Barrierefreiheit im Bahnhof Markt Schwaben: Fahrgast auf einer Treppe
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Alles andere als barrierefreundlich ist der Bahnhof Markt Schwaben: Bürgermeister Stolze und MdB Lenz haben sich in dieser Sache jetzt gemeinsam an die Bahn gewandt.

Schnelle Lösungen für Markt Schwabener Bahnhof gefordert

Barrierefreier Ausbau: Politik erhöht Druck auf die Bahn AG

  • vonJörg Domke
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Markt Schwaben – Eine von vielen empfundene Hängepartie in Sachen Bahnausbau und Herstellung einer Barrierefreiheit im Bahnhof Markt Schwaben will man sich offensichtlich aus politischer Sicht nicht mehr ohne Weiteres bieten lassen. MdB Andreas Lenz teilte der Heimatzeitung schriftlich mit: „Das Vorgehen der Bahn bezüglich der Barrierefreiheit ist wirklich ärgerlich“.

Der hiesige CSU-Mandatsträger aus Frauenneuharting weiter: „Ursprünglich hatten wir ja die Zusage für 2019 – diese konnte die Bahn aufgrund des Ausbaus der ABS 38 (Anm.: Ausbau Richtung Freilassing) und einer entsprechenden Berücksichtigung nicht einhalten. Die jetzigen Aussagen helfen uns aber nicht weiter. Sollte der Ausbau technisch momentan nicht möglich sein, dann braucht es ein Provisorium oder dergleichen. Ein ständiges Vertrösten ohne belastbare Aussagen ist nicht tragbar.“

Lenz reagiert mit diesen Worten auf eine Korrespondenz unlängst mit dem Konzernbevollmächtigten der Bahn für Bayern, Klaus-Dieter Josel. Darin hatte der Abgeordnete Kosel im Zusammenhang mit den Zuständen im Bahnhof Markt Schwaben, speziell aber zum Bereich barrierefreier Ausbau, geschrieben. Immerhin versicherte Josel in einer Rückantwort an den Bundestagsmandatsträger, dass auch ihm ein besonderes Anliegen sei, das Problem zu lösen, besonders in einem so aufkommensstarken Knotenbahnhof wie in der Marktgemeinde.

Schreiben an den Konzernbevollmächtigten

Kosel sprach aber auch, so Lenz, von einer komplexen Gesamtsituation in Markt Schwaben, die es nicht zulasse, die ursprüngliche Planung umzusetzen. Neu zu bewerten seien daher Fragen zur Betriebsabwicklung, zum Fahrplan, zur künftigen Gleisbelegung und auch zur Koordination mit dem S-Bahn-Verkehr. Kosel kündigte ferner gegenüber Lenz an, dass dazu noch heuer konkrete Anforderungen an den künftigen Bahnhof definiert würden. Erst danach könne die bestehende Entwurfs- und Genehmigungsplanung überarbeitet werden. Eine genaue Zeitplanung für den Bau bzw. Umbau lasse sich im Moment nicht darstellen.

Untätig blieb man zuletzt auch nicht im Rathaus der Marktgemeinde. Bürgermeister Michael Stolze teilte mit, dass ihm nun eine endgültige Fassung eines Fragen- und Forderungskatalogs vorliege und gestern an die Bahn AG, namentlich an Klaus-Dieter Josel, verschickt worden sei. Im Gemeinderat hatte man darüber zuletzt intensiv öffentlich beraten (wir berichteten). Am 24. November fand außerdem eine Online-Informationsveranstaltung zum Projekt ABS 38 statt. Am Ende aber, so schreibt Stolze jetzt, seien viele unbeantwortete Fragen zu ganz wichtigen Themen verblieben. Vermisst wurden u.a. auch Terminverbindlichkeiten.

Lösungen werden noch eine Weile dauern

In dem aktuellen Schreiben an die Bahnverantwortlichen heißt es, Markt Schwaben erwarte eine Beantwortung der angesprochenen Themen (barrierefreier Ausbau des Bahnhofs, Ausbaustrecke München – Freilassing, netzergänzende Maßnahmen, zusätzlicher Bahnsteig, Lärm und Erschütterungsschutz, Finanzierung, Auflassung von Bahnübergängen in Haus und Feichten, künftige Zugfrequenzen, Erdinger Ringschluss oder potenzieller viergleisiger Ausbau München Ost – Markt Schwaben) bis 30. Juni. Stolze gestern: „Als gewählter Vertreter der Bürgerinnen und Bürger von Markt Schwaben sehe ich mich nun in der Pflicht, die unhaltbaren Zustände sichtbar zu machen.“

Internet

www.bahnausbau-muenchen.de/projekt.html?PID=40

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