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Ein Teil der Krone fiel auf einen Lieferwagen. Verletzt wurde niemand. 

Völlig überraschend

Mitten in Anzing: Uralte Kastanie stürzt auf Auto und Haus

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Damit war nicht zu rechnen. Eine 120 Jahre alte Kastanie stürzt in Anzing auf ein Haus und auf einen Wagen. Nur durch Zufall gibt es keine Verletzten. 

Anzing – Wie viel Glück wie viele Menschen in Anzing hatten in der Nacht vom 6. auf den 7. Juli, kann man jetzt, über einen Monat nach dem Unglück, nur noch erahnen. Aber die Spuren jener Nacht sind noch heute deutlich zu erkennen.

Zum Beispiel am Eingang zur Anzinger Großtagespflege in der Högerstraße 21, die den niedlichen Namen „Die kleinen Sandflöhe“ trägt. Direkt neben der Türklingel ist noch immer eine Art Kerbe im Mauerwerk zu sehen. Und die Fassade hat großflächig braue Abriebspuren mitbekommen. Bis heute sind sie zu sehen. Entstanden sind die Gebäudeschäden durch eine 120 Jahre alte Kastanie, die eng verbunden war mit der Geschichte der Familie Finauer. Und die schon auf alten Familienfotos gebannt wurde, als es sich noch um einen botanischen Winzling handelte.

Abriebspuren auf der Hauswand

Was genau geschah, dazu können Albert und Martin Finauer auch im Abstand von einigen Wochen nur Vermutungen anstellen. Dass der kapitale Baum plötzlich und unerwartet in den Abendstunden einen schweren Ast beziehungsweise einen Teil der Krone verlor, war der Kastanie jahrelang nicht anzusehen. Und das bis zuletzt nicht, sagen sie.

Es habe, so Vater und Sohn, keinerlei Anzeichen für eine Schädigung gegeben, die Kastanie habe von außen sogar sehr gesund ausgesehen. Um so schockierter ist man angesichts dessen, was geschah; beziehungsweise was alles hätte geschehen können.

Was das von den Finauers vermietete Gebäude mit der Tagesstätte für zehn kleine Kinder im Alter bis zu drei Jahren angeht, so ist dort alles glimpflich abgegangen. Nicht auszudenken, was hätte geschehen können, wenn der Baum mit seiner immerhin gut 15 Meter Höhe nachgegeben hätte, wenn gerade Kinder draußen gespielt hätten. Immerhin war die Kastanie bis vor Kurzem für die Kinderbetreuerinnen ein gern genutzter Schattenspender. Und Kastanien hatte man dort auch immer wieder gerne gesammelt, um sie anschließend zum Beispiel beim Basteln zu verwenden.

Halbe Baumkrone bricht ab

Welche Kraft sich freigemacht hatte in jener Juli-Nacht, war eindrucksvoll zu besichtigen an einem Werksfahrzeug der Firma Zirnbauer. Der heruntergefallene Ast hatte den Wagen erheblich demoliert. Die Versicherung kümmert sich inzwischen um die Regulierung. Wetterbedingt, heißt es, habe an jedem Abend nichts vorgelegen. Sturm gab es keinen, Starkregen auch nicht.

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Gleich nach dem Vorfall wurde das Landratsamt Ebersberg kontaktiert und mit Stephan Burges ein zertifizierter Baumpfleger zurate gezogen. Der hatte schließlich die umgehende Fällung der durchaus ortsprägenden Kastanie empfohlen. Sie war sozusagen direkte Nachbarin der historischen Högerkapelle auf der anderen Straßenseite. Der Baum, heißt es ferner, habe mit dem Ausbruch des Zwiesels die gesamte östliche Hälfte der Krone verloren. Die Restkrone hänge unmittelbar über dem Fußweg entlang der Straße.

Eigentümer rätseln über Ursache

Wie sehr die einst ortsprägende Finauer-Kastanie bereits von innen geschädigt war, kam erst nach der inzwischen schweren Herzens erfolgten Fällung vor einigen Tagen unmissverständlich zum Vorschein: Faulstellen in größerem Ausmaß. Um eine Verkehrssicherheit herzustellen, müsste man 80 Prozent der restlichen Krone entfernen.

Verblieben ist nun noch ein gut vier Meter hoher Stumpf. Die Familie Finauer plant, dort zunächst einmal ein paar Kletterrosen anzupflanzen.

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