+
Felix Aschauer war acht Jahre lang Jugendpfleger in Anzing.

Bislang keine Bewerber

Anzing auf der Suche nach einem Jugendpfleger

  • schließen

Felix Aschauer, acht Jahre lang auf einer halben Stelle Jugendpfleger in Anzing, hat gekündigt. Jetzt sucht die Gemeinde händeringend einen Nachfolger - aber niemand will den Job haben.

Anzing– Halbe Stelle in Anzing als Gemeindejugendpfleger, halbe Stelle in Aßling: Über mehrere Jahre lang war das für Felix Aschauer ein gangbares Berufsmodell. Acht Jahre lang, seit 1999, war er als Ansprechpartner der jungen Leute in Anzing im Einsatz, hat mitgewirkt an der Jugendseite im Gemeindeblatt, das Jugendzentrum NOIZ betreut, beraten, Ferienprogramme erstellt, Suchtprävention betrieben, ein Festival organisiert und und und... Die mit 72 Kindern stark frequentierte Anzinger Mittagsbetreuung hat Felix Aschauer maßgeblich mit aufgebaut. Angela Häusgen hat inzwischen die Leitung übernommen. Der Laden läuft sozusagen. Nun ist für Aschauer, was den Arbeitsplatz in Anzing angeht, das Ende in Sicht. Der 46-Jährige hat bereits im vergangenen Jahr gekündigt.

Eine Art Übergangsphase gibt es zwar noch bis 30. April, danach ist der Sozialpädagoge dann einzig Beschäftigter bei „Horizonte“, einem Verein für Bildung, Erziehung und Partizipation mit Sitz in Aßling; und damit weiterhin in der Jugendsozialarbeit beschäftigt.

Zurzeit ist der Kirchseeoner in Anzing damit befasst, den Übergang so sanft wie möglich werden zu lassen. Besonders am Herzen liegt Aschauer, dass der Betrieb des Jugendzentrum NOIZ draußen im Sportzentrum nahtlos fortgesetzt werden kann über den April hinaus. „Es wird nicht geschlossen“, sagt Bürgermeister Franz Finauer entschlossen, obgleich noch nicht geklärt ist, wer künftig einen kontrollierenden Blick auf das Geschehen im JuZ werfen soll.

Zur Erinnerung: Anfangs war das NOIZ noch ein autonom geführtes Zentrum, der Verein Freie Junge Anzing stand im Hintergrund. Das Projekt ging aber schief, den Verein gibt es längst nicht mehr, und die Autonomie auch nicht. Unter der Regie und der Betreuung von Aschauer hatte sich aber nach und nach ein geregelter Betrieb etabliert; zur Zufriedenheit offenbar aller Beteiligten.

Dass es auch ohne ihn so weitergehen kann, daran bastelt der ausscheidende Jugendpfleger noch. In diesen Tagen ist, so berichtet Aschauer der EZ, in Anzing ein neuer Verein entstanden, in dem im Wesentlichen die jungen Leute organisiert sind, die derzeit das NOIZ vorwiegend nutzen. Ob und wie dieser Verein einmal eingebunden und mit welchem Regelwerk und mit welchen Verantwortlichkeiten der Jugendzentrumsbetrieb fortgesetzt werden wird, ist aber auf kommunalpolitischer Ebene noch nicht entschieden worden.

Auf Hochtouren sucht die Gemeinde Anzing derweil eine ausgebildete Fachkraft, die den umfangreichen Aufgabenbereich Aschauers im Idealfall umgehend übernehmen kann. Alle bisherigen Stellenanzeigen aber blieben bislang ergebnislos. Es hat sich niemand beworben. Aschauer selbst hat an der Ausschreibung mitgewirkt und sagt, eine halbe Stelle sei für potenzielle Interessenten in der Regel absolut unattraktiv, weil man sich davon kaum alleine ernähren könne. Im Anzinger Rathaus kennt man das Problem auf dem hiesigen Arbeitsmarkt – und sucht derweil händeringend nach Lösungen. Denn es geht beim Jugendpfleger bei Weitem nicht nur ums Jugendzentrum.

Er gehe, betont Aschauer jedenfalls, nicht im Streit, sondern mit einem weinenden Auge. In acht Jahren Anzing hat der zweifache Familienvater in der Tat viel aufgebaut. Und es scheint derzeit sein größer Wunsch zu sein, dass nicht alles davon bald schon Geschichte sein könnte.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Warum Sie am Sonntag wählen sollten, wenn Sie keinen Thunfisch mögen
Unser Kolumnist mag keinen Thunfisch auf der Pizza. Deshalb gibt er am Sonntag bei der Bundestagswahl seine Stimme ab. Was es damit auf sich hat. 
Warum Sie am Sonntag wählen sollten, wenn Sie keinen Thunfisch mögen
Bürocampus mit bis zu 600 Arbeitsplätzen
Auf dem Besucherparkplatz von Océ an der Gruber Straße wird ein Bürocampus mit Boarding-House entstehen. Die Fertigstellung ist für Anfang 2020 geplant. Die Investoren …
Bürocampus mit bis zu 600 Arbeitsplätzen
Zorneding: Das Runde muss durchs Runde
„Das macht richtig Spaß“, freut sich Niclas (11). „Aber manche Bahnen sind schon schwer.“ Wie beispielsweise die mit dem gemauerten Brunnen, in den der Fußball gelupft …
Zorneding: Das Runde muss durchs Runde
Mehr Auslauf am Schlittenberg
Im Bergfeldpark, nahe des Monopteros‘, wird derzeit das Biotop verkleinert. Damit im Winter die Schlittenfahrer dort mehr Auslauf haben. 
Mehr Auslauf am Schlittenberg

Kommentare