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33 Jahre Weiherspiele, 33 Jahre Weiherspielmusik.

Theaterverein

33 Jahre in drei Stunden

Mit einem Festwochenende hat der Theaterverein Markt Schwaben „33 Jahre Weiherspiele“ gefeiert. Im Schlosspark ging es im Drei-Stunden-Durchlauf durch die drei vergangenen Jahrzehnte. 

Markt Schwaben – Es war am Samstag einer jener lauen Sommerabende im Schlosspark, die zum gemütlichen Verweilen im Freien locken. Wenn es dann auch noch der Theaterverein ist, der zur Geburtstagsfeier „33 Jahre Weiherspiele“ einlädt, das grüne Dach der Baumkronen theatralisch angestrahlt ist und ein musikalisches Programm voller Erinnerungen angeboten wird – tja, dann ist es wahrlich ein wundervoller Abend. Samt Essen und Getränken.

Keiner vom Theaterverein Markt Schwaben hatte wohl vermutet, dass so viele Besucher kommen würden: Schon vor Beginn der Veranstaltung waren alle Sitzgelegenheiten besetzt. Bürgermeister Georg Hohmann ließ bei der Privatbrauerei Schweiger Nachschub besorgen, kurze Zeit später hatten dann fast alle einen Platz.

So konnte Theatervereinsvorsitzender Franz Stetter nicht nur ein großes Auditorium begrüßen, er konnte auch zufrieden auf über drei Jahrzehnte Theater am nahen Weiher zurückblicken: „Josef Schmid, unser genialer Autor und Ideengeber, hat hier seinen Traum verwirklicht. Er hat es meisterlich geschafft, die große Welt auf unseren kleinen Kirchweiher zu zaubern – von Mexiko über die Karibik bis zur Arktis, von Alaska über Louisiana bis in die Zukunft, sogar mit Ufo.“

Der Schlosspark war beim Geburtstagsfest am Samstagabend voll wie bei den Aufführungen der Weiherspiele.

Die genialen Kulissen dazu schuf Ewald Stolze, hinter der Bühne arbeiteten viele Frauen und Männer aus dem Ort, um in jedem Jahr wieder eine neue Situation perfekt zu inszenieren. Die Schauspieler sind lokale Größen, ebenso diejenigen, die für die Musik der Weiherspiele verantwortlich sind. Elke Deuringer beispielsweise hat in 33 Jahren unzählige der insgesamt 170 Melodien und Texte geschrieben. Sie moderierte den Geburtstagsabend im Schlosspark, das Singen wollte leider nicht so recht gelingen. „Ich leide noch an den Nachwehen einer Sommergrippe, daher bleibt mir nur das Playback“, gestand sie, selbst sehr enttäuscht über diesen Umstand.

Ihre männlichen Gegenparts und langjährigen Duett-Partner – Songschreiber, Darsteller, Gitarrist und Sänger Hermann Bogenrieder sowie der Italo-Import Maurizio Cecchin mit der Schmuse-Stimme – sangen hingegen wirklich live.

Das Trio ließ Jahr für Jahr musikalisch passieren, untermalt von Filmszenen aus den jeweiligen Stücken, gezeigt auf einer großen Leinwand. Da gab’s Erinnerungen an „Sternschnuppen“ aus Alaska, ans „Ave Maria“ aus „Die Frösche“ – und Bogenrieder wurde sentimental bei „Lebe dein Leben jetzt“. Mit Tochter Sabine besang er Eddy, den Obdachlosen, zusammen mit Franz Stetter am Saxofon ließ er es beim „Fitness-Rock“ krachen. Und Maurizio, der singende Charmeur, brachte mit Liedern über Cahina, Tote in Venedig oder als Torero in Mexiko einmal mehr Frauenherzen zum Schmelzen. Bei einigen Melodien summten die Zuhörer mit und schwelgten in Erinnerungen an schöne Weiher-Abende.

Für manche Besucher allerdings war die fast dreistündige Dauerbeschallung, ganz ohne Pause, dann doch zu viel. Sie gingen schon vor dem Ende, wohl auch etwas enttäuscht darüber, dass im Rückblick auf eine so spannende Theaterzeit nur Lieder im Vordergrund standen. Dabei hätte es doch sicher auch viel zu erzählen gegeben, beispielsweise in einem Gespräch mit dem Erfinder und Regisseur der Weiherspiele, Josef Schmid. 

Friedbert Holz

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