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Abgeschaltet: Die Container werden in diesen Tagen wieder abtransportiert.

Alle Asylbewerber ausgezogen

Markt Schwabener Container-Dorf wird abgebaut

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Noch vor Ablauf des Mietvertrages sind alle Asylbewerber aus der Markt Schwabener Container-Unterkunft ausgezogen. Jetzt kann das Provisorium wieder abgebaut werden.

Markt Schwaben – Der Mietvertrag zwischen der Marktgemeinde und dem Landkreis wäre theoretisch noch bis zum 28. Februar gelaufen. So lange hätten die Wohn-Container auf dem kommunalen Grundstück, Am Erlberg, neben dem Bau- und Wertstoffhof maximal betrieben werden können. Doch bis zur letzten Sekunde hatte man das nicht mehr ausreizen müssen. Die zuletzt noch gut 15 verbliebenen Flüchtlinge in den Markt Schwabener Containern sind inzwischen in dezentrale Unterkünfte im Landkreis untergekommen. Die Wohnräume auf dem Freigelände zwischen Bauhof und Feuerwehr sind sogar bereits ausgeräumt und die Betten und Schränke vom Landkreis deponiert worden. Mit dem Abbau der gemieteten Container ist bereits begonnen worden.

Das ist der aktuelle Stand mit Blick auf die Asylsituation in Markt Schwaben. Jener Gemeinde, die in der Spitze mal rund 340 Asylsuchende beherbergte, 280 davon monatelang in der Dreifachsporthalle des Gymnasiums und gut 60 in dem nun beseitigten Containerdorf – und damit unter den Spitzenreitern kreisweit rangierte.

Verblieben sind in der Marktgemeinde, so 3. Bürgermeister Joachim Weikel, jetzt noch etwa 15 Syrer und Eritreer, die als anerkannte Flüchtlinge in drei Wohnungen am Ort leben und von dem auf gut acht bis zehn Personen geschmolzenen, ehrenamtlichen Helferkreis weiterhin betreut werden. Einige der Asylanten seien in Arbeit, andere noch in Integrationsmaßnahmen, so Weikel, der jetzt, zum Ende des Containerdorfs, insgesamt ein positives Fazit ziehen möchte. Negatives sei ihm über den Standort der Container nicht bekannt geworden. Die relative Nähe zum Bahnhof und die Nähe zu einigen Einkaufsmöglichkeiten sei für die Bewohner sogar positiv gewesen. Verbindungen seien auch zum benachbarten Jugendzentrum „Blues“ entstanden. Hervorzuheben sei aus seiner Sicht, dass es zwischen einigen Helfern und Flüchtlingen inzwischen auch persönliche, nachhaltige Verbindungen gebe.

Wie lange die augenblickliche Lage andauern mag, steht noch in den Sternen. Landrat Robert Niedergesäß hatte erst vor einigen Tagen angedeutet, dass bei einer neu einsetzenden Flüchtlingsbewegung im südbayerischen Raum insbesondere die Stadt München und der Landkreis Ebersberg betroffen sein könnten, weil sie in den zurückliegenden Jahren bei den Belegungsquoten auf den beiden hinteren Plätzen gelegen seien. Sollte es also, wofür es derzeit jedoch keine Anzeichen gebe, wieder eine Zuwanderung geben, sei der Landkreis mit seinen Kommunen wohl besonders in der Pflicht.

Niedergesäß hatte das den Gemeinden auch schon entsprechend kommuniziert und sie gebeten, dem Kreis entsprechende Grundstücke zu benennen, auf denen neue Containerdörfer entstehen könnten. Markt Schwaben hatte, so Weikel, schon in der Vergangenheit, als es die Massenankünfte am Münchner Hauptbahnhof gab, auf ein Grundstück in direkter Nachbarschaft zur Zolltechnischen Prüfanstalt und zum Heizwerk am Rande des Gewerbegebiets Burgerfeld hingewiesen. Es befindet sich im Eigentum des Freistaats und wäre vom Umgriff her groß genug, um dort auch etwas Gescheites für den Eventualfall herzurichten. Damals hatte man aber von staatlicher Seite her auf dieses Angebot nicht zugegriffen.

Eigentlich bevorzugt man in der Marktgemeinde aber inzwischen eine andere Vorgehensweise. Man solle mal schauen, so Bürgermeister Georg Hohmann, dass bei einem neuerlichen Flüchtlingsstrom im Landkreis auch einmal Kommunen berücksichtigt würden, die in der Vergangenheit noch keine Asylsuchenden aufgenommen hätten. Ein Hinweis, der einen ganz praktischen Hintergrund hat. Es seien nämlich, so Hohmann, die Kommunen, die sich dann irgendwann einmal Lösungen einfallen lassen müssten, wenn es um die Unterbringung anerkannter Asylanten gehe. Und hier tut sich die Marktgemeinde aufgrund des besonders knappen Wohnraums bekanntlich seit jeher besonders schwer.

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