Schlittenfahrer in Markt Schwaben
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Am Tag nach der Sperrung war am Rodelberg in Markt Schwaben wieder etwas Betrieb.

Nicht alle haben dafür Verständnis

Ärger wegen Corona-Maßnahmen: Polizei räumt Rodelhang - Übergriff auf Streifenwagen bei Schlittenberg-Kontrolle

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Die Polizei kontrolliert, ob auf den Schlittenhügeln im bayerischen Landkreis Ebersberg die Corona-Abstandsregeln eingehalten werden. In einem Fall griffen die Beamten ein. Dafür haben nicht alle Verständnis.

  • Die Einhaltung der Corona-Maßnahmen kontrolliert die Polizei kontrolliert auch auf den Rodelhügeln im Landkreis Ebersberg.
  • In Markt Schwaben räumten Streifenbeamte einen Schlittenhang.
  • Nahe Anzing machte sich ein Mann während einer Kontrolle an einem Polizeiauto zu schaffen.
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Landkreis – Alex Birner ist sauer. Am Dreikönigstag, früher Nachmittag, ist er mit seiner Tochter Maria (8) auf dem Rodelberg am Markt Schwabener Postanger unterwegs, als die Polizei vorfährt. Vier Beamte räumen den Hang, sperren den Hügel mit Flatterband ab. „Fassungslos trifft meine Gemütslage nicht ansatzweise“, macht der 51-jährige Vater seinem Ärger Luft. Die Beamten hätten sich nicht einmal einen Überblick verschafft, wie viele Menschen unterwegs gewesen seien. „50 wären schon hoch gegriffen“, sagt Birner, der das Vorgehen eine sinnlose Gängelung nennt. Seiner Beobachtung nach hätten die Kinder und Erwachsenen auf dem Schlittenhügel Abstand zueinander gehalten.

Da war noch Gaudi: Die achtjährige Maria auf dem Markt Schwabener Rodelberg. Kurz darauf kam die Polizei. Privat

Corona-Einsatz in Markt Schwaben: Polizei spricht von rund 100 Leuten auf dem Schlittenhang

Die Polizei Poing sieht das anders, spricht von rund 100 Leuten auf dem Berg, weshalb mehrere Anrufe über Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen bei der Inspektion eingegangen seien. „Die Erwachsenen standen zum Teil in Gruppen von bis zu fünf Personen zusammen“, so Vize-Inspektionsleiter Manfred Winter. Die Corona-Maßnahmen seien offensichtlich nicht eingehalten worden. Die meisten Anwesenden hätten für die Räumung des Hanges Verständnis gezeigt, manche seien nur widerwillig gegangen. Anzeigen habe es keine gegeben.

Das Flatterband ist inzwischen entfernt, die Gemeinde Markt Schwaben stellt nun ein Schild auf, das den Aufenthalt auf dem Rodelberg am Postanger auf 60 Menschen beschränkt. Alex Birner und seien Tochter wissen noch nicht, ob sie zum Schlittenfahren wiederkommen. „Wir sind am Überlegen, ob wir auf Langlaufen umsteigen“, sagt der Schwabener.

Am Tag nach der Sperrung war am Rodelberg in Markt Schwaben wieder etwas Betrieb.

Corona-Kontrolle in Anzing: Mann lässt Polizei die Luft aus den Autoreifen - und wird erwischt

Nahe Anzing beließ es ein 45-Jähriger am selben Tag bei einer ähnlichen Kontrolle nicht bei Unmutsbekundungen: Er ließ heimlich die Luft aus den Hinterreifen des Polizeiautos, während die Streifenbeamten zu Fuß auf dem Rodelhang an der Frotzhofener Wasserreserve unterwegs waren. Dank zweier Zeuginnen kamen die Beamten dem Anzinger auf die Schliche – er bekommt eine Anzeige wegen Sachbeschädigung.

Dabei blieb es: „Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz konnten die Beamten bei den Freizeitrodlern erfreulicherweise nicht feststellen“, so die Polizei. Ein Bürger half den Polizisten, die Reifen provisorisch wieder aufzupumpen, damit sie weiterfahren konnten.

Ebersberg: Polizei zeigt Jugendliche am Skaterpark an - Verfahren könnte eingestellt werden

Verstöße von Schnee-Genießern gegen die Kontaktbeschränkungen habe es in seinem Einsatzgebiet bisher nicht gegeben, sagt Ebersbergs Polizeichef Ulrich Milius. Die Streifen seien an einschlägigen Orten wie dem Skihang und dem Egglburger See bei Ebersberg unterwegs, die Leute hielten sich aber an die Regeln. In Steinhöring holten die Beamten jüngst Schlittschuhläufer von der Berger Lacke, aber aus anderen Gründen.

Nur am Ebersberger Skaterpark habe die Polizei am Dienstag acht Jugendliche anzeigen müssen – das Landratsamt stuft ihn als Sportanlage und nicht als Spielplatz ein, weshalb der Aufenthalt verboten sei. Das hätten die Beamten aber erst selbst bei der Behörde klären müssen. Laut einem Amtssprecher könnten im Einzelfall solche Anzeigen fallen gelassen werden, wenn der Verstoß aus unverschuldeter Unkenntnis geschieht. Dies werde im Ebersberger Fall noch geprüft.

Auch der Corona-Impfstart hat im Landkreis Ebersberg inzwischen begonnen. Eine Woche nach dem Coronavirus-Impfstart im Landkreis Ebersberg fragte die Heimatzeitung nach, wie es den ersten vier Impflingen nach ihrem Termin ergangen ist. Alle Nachrichten aus Markt Schwaben, Anzing und dem Landkreis Ebersberg bei der Ebersberger Zeitung.

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