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Mehr Gleise, einen zeitgemäßen Bahnhof und Zehn-Minuten-Takt wünschen sich die Markt Schwabener.

Verkehr

Freie Fahrt ohne Flaschenhals

Markt Schwaben - Zwei Bahngleise mehr Richtung München. Das ist eine zentrale verkehrspolitische Forderung, die Bundestagsabgeordneter Ewald Schurer (SPD) bei einem Infoabend den Markt Schwabener Genossen präsentierte.

„Wir brauchen dringend zwei weitere Gleise nach München.“ Diese Forderung kommt vom Bundestagsabgeordneten Ewald Schurer, der beim offenen SPD-Stammtisch in der Gaststätte Sonnblick den zahlreichen Gästen den Bundesverkehrswegeplan 2030 aus lokaler Sicht erklärt hat. Denn ein Ausbau der Bahnstrecke nach Freilassing mache nur Sinn, wenn auch die Strecke von Markt Schwaben nach München zweigleisig verlaufe – „der bisherige Flaschenhals dort muss dringend weg“. Zwar sei, so Schurer, dieser Plan erst formell beschlossen, werde aber im Dezember endgültig im Bundestag verabschiedet. Darin enthalten sei die dann elektrifizierte und zunächst bis Mühldorf am Inn zweigleisig ausgebaute Bahnstrecke im sogenannten „vordringlichen Bedarf“. 

Nach Schätzung des SPD-Abgeordneten ist die gesamte neue Strecke, die von Markt Schwaben über Mühldorf und Burghausen nach Freilassing an die österreichische Grenze führt, „innerhalb von zehn Jahren fertig“. Jetzt bereits laufen aber, so Schurer, die Planungen für alle höhengleichen Bahnübergänge. Diese sollen nach Planung der Bahn bis 2020 dann als Unter- oder Überführungen ausgeführt sein. „Der Grund, weshalb der Ausbau dieser Bahnstrecke mit Druck vorangetrieben wird, liegt am Zulauf zum 60 Kilometer langen Brennerbasis-Tunnel. Wenn dieses gewaltige Projekt einmal fertig ist, sollen alle großen Lkw-Ladungen nach Italien auf die Schiene – ein Beitrag zum Umweltschutz.“ Zudem treibe Nachbar Österreich seinen Teil der Bahnstrecke bis Freilassing mit Macht voran, „dort versteht man unser schleppendes Planungstempo überhaupt nicht“. 

Der Güterverkehr jedoch werde später einmal nicht über Markt Schwaben und über München rollen, sondern, wie Schurer im Detail ausführte, bei Rosenheim Richtung Landshut abbiegen und dann weiter zu den deutschen Seehäfen. Schneller, immerhin bis zu 160 km/h, würden aber Personenzüge von Markt Schwaben in Richtung Mühldorf fahren, und hoffentlich auch deutlich leiser. Die Bahn, weiß der Abgeordnete, arbeitet bereits an sogenannten Flüsterbremsen und Waggons, die leiser als bisher abrollen. 

„Ein Problem jedoch“, fügte Bürgermeister Georg Hohmann nach eigenen Beobachtungen am Schwabener Bahnhof hinzu, „sind immer noch die Diesel-Lokomotiven“. Apropos Bahnhof: Dieser soll ebenfalls umgebaut werden, soll sich barrierefrei präsentieren, wenn die neue Bahnstrecke fertig ist. Wichtiger als diese Maßnahme aber wären den Schwabener Bürgern zwei zusätzliche Gleise von Markt Schwaben nach München, ausschließlich der S-Bahn vorbehalten.

 „Der geplante S-Bahn-Ringschluss über Erding zum Flughafen und das insgesamt steigende Personenaufkommen in der am stärksten wachsenden Region Bayerns machen eine solche Maßnahme dringend erforderlich“, betont Schurer und mutmaßt: „Sonst droht uns bald ein Verkehrs-Kollaps.“ Allerdings ist dieser Wunsch von Abgeordnetem und Bürgern nicht im Bundesverkehrswegeplan enthalten – noch nicht. Schurer aber wolle sich bei der Bahn und der Landesregierung dafür stark machen, „S-Bahnen sind Länderangelegenheit“. 

Eine weitere Verbesserung der Verbindung schlug Bürgermeister Hohmann vor: „Warum fährt alle zehn Minuten vom Ostbahnhof eine S-Bahn nach Dachau, aber nicht zu uns? Bei 10 000 Fahrgästen am Tag ist ein guter Takt lebensnotwendig.“ Immerhin konnte Hohmann den Stammtisch-Gästen eine ganz andere Neuigkeit mitteilen: „Wenn die Straßenunterführung zwischen Markt Schwaben und Ottenhofen erneuert wird, soll es endlich auch eine Spur für Radfahrer geben."

Friedbert Holz

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