Leise Freude bei Pizza und Bier

Aßling - Begeisterung sieht anders aus: Die Grünen zeigten am Sonntagabend bei ihrer Wahlparty im Aßlinger "Caipi's" verhaltene Gesichter. Die rund zehn Mitglieder schauen in ihr Bier, greifen zu Oliven und Pizza. Lachende Gesichter, Siegesstimmung, Sektflaschen? Fehlanzeige.

Der Fernseher steht in der Ecke. Ganz dicht davor sitzt Ursula von Berg. Sie ist die einzige, die "richtig begeistert" ist und lacht. Die Aßlinger Ortsvorsitzende freut sich vor allem über das Ergebnis in Aßling: Die Grünen (17 Prozent) liegen deutlich vor der SPD (15 Prozent) - "super". Das zeige, dass die Grünen eine besondere Bedeutung auf dem Land haben.

Als Berg um Punkt 18 Uhr die Balken im Fernsehen hochschnellen sieht, traut sie ihren Augen kaum: "Endlich ist die Mehrheit der CSU gebrochen". Berg: "Diese Zahlen sind eine Chance für Bayern." Die Überheblichkeit der CSUler sei ihr "so auf den Geist gegangen, vor allem die von Monika Hohlmeier. Es kann jawohl nicht sein, dass Hohlmeier die Augen davor verschließt, dass einige Kinder im Landkreis nicht einmal das Geld für ein Mittagessen haben", ärgert sich die Ortsvorsitzende.

Kreisrat Max Maier freut sich über das "katastrophale Ergebnis" der CSU: "Die Bürger haben die Mehrheit satt." Die Grünen hätten im Wahlkampf alles richtig gemacht, vor allem auf die richtigen Themen gesetzt: Gentechnik, Klimaschutz und Bildung. Aber trotz der richtigen Auswahl habe es nur zu 9,2 Prozent gereicht - "das ist enttäuschend." Maier ärgert sich über das Ergebnis der Freien Wähler: "Die haben nicht viel Arbeit gehabt und dennoch so ein gutes Ergebnis erzielt - das kann ich nicht verstehen."

Grünen-Mitglied Sebastian Gruber sieht das ähnlich: "Die Freien haben unsere Themen übernommen und die haben die Freien vorwärts gebracht." Am meisten hat er sich über den Verlust der CSU gefreut: "43 Prozent, ich bin sprachlos." Diese Zahl habe alles andere in den Schatten gestellt. "Ich bin zufrieden darüber, dass die CSU bei den 50- bis 60-jährigen Wählern verloren hat." Bei den über 60-Jährigen sei das Kreuz bei Becksteins Partei "wohl eine genetische Bindung". Das Ergebnis der Grünen findet Gruber "in Ordnung".

Kreisrat Franz Greithanner ist über die 9,2 Prozent "erfreut", sagt er verhalten. Freude steht ihm allerdings ins Gesicht geschrieben, als er an das CSU-Ergebnis denkt: "Super, die haben einen ordentlichen Denkzettel verpasst bekommen." Sie hätten mehr darüber nachdenken sollen, was die Bürger wollen: "Nämlich keine Verlängerung der A 94 und keine dritte Startbahn am Flughafen."

Wahlkämpfer Konrad Eibl freut sich über das Ergebnis in Aßling: "Es zeigt, dass wir kontinuierlich am Ball sind." Eibl träumt von einem Regierungswechsel: "Wenn es den geben würde, wäre das absolut super." Aber, ergänzt er: "Dazu wird es wohl nicht kommen."

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