Ein Leben voller Höhenflüge

Egmating - Die Höhenluft, die Ernst-Günter Haase in seinem Leben schon geatmet hat, hält offensichtlich geistig frisch. Der Jubilar blickt auf 95 Lebensjahre voller Höhenflüge zurück - unter anderem war er Weltmeister im Segelfliegen.

Zum 95. Geburtstag gratulierten dem Egmatinger Jubilar Bürgermeister Ernst Eberherr und Landrat Gottlieb Fauth. Beide hatten dabei je einen Geschenkkorb unter dem Arm, "damit ich was zu Essen habe", meinte Haase gut gelaunt. Am Tag zuvor hatten Kinder, Enkelkinder und ein Urenkel ihre Aufwartung gemacht.

Sohn Rolf hat die Fliegerei im Blut genau wie sein Vater. Kein Wunder, dass manchmal bei Familientreffen viel über die Segelfliegerei gefachsimpelt wird. Und kein Wunder auch, dass sich jetzt bereits der Urenkel für diese Art der Fortbewegung interessiert. "Das ist damit eine Generation weiter", freut sich Haase, der in seinem Berufsleben als Ingenieur eine Reihe aufsehenerregender Konstruktionen erfunden hat.

Seinen erfolgreichen Weltrekord im Segelfliegen, den Haase im Jahre 1958 errang, hat er mit einer Eigenkonstruktion aufgestellt. Der Flieger hat die Bezeichnung HKS 3 und bildete den konstruktiven Höhepunkt des Segelflugzeugbaus in Holzbauweise. "Das Flugzeug hängt im Deutschen Museum in der Abteilung Flugtechnik. Es ist sogar eine kleine Beschreibung dran", freut sich Haase, dass ein Zeugnis aus seiner Zeit als Konstrukteur all die Jahre überdauert hat. HKS - dieses Buchstabenkürzel steht dabei für die Entwicklungsgemeinschaft Haase-Kensche-Schmetz.

Das Flugzeug ist ein Prototyp und wurde weitgehend in konventioneller Bauweise hergestellt. Die Oberflächengüte der Tragflächen war durch aufwändiges Schleifen und Spachteln außerordentlich hoch.

Statt Bremsklappen wurde ein reffbarer Bremsschirm verwendet, um die Flügeloberfläche möglichst störungsfrei zu halten. "Das war damals eine absolute Neuheit. Ich kenne kein Flugzeug, dass das schon vor uns hatte", ist Ernst-Günter Haase stolz. Der Ingenieur gewann mit der HKS 3 im Jahr 1958 die Weltmeisterschaft der Offenen Klasse und wurde im Jahr darauf auch Deutscher Segelflugmeister.

Die Leidenschaft fürs Segelfliegen ist immer noch groß, obwohl der Egmatinger schon lange keinen Flieger mehr selbst steuerte. "Mit 86 Jahren bin ich noch einmal geflogen", erinnert er sich. Die Lektüre von Fachzeitschriften hält den Ingenieur, der selbst viele Innovationen einführte, auf dem Laufenden was die technische Entwicklung betrifft. Unter anderem hat er beim HKS 3 eine Rudertechnik verwendet, die ohne Klappen auskommt, weil stattdessen "die Profile verbogen und gewölbt werden", so Haase. In der Luftfahrtabteilung des Deutschen Museums heißt es dazu heute noch: "Bemerkenswert."

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mercedes und Lkw kollidieren frontal: Feuerwehrler versuchen, Autofahrer zu reanimieren - vergeblich
Frontalzusammenstoß auf der Bundesstraße 12 bei Neupullach: Ein Lkw und ein Mercedes sind zusammengekracht. Für den Autofahrer kam jede Hilfe zu spät.
Mercedes und Lkw kollidieren frontal: Feuerwehrler versuchen, Autofahrer zu reanimieren - vergeblich
Diese Wunschzettel aus einem Ebersberger Seniorenheim rühren zu Tränen 
Ein Gstanzl. Ein fröhliches Lied, gesungen im Zimmer. Diesen Weihnachtswunsch hat ein Bewohner des Seniorenzentrums Pichlmayr in Ebersberg. Das Gstanzl ist einer von 99 …
Diese Wunschzettel aus einem Ebersberger Seniorenheim rühren zu Tränen 
Antholinger Turnhalle ab Februar wieder nutzbar
Wenn nicht eine biblische Sintflut Baiern überschwemmt, könnten ab Ende Februar 2019 die Schulkinder samt Krabbelminis und den Sportlern die Antholinger Turnhalle wieder …
Antholinger Turnhalle ab Februar wieder nutzbar
Gesicht zeigen
Gegen Rassismus und Ausgrenzung: Rund 60 Besucher bei Auftaktveranstaltung zu „Poing, eine Gemeinde mit Courage“. 
Gesicht zeigen

Kommentare