Grafing St Ägidius
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Blick in die Grafinger Stadtpfarrkirche St. Ägidius,

Nach vielen Jahren 

Machtwort im Grafinger Kirchenstreit

  • Michael Seeholzer
    vonMichael Seeholzer
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Grafing - Der seit langem geplante Umbau des Altarraumes in der Grafinger Stadtpfarrkirche Sankt Ägidius hat die katholische Gemeinde entzweit. Jetzt ist er endgültig vom Tisch. Wie es weiter geht.

Der Streit um den Umbau der Kirche St. Ägidius in Grafing dauert nun schon jahrelang. Jetzt hat das Ordinariat ein Machtwort gesprochen. Der Altarraum bleibt wie er ist. Die ausgelagerten Heiligenfiguren sollen schnellstmöglich zurückkehren. Das kann trotzdem dauern.

Wer trägt die Verantwortung? Die Vorgeschichte ist lange und wird von einem schwelenden Streit zwischen dem damaligen Pfarrer Hermann Schlicker und einer Gruppe von Pfarrgemeindemitgliedern begleitet. Schlicker hat die Pfarrei inzwischen verlassen. „Zu eigenwillig“, sei er gewesen, lautet der Vorwurf seiner Kritiker. Die Kirchenverwaltung versucht jedoch, den Dauerkonflikt positiv darzustellen. „Nach dem letzten Gesprächstermin mit der Hauptabteilung Bau des Ordinariats kann man sagen, dass die Fertigstellung der Restaurierung voran geht!“, wird etwas euphemistisch mitgeteilt.

Die ganze Wahrheit kommt ein paar Sätze später: „Außerdem teilte das Ordinariat mit, dass die Neuordnung der liturgischen Orte nicht mehr betrieben wird.“ Besonders der „falsch verlegte“ Rosenspitz war Pfarrer Schlicker ein Dorn im Auge gewesen. „Alles bleibt, wie es ist und keine Stufe wird abgerissen“, sagt Schlickers Nachfolger Anicet Mutonkole.

„Das ist aber nicht für alle Ewigkeit begraben“, verspricht eine Sprecherin des Erzbischöflichen Ordinariats. Wenn ein neuer Antrag gestellt werde, werde auch der wieder von der Bauabteilung geprüft. Für die komplette Innenrenovierung der Kirche wurden 920 000 Euro veranschlagt. 75 Prozent dieser Summe bezahlt das Ordinariat, 25 Prozent bezahlt die Pfarrei selbst. „Für den Umbau des Altarraumes sind Planungskosten angefallen. Aber die bezahlt das Ordinariat zu 100 Prozent“, lautet die Auskunft.

Warum wurde die Planung gestoppt? „Es gab Unstimmigkeiten“, räumt Mutonkole ein. „Die Abteilung Bau des Ordinariats hatte andere Vorstellungen als wir.“ In der Gesamtsumme enthalten sind die Kosten für die Einlagerung der Heiligenfiguren aus der Stadtpfarrkirche St. Ägidius im Landkreis Bad Tölz. Deren Zustand „soll jetzt begutachtet werden“, kündigt Mutonkole an. Dass die Figuren seit acht Jahren bei einer Fachfirma in der „Diaspora“ stehen, stört nicht wenige Grafinger Gläubige. Mutonkole will im kommenden Jahr einen Antrag an das Ordinariat richten, der die Renovierung der Heiligen zum Ziel haben soll.

Warum wurden sie überhaupt weggebracht? Martin Augenstein, Mitglied der Kirchenverwaltung, sagt dazu: „Das war eine Sicherungsmaßnahme. Das sind Kunstgegenstände.“ Zur Innenrenovierung der Kirche sei ein Gerüst aufgestellt worden. Die Gefahr einer Beschädigung sei zu groß gewesen.

Dass aus den großen Umbauplänen im Altarraum nichts wird, nimmt die Kirchenverwaltung notgedrungen hin. „Wir haben dem zugestimmt, damit wir fertig werden. Das wird ja alles nicht billiger“, so Kirchenpfleger Heinrich Hölzle. Den Vorwurf, hier sei Geld verschwendet worden, lässt er nicht gelten: „Das ist vom Tisch.“ Muss ein Mitglied der Kirchenverwaltung fürchten, dass es in einem solchen Fall mit seinem Privatvermögen haftet? „Keiner muss um seinen Geldbeutel Angst haben“, lautet dazu die Auskunft aus dem Ordinariat. Die ehrenamtlich Tätigen seien abgesichert, „auch wenn das mal länger hin und her geht.“ Mutonkole rechnet damit, dass eine Entscheidung über die Renovierung der Heiligenfiguren bereits im Mai fallen könnte. „Wenn der Kostenplan genehmigt ist, werden die Arbeiten schnellstmöglich durchgeführt und alle Figuren und Exponate in unsere Pfarrkirche zurückgeführt“, verspricht die Kirchenverwaltung den Gläubigen.

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