Der AWO Bezirksvorstands-Vorsitzender Herbert Hofauer (2. von rechts) gratulierte den Preisträgern (v.l.) Jasmin Hourani, Lidija Sturman und Schirmherrn Bürgermeister Georg Hohmann vom „Aktivkreis Kinder“, Markt Schwaben sehr herzlich zu ihrem außergewöhnlichen Projekt. Foto: AWO-Bezirk Oberbayern

Bedarf erkannt, Bedarf gedeckt

Markt Schwaben - Riesensache für den Aktivkreis Kinder. Unter anderem für das Café Familia wurde die Gruppe in Altötting mit dem Inge-Gabert-Preis der AWO ausgezeichnet.

Die Arbeiterwohlfahrt Oberbayern hat heuer entschieden, den Inge-Gabert-Preis gleich an zwei außergewöhnliche Projekte zu vergeben (siehe „Das Stichwort“ im Infokasten). Besondere Freude herrschte daher in Markt Schwaben, dass einer der Preisträger der Aktivkreis Kinder ist; ein freier Zusammenschluss von engagierten Bürgern, der am 28. Mai 2011 entstand. Nach dem Motto „Lieber früh fördern als später reparieren“ geht es dem Aktivkreis vor allem um die Förderung unterstützungsbedürftiger Kinder, wie Laudator Herbert Hofauer, AWO-Bezirkschef, sagte. Hofauer: „Nach der Gründung wurde über drei Jahre daran gearbeitet, soziale Projekte zugunsten von Familien mit Kindern zu verwirklichen. Dafür war viel Optimismus, gebündelt mit unermüdlicher Tatkraft zahlreicher Helferinnen und Helfer sowie Durchhaltevermögen, insbesondere auch wegen der Finanzierung, erforderlich.“ Der 3. März 2015 wurde aber zu einem wichtiges Datum. Der Aktivkreis konnte das ehrenamtliche Projekt Café Familia eröffnen. Es sei, so der AWO-Mann, inzwischen ein Ort der Begegnung, den sich viele Schwabener Familien schon lange gewünscht hatte. Hier fänden alteingesessene wie zugezogene Mütter und Väter nachbarschaftliche Aufnahme, neue Bekannte und Anregungen für ein aktives Familienleben.

Seit kurzem gibt es auch den „Familientreff am Freitagabend“ im Haus der Arbeiterwohlfahrt. Hier wird man durch die Allianz Kulturstiftung und private Spender sowie dem Kooperationspartner AWO-Kreisverband Ebersberg unterstützt. Zu Angeboten des Aktivkreises gehört auchnoch das Familienpatenschaften-Projekt.

Dass das alles überhaupt durchgeführt werden kann, ist nur durch eine motivierte und äußerst engagierte Organisation möglich. Alle aktiven Dienste werden unentgeltlich geleistet. Insgesamt sind zwölf Ehrenamtliche beteiligt. Alle Angebote für Kinder und Familien werden ausschließlich durch Spenden finanziert. Damit sich die Aktivkreise ganz auf ihre Projekte konzentrieren können, wurde im November 2011 ein Förderverein gegründet.

Mit dem Preisgeld von 2500 Euro soll nun vor allem das Fortbestehen des Cafés gesichert und ausgebaut werden. Auch Bürgermeister Hohmann, zugleich Vizekreisvorstand bei der AWO, lobte den Aktivkreis. Er sei stolz ob der überregionalen Anerkennung. Für ihn belege die Ehrung, dass das Café einen Bedarf erkannt und gedeckt habe. Auf die einst demonstrierte Zurückhaltung bei der Anschubfinanzierung innerhalb des Gemeinderats ging Hohmann in Altötting übrigens nicht mehr ein.

Von Jörg Domke

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