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Leere Kassen bereiten große Sorgen

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Forstinning - Die Entwicklung der A 94 wird außerhalb des Isentals vielerorts durchaus positiv gesehen. Initiativen wie „A 94 jetzt“ oder „Ja zur A 94“ freuen sich schon auf den 31. August, wenn wieder ein Teilstück unter Verkehr geht. Aber zugleich mahnen sich auch.

„Ein tolle Sache, keine Frage“. Günther Knoblauch, Erster Bürgermeister der Stadt Mühldorf und Vorsitzender des Vereins „Ja zur A 94“, antwortet zur bevorstehenden Freigabe eines weiteren Teilstücks der Autobahn zwischen Forstinning und Pastetten bereits, ohne dass ihm die Frage nach seiner aktuellen Einschätzung überhaupt gestellt wurde. Ein Zeichen dafür, wie groß die Freude im Lager derer ist, die die sogenannte Trasse Dorfen immer schon für die bessere der beiden Trassenlösungen gehalten haben.

Als Mühldorfer Bürgermeister (und mit Blick ausschließlich auf die Belange seiner Kommune) hätte Knoblauch schon vor Jahren seinen persönlichen Einsatz für die A 94 herunterschrauben oder gar einfrieren können. „Seine“ Stadt hat die Umgehung. Und seine Bürger profitieren kolossal von der innerörtlichen Entlastung.

Und dennoch wird Knoblauch nicht müde, weiterhin für die möglichst schnelle Verwirklichung des Gesamtprojekts zu werben. Der Verein „Ja zur A 94“, dessen Vorsitzender er seit Urzeiten ist, versteht sich auch weiterhin als Sprachrohr für rund 60 Städte und Gemeinden sowie mehreren Landkreisen, aber auch für Vertreter der Industrie, des Handwerks und der Gewerkschaften. „Wir tragen Verantwortung für rund 600 000 Menschen“, schrieb Knoblauch erst unlängst an Finanzminister Wolfgang Schäuble. Die Autobahn sei ein wichtiger Erschließungsfaktor eines der wichtigsten Wirtschafträume Deutschlands, dem bayerischen Chemiedreieck, ließ er den CDU-Minister wissen. In den letzten drei Jahren seien, so Knoblauch weiter, rund drei Milliarden Euro in neue Produktionsstätten investiert worden. Es arbeiteten inzwischen über 25 000 Menschen in den chemischen Werken; so viel wie bei Bayer in Leverkusen. Knoblauch warnte jedoch im Vorfeld der Freigabe des Abschnitts bis Pastetten davor, das Schließen der noch vorhandenen Lücken zu vernachlässigen. Aus seiner Sicht bestehe die Gefahr, dass zum Weiterbau dringend notwendige Ausschreibungen nicht getätigt und die Verwirklichung der wichtigen Ost-West-Verbindung in Bayern gefährdet sei.

Knoblauch zur Heimatzeitung: „Unmittelbar sind rund 20 Millionen notwendig, in den nächsten Jahren rund 300 Millionen zum Aufbau einer ausreichenden Infrastruktur“.

Auch Verkehrsminister Peter Ramsauer, den Knoblauch am kommenden Mittwoch bei Pastetten treffen wird, bekam zuletzt Post aus Mühldorf. Dort heißt es: „Es mehren sich Hinweise, dass die nächsten Bauabschnitte immer mehr in ihrer Umsetzung in die Zukunft verlegt werden.“ Laut Knoblauch warteten die Gegner der A 94 nur darauf, dass sich der Weiterbau zeitlich verzögere. Am Mittwoch will Knoblauch dem Berliner CSU-Minister klar und deutlich wissen lassen, dass genau das eintreten dürfe.

Jörg Domke

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