Extrem eng geht es seit jeher in der Färbergasse zu. Inzwischen wird sie stark frequentiert. Foto: dz

Neunmal mehr Verkehr in der Färbergasse

Markt Schwaben - Falsches Parken in der Bräuhausgasse, und das Ignorieren der neuen Einbahnstraßenregelung; zwei Probleme aus dem Alltag auf Markt Schwabens Straßen.

Nachmittags, kurz nach 15 Uhr, Alte Bräuhausgasse in Markt Schwaben/Ecke Herzog-Ludwig-Straße. Aus Richtung Herzog-Ludwig-Straße kommend biegt der Fahrer eines weißen Kleintransporters nach rechts ab in die Bräuhausgasse. Es handelt sich um ein Fahrzeug einer Handwerkbetriebs aus dem Münchner Raum. Der Fahrer, ein junger Mann, hält direkt rechts neben der Praxis von Karl Haushofer. Noch bevor er aussteigt und damit aus dem haltenden ein parkendes Fahrzeug macht, spricht ihn Gerlinde Linke, Mitarbeiterin der Kommunalen Verkehrsüberwachung, freundlich an. Der Fahrer reagiert verständnisvoll, dreht um und fährt davon.

Bei dieser tatsächlich passierten Szene geht es um zweierlei. Erstens: Ums Falschparken. Vor dem Haus, in dem sich die Zahnarztpraxis befindet, herrscht absolutes Halteverbot. Aus gutem Grund: Gegenüber, auf der anderen Straßenseite, befindet sich eine Tiefgaragenzufahrt. Die ist schlichtweg nicht zugänglich, wenn auf der Straße geparkt wird. Dort also, wo der Kleintransporter anhielt.

Das zweite Delikt ist nicht weniger gravierend. Der Fahrer des Handwerkerautos ignorierte schlichtweg, dass er falsch in eine Einbahnstraße gefahren ist. Dieses Vergehen im fließenden Verkehr darf die kommunale Verkehrsüberwacherin nicht ahnden, wohl aber Verstöße im ruhenden Verkehr.

Hier beließ es Gerlinde Linke bei einem freundlichen Hinweis. Sie hätte den Fahrzeugführer auch in die Falle tappen lassen können. Dann hätte er zur Kasse gebeten werden müssen.

Falsches Parken in der Bräuhausgasse, und das Ignorieren der neuen Einbahnstraßenregelung; zwei Probleme aus dem Alltag auf Markt Schwabens Straßen, mit denen sich die zuständige Sachbearbeiterin im Rathaus, Katrin-Maria de Laporte, seit Wochen herumschlagen muss. Sie vollziehe dabei, sagt sie, jedoch lediglich das, was ihr der Verkehrsausschuss aufgetragen habe. Dass der Start in die neue Regelung holprig werden würde, damit sei zu rechnen gewesen. Den zunächst auf ein Jahr befristeten Versuchslauf sollte man ihrer Ansicht nach aber weiter laufen lassen, um am Ende belastbares Faktenmaterial zu haben und auf dieser Basis zu entscheiden, was langfristig gemacht werden soll.

Fakten rund um Bräuhaus- und Färbergasse werden längst schon gesammelt von der Marktgemeinde. Zum Beispiel, wie sehr sich die neue Einbahnstraßenregelung auf die benachbarte Färbergasse auswirkt. De Laporte berichtet, dass vor den baulichen Maßnahmen in diesem Bereich zwischen 6 und 22 Uhr 41 Pkw pro Tag gezählt wurden. Das war im vergangenen September.

In der Phase der Vollsperrung im Oktober sei der Wert auf 329 angestiegen. Mit Einführung der Einbahnstraße gab es nochmals eine Steigerung auf 344/Tag.

Inzwischen liegen der Verwaltung Zahlen vor, die für die schmale Färbergasse 1000 Fahrzeugbewegungen pro Woche bestätigen. „Ganz klar zu viel“, so de Laporte, die gegenüber der EZ darauf hinweist, dass sich der Verkehrsausschuss in seiner nächsten Sitzung am 24. Februar mit dem Thema neu befassen wird.

Hilfreich könne, mit Blick auf Falschparker in der Bräuhausgasse, zumindest sein, sagt sie, auf einen bestehenden Kundenparkplatz der Hypo-Bank hinzuweisen, den offenbar viele nicht einmal kennen. Die Parker vor der Zahnarztpraxis; in vielen Fällen seien es Bankkunden, die eben mal schnell....

Übrigens: Die Zufahrt befindet sich zwischen Metzger Roth und dem Bankgebäude. Was sich die merken sollten, die saftigen Strafen aus dem Weg gehen wollen. Denn de Laporte kündigte auf Nachfrage bereits an, dass die Kontrollen vorerst verstärkt werden. Jörg Domke

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