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Locker ging es zu im Pfarrsaal St. Margaret: vorne Berlins Bürgermeister Michael Müller, daneben Hans-Jochen Vogel und Bernhard Winter sowie Münchens OB Dieter Reiter. Hinten MdB Ewald Schurer und MdL Doris Rauscher.

Schwabener Dialogreihe

Lob von ganz oben

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25 Jahre Schwabener Dialoge: Münchens OB Dieter Reiter diskutiert im Plauderton mit seinem Berliner Kollegen Michael Müller im Schwabener Pfarrheim.

Markt Schwaben– Mindestens 20 Mal war der frühere Vorsitzende der SPD, Hans-Jochen Vogel, schon zu Gast bei den Sonntagsbegegnungen und Dialoge unter der Regie von Bernhard Winter; davon rund zehn Mal auch als Hauptredner. Das sozialdemokratische Urgestein gilt als einer der Väter des Dialogs, den es heuer seit genau 25 Jahren gibt. Schirmherr ist die wohl bessere Bezeichnung dafür. Vogel und die Dialoge in der Marktgemeinde: das sind zwei untrennbar miteinander verwobene Dinge. „Es ist nicht mehr selbstverständlich, zu Veranstaltungen zu kommen“, sagte der 91-Jährige in Anspielung auf sein eigenes Alter  im katholischen Pfarrheim in der Webergasse. Aber, so schränkte der Exminister ein, es gebe eben auch Ausnahmen. Und eine Ausnahme seien die Schwabener Begegnungen.

Lobende Worte hat Vogel für das, was sein Parteigenosse Winter in der Marktgemeinde vor genau 25 Jahren erstmals aufgezogen hat, schon vielfach gefunden. Auch gestern wieder zur dritten Veranstaltung im Jubiläumsjahr der Dialoge. Diesmal übrigens dort, wo alles 1992 begann; nämlich im katholischen Heim der Pfarrei St. Margaret. „Es gibt bundesweit nichts Vergleichbares“, sagte Vogel mit energischer Stimme. Winter bezeichnete er als einen Typus Mann und Staatsbürger, der Demokratie nicht für selbstverständlich halte. Sei Engagement hier sei vorbildlich. Und sei Bemühen, mit der Schwabener Dialogreihe quasi Wissen aus erster Hand über die Demokratie zu vermitteln, stabilisierend.

Mit den Dialogen habe der ehemalige Bürgermeister Markt Schwabens eindrucksvoll aufgezeigt, dass es gehe, über Parteigrenzen hinweg anständig miteinander umzugehen. Vogel sprach von einer Leistung, die in der gesamten Republik gewürdigt gehöre.

Der lobenden Worte noch nicht genug, hatte sich zuletzt auch Bundespräsident Franz-Walter Steinmeier in den Reigen der Laudatoren eingefunden. Auf den gut 200 Plätzen im Pfarrsaal lag gestern eine Kopie eines Briefes des Staatsoberhaupts an Winter aus. Darin gratuliert Steinmeier den Markt Schwabener Psychologen für sein langjährigen, persönlichen Einsatz und das Geschick, dieses ganz spezielle Format ins Leben gerufen zu haben. Hier werde bürgerschaftliches Engagement im besten Sinne gezeigt, so der Bundespräsident, der 2010 zusammen mit dem Schriftsteller Tilman Sprengler zu Besuch bei den Sonntagsdialogen war.

Am Sonntag ging es in einem munteren, lockeren und zugleich aufschlussreichen Gespräch mit dem Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter und dem Berliner Regierenden Bürgermeister Michael Müller um die spannende Frage, was eine Stadt heutzutage brauche.

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