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Verließ die Kreistagssitzung: Landrat Fauth (CSU).

Landrat flippt aus und verlässt Sitzung

Ebersberg - Das dürfte es in der Geschichte des Ebersberger Kreistags noch nie gegeben haben: Landrat Gottlieb Fauth (CSU) hat am Montag die erste Kreistagssitzung im neuen Jahr nach einem Wutausbruch fluchtartig verlassen.

Vor seinem Abgang hatte Fauth Augenzeugen zufolge mit Schlüssel und Hand auf den Tisch geschlagen und die Sitzung für „unterbrochen“ erklärt. Er kehrte allerdings nicht mehr zurück. Stattdessen übernahm spontan Ebersbergs Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) als sein Stellvertreter die Sitzungsleitung.

Die Kreisräte aller Fraktionen reagierten geschockt. „Das kann er nicht bringen“, meinte ein Kommunalpolitiker gegenüber der Ebersberger Zeitung. „Schön langsam wird's peinlich“, sagte ein anderer. „So etwas habe ich noch nie erlebt, dass ein Landrat derart ausflippt“, kam aus den Reihen der CSU.

Zunächst war es eine ganz normale Kreistagssitzung, in der es um Haushalt, Neuverschuldung und Investitionen ging. Fauth, der schon seit langem wegen seiner Amtsführung in der Kritik steht, habe anfangs „aufgeräumt“ gewirkt, so ein Sitzungsteilnehmer. Die „Bombe“ platzte erst am Ende der Tagesordnung, als Waltraud Gruber bei „Anfragen“ auf das Thema „Behördenfunk“ zu sprechen kam und damit auf die Frage, warum Fauth sich bis vor kurzem geweigert habe, den Antrag der Grünen zu diesem Problemfeld auf die Tagesordnung einer Ausschusssitzung zu setzen. Die Grünen- Kreisrätin überschrieb ihren Redebeitrag als „Tagebuch des täglichen Wahnsinns“ in Anlehnung an eine gleichlautende, regelmäßige Comedy des Bayerischen Rundfunks. Dieser „Wahnsinn“ brachte das Fass bei Fauth offensichtlich zum Überlaufen.

Von Michael Acker

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