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Krauses Meisterstück ist ein geschwungener, gefliester Sessel.

Maik Krause (35) aus Baiern

Das ist der beste Fliesenleger des Jahres

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Baiern - Der 35-jähriger Handerwerksmeister Maik Krause aus Baiern ist der beste Fliesenleger des Jahres. Jetzt wurde er ausgezeichnet. Wir haben uns sein Meisterstück angeschaut und mit ihm gesprochen.

Er ist Bayerns Bester. Keiner kann so gut Fliesen verlegen oder Mosaike setzen wie Maik Krause aus Baiern im Landkreis Ebersberg. Krause wurde bei Deutschlands größter Meisterfeier in München für seine herausragende Leistung als Jahresbester ausgezeichnet. 

Auf den besten Handwerksmeistern ruht viel Verantwortung. „Der Wirtschaftsstandort Deutschland bleibt nur attraktiv, wenn es genügend Leute gibt, die Ideen und Produkte auch in Dienstleistungen umsetzen können“, sagt der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern, Georg Schlagbauer. „Wir brauchen ein ausgewogenes Verhältnis von Theoretikern und Praktikern.“

Krause kann beides. Sein Meisterstück ist ein geschwungener, gefliester Sessel. Gebaut nach einem CAD-gefertigten Plan. „20 laufende Meter Gehrung“, berichtet der 35-Jährige Bairer stolz. „Bei dem Stück wird es mit Sicherheit keine Eins geben“, wurde der Bewerber vor der Prüfung gewarnt. „Da wäre ein Zweier schon super.“ Und dann wurde es doch eine Eins und zwar eine mit Auszeichnung.

Warum ergreift einer den Beruf des Fliesenlegers? „Ich will am Ende des Tages von meiner Arbeit etwas sehen“, sagt Krause. „Ich komme aus einer Handwerkerfamilie.“ Der Vater ist im Sanitärbereich tätig. Mit seinem späteren Beruf kam der Fliesenlegermeister bei einem Umbau im elterlichen Haus erstmals in Kontakt, weil er bei einer Badrenovierung zugesehen hat. „Das hat mich inspiriert“, erinnert sich der 35-Jährige, der aus Dresden stammt und 2000 nach Bayern kam. „Arbeitsmäßig war das in Dresden damals schlecht. Das hatte zu der Zeit keine Zukunft. Wie es jetzt ist, weiß ich nicht.“

Krause wohnt mit seiner Frau Petra (33) und dem zehn Monate alten Sohn Kilian in Baiern. Am 6. Februar 2015 begann der Fliesenleger als Geselle mit seiner Meisterschule, am 9. Februar kam sein Sohn zur Welt. „Ich möchte mich bei meiner Familie, meiner Frau und auch bei meinem Sohn bedanken, dass sie mich so unterstützt haben“, berichtet der Meister davon, dass sein Sohn ein braver ist. So blieb genügend Zeit, sich auf die Meisterprüfung vorzubereiten. Die Urkunde hat Krause schon zuhause. „Jetzt brauche ich nur noch einen passenden Rahmen dazu.“

Nach seinem Umzug in den Freistaat machte sich der Dresdener zuerst einmal als Fliesenleger selbständig. Jetzt, als Meister, ist er wieder in einem Angestelltenverhältnis. 

Bei seinem Werdegang unterstützt hat ihn Günter Zieglmeier von der gleichnamigen Bau GmbH in Grünwald. „Mein Chef hat mir geholfen. Das passt auch zwischenmenschlich bei uns.“ Mit seiner Ausbildung sei er jetzt mit Altmeistern auf Augenhöhe. „Das ist schon etwas“, ist Krause stolz. Er hat schon für zahlreiche Prominente in Grünwald oder mit Wohnsitz am Tegernsee Bäder gestaltet. „Da kommen unter Umständen 150 000 Euro zusammen, da ist ein Bentley nichts dagegen“, sagt er über die Sonderwünsche seiner Klientel. Über deren Namen schweigt er lieber. „Ich weiß nicht, ob ihnen das recht ist, wenn sie in der Zeitung stehen.“ Weil es aber bei vielen Kunden ganz genau gehen muss, wird vom Architekten in einem solchen Fall ein Verlegeplan angefertigt, an den sich der ausführende Meister genauestes halten muss.

 Dass er das kann, hat er mit seinem schwierigen Meisterstück bewiesen. Das Teil, ein achsensymmetrischer Sessel für zwei Personen, der Unterbau ist aus gewebebeschichteten Hartschaumplatten, hat inzwischen übrigens einen Zwilling bekommen. Das Original war ein Geschenk für Krauses Schwager, der Zwilling steht in der Werkstatt des Meisters in Vaterstetten. Den zweiten Sessel kann man übrigens erwerben. Der Fliesenlegermeister hat ihn für 2500 Euro bei Ebay eingestellt. 120 Kilogramm schwer ist das Teil und eigentlich für einen Garten oder für einen großen Freisitz gedacht. „Ich habe erst zwei Beobachter“, schaut Krause auf seinem Handy nach. „Möglicherweise muss ich mit dem Preis etwas runtergehen."

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