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Alle Möbel raus: Im Kinderhaus Sonnenschein rücken bald Bautrupps an.

Baumängel

Dunkle Wolke über Kinderhaus Sonnenschein

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Alle Kinder raus: Das Markt Schwabener Kinderhaus Sonnenschein ist kurzfristig geschlossen worden. Grund: Baumängel, die unbedingt beseitigt werden müssen.

Markt Schwaben – Jetzt auch noch das: Bei routinemäßigen baulichen Begehungen und aufgrund einer Meldung der Leitung des AWO-Kinderhauses Sonnenschein im Burgerfeld wurden feuchte Stellen an Wänden und Decken in der Einrichtung festgestellt. Um kein Risiko einzugehen, haben die Verantwortlichen in der Gemeinde im Laufe des vergangenen Montags entschieden, das Haus zwischen Altenheim und Theaterhalle bis auf Weiteres zu schließen. Am Vormittag wurde die Leitung informiert. Beim Abholen der Kinder in den Mittag-stunden gab man den Eltern auch ein entsprechendes Infoschreiben mit nach Hause. Noch am Abend wurde zudem eigens ein Elterninfoabend im Unterbräu-Saal einberufen, bei dem gut 80 Väter und Mütter von Buben und Mädchen des Kinderhauses Sonnenschein sowie der Villa Drachenstein (neben dem Hallenbad) über den aktuellen Stand in Kenntnis gesetzt wurden.

Die Drachenstein-Eltern wurden deshalb mit ins Boot geholt, weil in ihrer Einrichtung ab heute vorübergehend zwei Sonnenschein-Kindergartengruppen im Bewegungsraum bzw. in Räumen untergebracht werden. Eine dritte Sonnenschein-Kiga-Gruppe zieht derweil ins Jugendzentrum „Blues“. Die ebenfalls im Kinderhaus Sonnenschein existierende Krippengruppe mit zwölf kleinen Kindern wird laut einer Pressemitteilung der Gemeinde, die gestern Mittag an die Medien verschickt wurde, in der AWO-Kinderkrippe in Forst-inning untergebracht.

Begonnen hatte die neue „Notsituation“ bei der Kinderbetreuung nach Auskunft von Bürgermeister Georg Hohmann am Samstag vor acht Tagen. Feuchte Stellen waren zum Vorschein getreten in einem Raum unterhalb eines Daches, auf dem eine Fotovoltaikanlage installiert ist. Auf dem Dach des Kinderhauses im Burgerfeld werden zwei solcher Anlagen betrieben; eine von der Bürgerenergie Markt Schwaben, eine vom Markt selber. „Wurden“ muss es inzwischen heißen, denn die Fotovoltaik ist im Zuge der Suche nach den Ursachen für die feuchten Wände abgebaut worden.

Zunächst ging es nur um einen feuchten Raum. Die dort untergebrachten Kinder zogen Anfang vergangener Woche kurzerhand um in einen benachbarten Bewegungsraum. In zwei weiteren Räumen war man nicht fündig geworden, dann aber doch überraschenderweise in einem Kiga-Raum, über den keine Fotovoltaik installiert war, so Hohmann gestern gegenüber der EZ. „Mittlerweile steht fest, dass das komplette Dach geprüft und dann entsprechend der Ergebnisse repariert oder saniert werden muss. Dazu müssen jedoch die Räume der Kindertagesstätte frei sein“, teilte der Markt gestern mit.

Um den Kindern und Erziehern Lärm- und Staubbelästigung zu ersparen und um die hundertprozentige Sicherheit der Kinder und des Personals während der Dachmaßnahmen zu garantieren, ist der Kindergarten nun vorübergehend geschlossen worden. Am gestrigen Dienstag mussten also viele Eltern extrem improvisieren. Die Gemeinde hatte sie gebeten, die Kindern nach Möglichkeit für diesen einen Tag daheim zu lassen. Eine Betreuung aber war im Notfall bis 14 Uhr gewährleistet, so Elternbeiratsvorsitzende Katja Hoffman gestern auf Anfrage der EZ. Die Gemeinde habe aus ihrer Sicht schnell und richtig gehandelt, hieß es ferner. Mit dem heutigen Mittwoch greift nunmehr die Notlösung.

Zur Dauer der Maßnahme konnte die Gemeinde zum gestrigen Zeitpunkt keine Aussage treffen. Man kenne die Ursachen noch nicht einmal. Einen ersten Prüfbericht hatte das beauftragte Ingenieurbüro Haushofer dem Vernehmen nach am vergangenen Sonntagvormittag vorgelegt. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Verwaltung für den Fall einer drohenden Schließung bereits entsprechende Pläne ausgearbeitet, die laut Hohmann mündlich bereits mit den zuständigen Stellen im Landratsamt abgestimmt worden seien. Manches deute darauf hin, dass eine falsch verlegte oder verletzte Dampfsperre im Dach der Grund für die Feuchtigkeit sein könnte, so Hohmann gestern. Das bedeute, dass das entdeckte Wasser nicht von oben, sondern von unten (also entstanden durch die Anwesenheit von Menschen in den Räumen) stamme.

Gestern wurde begonnen, in der Verwaltung die vielen neuen Sachfragen geklärt werden. Etwa, ob eine Reparatur formell ausgeschrieben werden müsse oder nicht. Oder, wie ein Wetterdach wegen des Winters schnellstens besorgt werden könne. Hohmann: „Die Frage der Kosten stellt sich im Moment nicht, das Ganze muss natürlich umgehend gemacht werden“.

Die Kinder der drei Kindergartengruppen werden nunmehr ab heute bis nach den Weihnachtsferien im Kinderhaus Drachenstein und im Jugendzentrum „Blues“ untergebracht. Eine Anschlussunterbringung anderenorts ist ins Auge gefasst und wird aktuell geprüft. Fest steht: Die Kinderkrippe wird während der gesamten Sanierungsmaßnahme Aufnahme im AWO-Kinderhaus Forstinning finden.

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