Flinker Kartentrickser: Luke Dimon versteht sein Zauberer-Handwerk.
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Flinker Kartentrickser: Luke Dimon versteht sein Zauberer-Handwerk.

Zauberhafte Zaubereien

Luke Dimon in Forstinning: Momente voller Magie

Er ist Deutscher Meister der Magie und überall unterwegs. Machmal aber kommt Luke Dimon auch nach Hause nach Forstinning. Dort gab er jetzt zwei Vorstellungen.

Forstinning – Wenn er nicht gerade auf den großen Bühnen der Welt unterwegs ist, der Deutsche Meister der Magie, dann nimmt er sich Zeit für einen ausgiebigen Besuch in der Heimat. Und so bescherte Lukas Lehnertz, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Luke Dimon, den Menschen in Forstinning, wo er aufwuchs, gleich zwei Auftritte im Pfarrheim. Er präsentierte ihnen, an einem Tag, noch vor seinem Tour-Start in einer Vorpremiere das neue Zauberprogramm „Luke und Trug“.

Mischung aus Zauberei und Comedy

Er vermische bei seinen Auftritten gerne Zauberei und Comedy, erklärt der 25-Jährige im dunklen Anzug. Darüber kann nicht jeder spontan lachen, vor allem nicht die Zuschauer in der ersten Reihe, „auf den Mitmach-Plätzen“. Denn Luke Dimon braucht natürlich Mitspieler in seinem Programm, die dann auf der Bühne erleben, was es heißt, einer Illusion auf den Leim zu gehen. Aber erst einmal zeigt der Magier des Jahres dem Publikum einige Finger-Übungen, die Gefühl verlangen. Jetzt folgen, durchaus erwartbar, die bei Zauberern unvermeidbaren Karten-Kunststücke: Karten erscheinen aus Jackenärmeln, kommen hinter den Ohren des Meisters hervor, zerbröseln am Ende als Konfetti. Dazu Dimon: „Meine Zuschauer teilen sich immer in zwei Gruppen – die einen sind völlig erstaunt und genießen den Abend, die anderen wollen wissen, wie’s geht. Da ich aber nichts verrate, konzentrieren Sie sich lieber aufs Genießen.“

Publikum muss mitmachen

Und so verblüfft er erst die Menge, indem er ein junges Paar auf die Bühne holt, sie dort getrennt positioniert und bittet, die Augen zu schließen. Er berührt die Frau am Kopf mit einer Feder, geht dann zum Mann, um von ihm den Berührungspunkt seines Gegenübers zu erfahren. Tatsächlich kann der Befragte den Punkt benennen – jetzt soll er sich eine Melodie ausdenken. Der Magier, gestenreich und geheimnisvoll zugleich, fragt nun die Frau nach dem Song. Und, kaum fassbar, die Partnerin errät das Lied ihres Partners.

Schwer vorstellbar auch der Karten-Trick mit einer anderen Dame. Sie sucht sich eine bestimmte Karte aus einem Spiel, beschriftet diese zusätzlich, faltet sie und hält sie zwischen ihren Zähnen. Luke Dimon verfährt mit einer anderen Karte genau so. Dann bittet er die Frau, sich ihm langsam zu nähern, ohne dass sie sich berühren. „Und jetzt nehmen Sie die Karte aus Ihrem Mund“, bittet der Künstler. Das Ergebnis: Sie hat plötzlich seine Karte in der Hand, er natürlich umgekehrt ihre.

Vor einem Jahr begeisterte Luke Dimon in Erding

Aber da folgt noch mehr, etwa eine Menage á trois, „auf Schwäbisch an Dreier“, mit Ringen. Sie gehören drei Zuschauern, Dimon hat sie eingesammelt und in ein Weinglas gelegt. Nun raucht es aus dem Glas, magische Worte begleiten dieses Spektakel, jetzt sind die Ringe miteinander zur rätselhaften Kette verschlungen. Doch keiner muss um sein geliebtes Schmuckstück bangen: Dimon nimmt die Kette in seine Hand, erneut steigt Qualm auf, und jetzt sind sie alle wieder einzeln da. Der Forstinninger, der gerne nach Komplimenten aus der Zuhörerschaft („Ich war als Kind so hässlich, mir wurde gesagt, dass nur meine Mutter mich schön finden kann“) und Wortspielen fischt, untermalt sein Programm mit manchmal etwas derben Witzchen: über Beamte, über Dating-Portale, über Frauen auf der Suche nach irdischem Glück.

Über sich selbst ist er manchmal auch erstaunt, wenn er feststellt, dass er „Sachen macht, die ich nie zuvor für möglich gehalten hätte“. Aber dafür sind Zauberer doch letztlich da.

Friedbert Holz

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