden.

Grundsätzlich seien die Gemeinden in der Pflicht, macht Niedergesäß klar. Hier komme auf die Rathäuser „künftig mehr Verantwortung zu“. Auf Kreisebene entstehe derzeit ein „Feuerwehr- und Katastrophenschutzbedarfsplan“. Ergebnisse sind Anfang 2016 zu erwarten. 2014 wurde eine Brandschutzdienststelle im Landratsamt eingerichtet, besetzt mit dem ehemaligen Kreisbrandrat Gerhard Bullinger. Diese Stelle dient als Scharnier zwischen der Kreisbrandinspektion, also der übergeordneten Ebene der örtlichen Feuerwehren, und dem Landratsamt. Sie soll die Zusammenarbeit optimieren.

Und auf Gemeindeebene? In der größten Landkreisgemeinde Vaterstetten haben die Kommandanten der sechs örtlichen Feuerwehren Ende 2013 einen Antrag gestellt. Ziel: Im Rathaus soll ein eigenes Sachgebiet „Feuerwehr“ geschaffen werden, wie es das bereits in Haar, Aschheim oder Unterhaching gibt. „Passiert ist bisher nichts“, sagt Albert Wirth, Chef der Feuerwehr Parsdorf-Hergolding. Zusammen mit seinen Kollegen hat er eine lange Liste aufgestellt, welche Aufgaben das Sachgebiet übernehmen könnte: Von der Erstellung von Zuschussanträgen über die Überwachung und Aktualisierung von Hydrantenplänen, die Ausstellung von Dienstbüchern bis zur Organisation der Feuerbeschauen. 60 Punkte haben die Kommandanten aufgeführt, „Ohne Anspruch auf Vollständigkeit.“ Konkrete Vorschläge macht auch Kreisbrandrat Andreas Heiß. Bisher müssen sich Kommandanten unter anderem darum kümmern, dass sich Atemschutzträger regelmäßig ärztlich untersuchen lassen und das auch dokumentieren. Gleiches gilt für regelmäßige Kontrolle der Führerscheine der Einsatzkräfte oder Überprüfungen nach dem Kindersschutzgesetz, wenn ein Floriansjünger beispielsweise eine Jugendgruppe leitet. So etwas könnte von der Rathäusern übernommen werden, sagt Heiß.

In Kirchseeon hat man das schon teilweise umgesetzt. „Ich habe das Glück, dass Stefan Neu, der geschäftsführende Beamte, als langjähriger Feuerwehrler diesen Feuerwehrsachbearbeiter machen kann“, sagt Bürgermeister Udo Ockel. „Wir unterstützen unsere Wehren bei Beschaffungsfragen, rechnen die Einsätze ab, regeln rechtliche Fragen, zum Beispiel als es einmal Schadensersatzforderungen nach einem Einsatz gab, sammeln Einsatz- und Jahresberichte.“ Trotz aller Hilfe durch die Verwaltung blieben bei den Kommandanten viele Aufgaben, „was aber nicht zu ändern sein wird“, so Ockel. Die Rathäuser könnten die stärkene Unterstützung leisten. Allerdings bedinge dies „ein gewisses Know How, das zum Teil noch nicht vorgehalten wird.“

Robert Langer

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