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Im Januar ist Eröffnung: der neue Wertstoffhof der Marktgemeinde Markt Schwaben am Erlberg.

Bauamtsleiter Frank Eichner erklärt den neuen Schwabener Wertstoffhof

Einfacher, bequemer, wirkungsvoller

In ein paar Wochen wird der neue Bau- und Wertstoffhof in Markt Schwaben in Betrieb gehen. Er wird, was das Konzept angeht, ein Novum im Landkreis Ebersberg werden.

Markt Schwaben – Die Bürger hatten unlängst erstmals Gelegenheit, sich die neue Einrichtung genauer anzusehen und erklären zu lassen. Für die Gemeinde hatte das der Bauamtsleiter Frank Eichner übernommen, der an der Konzeptionierung maßgeblich mitgewirkt hat. Unterstützt wurde er bei den Führungen vom Bauhofleiter Bernhard Stiegler. Wir sprachen mit Frank Eichner.

Wenn ich früher Garten- oder Sperrmüll in den Wertstoffhof brachte, was passierte damals, nachdem ich ihn in einen Container geworfen hatte?

Bauamtsleiter Frank Eichner (l.) hat maßgeblich am Konzept mitgewirkt.

Wenn der Container voll war, wurden die Gartenabfälle zur Kompostieranlage gefahren. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Sperrmüll, unabhängig des Zustands, wurde gegen Gebühr angenommen und entsorgt.

Und was geschieht mit Gartenabfällen und Sperrmüll, um nur zwei Beispiele zu nennen, nach der Neueröffnung des Wertstoffhofs im kommenden Januar?

Grünabfälle wie Rasen-, Hecken-, Strauch- und Baumschnitt sowie Laub werden wie gewohnt angenommen. Es wird jetzt jedoch unterschieden zwischen Grün mit Holzanteilen und Grün ohne Holzanteile. Dies vereinfacht die Sortierung in den Komposthöfen, weil so nur noch Grün mit Holzanteilen gehäckselt werden muss. Möbelstücke sollten nach Möglichkeit nicht im Sperrmüllcontainer landen, sondern ihren Weg zur Wiederverwendung finden. Letztendlich entscheidet der Eigentümer darüber, was damit geschehen soll. Idealerweise werden Möbelstücke direkt für einen guten Zweck weiterveräußert oder auch im Rahmen von Projekten zusammen mit Freiwilligen, Kindern und Jugendlichen wieder aufbereitet und Menschen, die nicht so viel Geld haben zur Verfügung gestellt. Die Projektmöglichkeiten sind nahezu grenzenlos.

Anderes Beispiel: Welchen Weg nahm bislang eine, sagen wir mal, defekte Waschmaschine, die ein Schwabener Bürger zum Erlberg brachte?

Die defekte Waschmaschine wurde als Elektroschrott in den Container für Elektroaltgeräte verfrachtet, und wenn der Container voll war vom Entsorger abgeholt.

Und demnächst?

Das neue Elektro- und Elektronikgesetz sieht eine Reihe von Anpassungen bei der Annahme und Abholung von Elektroaltgeräten vor. Möbel wie Relaxsessel oder auch elektrisch verstellbare Schreibtische, Textilien mit eingebauter Elektronik oder auch Schränke mit Beleuchtung werden als Elektroaltgeräte behandelt. Eine defekte Waschmaschine kann in der Werkstatt im Wertstoffhof repariert und ebenso der Wiederverwendung zugeführt werden.

Was bietet der Wertstoffhof, was vorher nicht möglich war? Sie setzen ja gezielt wie nie zuvor auf Wiederverwertung und Müllvermeidung.

Blick auf das Gebäude, das demnächst der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird.

Zunächst einmal muss niemand mehr Treppen hochsteigen. Alle Container können bequem von oben befüllt werden. Dies ist gerade für unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger eine enorme Erleichterung. Gleichzeitig wird mehr Personal vor Ort sein, die gerne beim Entladen helfen werden. Zudem soll ein intelligentes Schrankensystem dafür sorgen, dass es auf dem Wertstoffhofgelände keinen Stau gibt. Ein weiterer Vorteil wird sein, dass keiner mehr auf dem Gelände mit seinem Fahrzeug wenden muss.
Im Anhängerbetrieb rückwärtsrangieren fällt somit komplett weg. Neu ist auch, dass wir den Wertstoffhof bargeldlos betreiben möchten und die Menge der kostenpflichtigen Abfälle nicht schätzen, sondern wiegen werden. Für die Sicherheit ist auch gesorgt, da Besucher mit dem Betrieb wie Containerwechsel nicht mehr in Berührung kommen. Die größte Erneuerung ist unser Betreiber das Anderwerk, ein Sozialbetrieb aus Feldkirchen.
Gemeinsam mit Anderwerk, der Hans Sauer Stiftung und vielen anderen Akteuren aus Markt Schwaben wollen wir einen aktiven gesellschaftlichen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz und vor allem zu einem Umdenken beisteuern und die Vision Mehrwerthof zum Leben erwecken.

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