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Knapp 60 Hektar Abbaufläche hat das Unternehmen in den vergangenen 50 Jahren renaturiert. 

Kieswerk Ebenhöh

Familienbetrieb seit 66 Jahren: Mensch, Natur und Region im Fokus

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Das Kieswerk Ebenhöh plant eine weitere Abbaufläche in Landsham - hierfür baut das Unternehmen eigens eine Brücke. Und später kehrt die Natur zurück. 

Landsham – Miteinander statt übereinander reden, das ist Melanie Ebenhöh wichtig. „Die Kommunikation“, sagt die Geschäftsführerin des Kieswerks Ebenhöh, „ist im Laufe der letzten Jahre sehr gut geworden“. Die Kommunikation mit Bürgern aus Landsham-Moos, jenem Ortsteil, der unweit des Unternehmens und der Kiesabbauflächen liegt. Mittlerweile, berichtet Ebenhöh, würden die Bürger sich bei Fragen direkt, per E-Mail oder Telefon, ans Kieswerk wenden – und nicht über Umwege über die Gemeindeverwaltung oder das Landratsamt. „Wir versuchen, innerhalb von 24 Stunden zu antworten“, sagt die Geschäftsführerin.

„Wir“, das sind sie und die beiden weiteren Geschäftsführer Marc (ihr Bruder) und Jürgen (Vater und Seniorchef) Ebenhöh. Dessen Vater gründete 1954 das erste Kieswerk in Parsdorf, im Laufe der Jahre kamen weitere hinzu, jenes in Landsham-Gerharding im Jahr 1969, das heutige Stammwerk wird seit 1978 von Jürgen Ebenhöh geleitet. Das Unternehmen betreibt außerdem seit 2013 eine Grube in Eitting bei Erding und seit 2014 ein Werk in Lüß (Kreis Erding).

Familienbetrieb: Melanie, Jürgen und Marc Ebenhöh (v.li.). 

Vor Kurzem hat das Kieswerk eine neue Abbaufläche in Landsham beantragt, die erstmals nördlich des Abfanggrabens liegt. 15 Hektar sind vorgesehen, derzeit läuft das Genehmigungsverfahren. Bürger aus Landsham-Moos, insbesondere der dortige Bürgerverein, verfolgen die Entwicklung des Familienunternehmens genau. Dass es weiterhin Kies abbaut, dagegen habe man nichts, heißt es immer wieder. Nur wolle man die bestmöglichen Bedingungen für Anwohner und auch für Spaziergänger. Bereits vorhandene Wege sollten nicht durch neue Lkw-Fahrten beeinträchtigt werden, lautet eine Forderung in Bezug auf die neue Abbaufläche. Hierfür plant das Unternehmen laut Melanie Ebenhöh nun, eine Brücke über den Abfanggraben zu errichten, um eine direkte Verbindung vom Werk zur Abbaufläche herzustellen. Der Rundweg zu den bereits bestehenden, renaturierten Flächen bleibe bestehen.

Ursprünglich waren Zu- und Abfahrt anderweitig vorgesehen, mit der Brücke (die das Kieswerk auf eigene Kosten errichtet, wie Ebenhöh berichtet) schaffe das Unternehmen jetzt eine direkte Verbindung, ohne entweder durch bzw. nahe Landsham-Moos oder über Kirchheimer Flächen im Landkreis München fahren zu müssen.

Landsham: 15 Hektar neue Abbaufläche

Auch das 15 Hektar große Areal, das die nächsten circa 15 Jahre ausgebeutet wird, werde renaturiert und rekultiviert, sagt die Geschäftsführerin. Wie schon jene knapp 60 Hektar, die in den vergangenen 50 Jahren abgebaut und wieder der Natur zugeführt worden sind. Generell werde schon beim Genehmigungsverfahren dasRenaturierungsziel festgelegt, hier arbeite das Kieswerk eng mit der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Ebersberg zusammen. „Wir tun alles, um die Auflagen zu erfüllen“, sagt Melanie Ebenhöh. Und: „Wir versuchen, Lärm und Staub so gut wie möglich zu reduzieren.“ Fakt sei nunmal: hier ist das Kieswerk, dort Landsham-Moos. „Wir versuchen, bestmöglich miteinander auszukommen.“

Alle Mitarbeiter aus der Region

38 Mitarbeiter hat das Unternehmen, alle von ihnen stammen laut Geschäftsführerin aus der Region. Regionalität sei ihr, ihrem Bruder und ihrem Vater immer schon wichtig gewesen und bleibe es auch. Kies und Stein werde immer benötigt (ein Mensch verbrauche pro Stunde ein Kilo Stein), sei es als Baumaterial, oder in vielen anderen Materialien wie Glas und Zahnpasta. Stein und Kies bezeichnet sie als zu 100 Prozent nachhaltiges Produkt, weil nach Ende des Abbaus die Fläche renaturiert werde, als Landschaftssee mit modelliertem Ufer. Verfüllen dürfe man eine Grube aus gesetzlichen Gründen nicht mehr, erklärt Ebenhöh. Und so sind bislang mehrere kleinen Seen entstanden, mit zahlreichen Pflanzen und Tieren, die sich hier niedergelassen haben. Unter anderem dem Biber, der seit Jahren in Landsham-Gerharding zuhause ist.

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