Fällaktion im vergangenen November. Foto: sro

Ludwig weiter ohne Linde

Zorneding - Seit Ende November ist das König Ludwig-Denkmal in Zorneding ohne die altehrwürdige Linde. Umgestaltet wird der Einmündungsbereich der Bucher Straße in der Ortsmitte deshalb noch lange nicht.

Der Gemeinderat plädierte jetzt für ein Gesamtkonzept anstatt einer schnellen, aber vielleicht hemdsärmeligen Lösung.

Der sehr nasse Schneefall im November hatte der Linde den Garaus gemacht. Ein Riss zwischen den beiden Hauptstämmen hatte sich erheblich vergrößert. „Wir hatten keine Alternative zum Fällen“, so Bürgermeister Piet Mayr (CSU). Mit anderen Sicherungsmaßnahmen, wie zum Beispiel starke Einkürzung und Kronensicherung, hätte langfristig keine absolute Sicherheit für die Standfestigkeit gewährleistet werden können.

Weil der Baum natürlich wie das Denkmal ein fester Bestandteil des Ortsbildes war, wurde seitdem darüber nachgedacht, was geschehen sollte. Überlegt wurde eine Ersatzpflanzung. Was André Younes vom gemeindlichen Bauamt in der jüngsten Sitzung den Gemeinderäten präsentierte, ging aber weit darüber hinaus. Der Vorschlag: Auf den westlichen Zufahrtsast zur Bucher Straße soll gänzlich verzichtete, die östliche Seite etwas aufweitete werden, um einen einbiegenden Bus oder Lastwagen noch um die Kurve zu bringen. Die zurückgebaute Flächen könnten provisorisch begrünt werden, bis ein ortsgestalterisches Gesamtkonzept erstellt werde.

Younes gestand seinem eigenen Vorschlag „noch relativ viel Optimierungspotenzial“ zu. Und er setzte selbst „ein großes Fragezeichen, ob das Provisorium so zielführend ist“.

Bedenken äußerte im Gemeinderat als erster Helmut Obermaier (Grüne): „Wir nehmen Geld in die Hand, wissen aber noch kein Gesamtkonzept für die künftige Ortsmitte.“ Auch Johann Haindl (CSU) plädierte: „Finger weglassen und vorerst einfrieren.“ Wilhelm Ficker signalisierte die Marschrichtung der Freien Wähler. „Zurückstellen“.

Bürgermeister Mayr wollte den Beschlussvorschlag der Verwaltung schon zurückziehen, als Ulrich Fischer von der früheren Bürgerliste ein Votum des Gremiums dahingehend anmahnte, alles bis zur Vorlage eines Gesamtkonzeptes zurückzustellen. Das fand einstimmige Unterstützung. Wann das Thema zur Wiedervorlage kommt, ist aber unklar. „Anbrennen tut nichts. Es wird seine Zeit brauchen, bis wir zu einer vernünftigen Gesamtplanung kommen“, blickte der Bürgermeister in die Zukunft.

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