„Freiwilliges, unentgeltliches und gemeinwohlorientiertes bürgerliches Engagement ist der Atem, der unserer vermeintlichen Schlafgemeinde Leben einhaucht“: Vaterstettens Bürgermeister Georg Reitsberger beim Neujahrsempfang. Foto: jro

Magischer Abend mit Längen

Vaterstetten - Der Neujahrsempfang der Gemeinde steht unter dem Motto „Vaterstetten verzaubert“ und dauert viel zu lang.

Unter dem Motto „Vaterstetten verzaubert“ stand der Neujahrsempfang der Gemeinde. „Leider beherrsche ich nicht die große Zauberkunst. Sonst würde ich Eure Erwartungen und Wünsche liebend gerne erfüllen“, bedauerte Bürgermeister Georg Reitsberger. Die wahren Zauberer seien hingegen die Bürger, wenn es darum gehe, die Gemeinde lebens- und liebenswert zu machen: „Freiwilliges, unentgeltliches und gemeinwohlorientiertes bürgerliches Engagement ist der Atem, der unserer vermeintlichen Schlafgemeinde Leben einhaucht.“

Als attraktiver Standort spüre Vaterstetten die aktuelle Wohnungsnot, die Grundstücks,- Bau- und Mietpreise unglaublich ansteigen lasse. Ortserweiterung und Nachverdichtung, aber mit Augenmaß, seien daher die Devise. Dabei habe die Gemeinde aber auch eine große Verantwortung für Umweltbelange, der sie mit einer Baumschutzverordnung, einem Grünkonzept und naturnahen Ausgleichsflächen Rechnung trage. Die angespannte Haushaltslage setze aber vielen Wünschen Grenzen: „Haushaltsdisziplin, die Suche nach zusätzlichen Einnahmen und die Prüfung von Einsparmöglichkeiten, das alles bleibt uns auch in diesem Jahr nicht erspart“, so Reitsberger. „Zaubern können wir leider nicht, aber wir tun unser Bestes.“

Ein großes Anliegen war es dem Bürgermeister, bei allen berechtigten Wünschen nach Veränderung und Erneuerung auch die historischen Wurzeln der Gemeinde nicht zu vergessen. Angesichts des heuer anstehenden 500-jährigen Jubiläums des Reinheitsgebotes für bayerisches Bier erzählte Reitsberger, dass der erste Münchner Bierbrauer ein Vaterstettener gewesen sei: Im Jahre 1363 habe ein gewisser Seydel aus Vaterstetten das erste Bräuhaus in München errichtet, dort, wo heute der Franziskanerbräu steht. Zudem gedeihe die begehrte Braugerste, die Vater-stettener Landwirte an die Münchner Brauereien liefern, auf unseren Böden besonders gut. Grasbrunns Bürgermeister Klaus Korneder konterte später: „Vielleicht hat ein Vaterstettener das Münchner Bier erfunden, aber ein Keferloher hat die passenden Krüge dafür gemacht.“

Mit gut zwei Stunden Dauer war der offizielle Teil des Neujahrsempfangs vielen Gästen entschieden zu lang. Das Organisationsteam hatte sich bemüht, alles auf die Bühne zu holen, was irgendwie zum Thema Zaubern passte, und ein abendfüllendes Showprogramm auf die Beine gestellt. So spielte die Ammerthaler Blasmusik gleich zu Beginn den Queen-Song „It’s A Kind Of Magic“ in einem Arrangement des Neufarners Helfried Stranimaier und später ein Potpourri aus „Mary Poppins“. Das Gesangsduo mit Carina Kunze und Ecco DiLorenzo trat gleich zweimal auf, ebenso wie der Zauberer „Siebensinn“ alias Felix Schweiger, der zudem später auch noch die Gäste mit Zaubertricks an den Stehtischen unterhielt.

Warum die neue Hauptamtsleiterin Linda Wagner im Feenkostüm allerdings auch noch ein heiteres Märchen zum Besten geben musste, erschloss sich vielen Besuchern des Vaterstettener Neujahrsempfangs nicht.

Susanne Edelmann

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