+
Die ZMS informierte über das leidige Thema Fluglärm über Markt Schwaben. Möglich, dass bald dazu eine Bürgerinitiative entsteht.  

Kampf gegen Fluglärm

Neue Bürgerinitiative im Anflug?

  • schließen

Zunehmender Fluglärm scheint Bürgern im nördlichen Landkreis zuletzt vermehrt auf den Geist zu gehen. In Markt Schwaben und Anzing wurde zuletzt darüber auch in öffentlichen Sitzungen der jeweiligen Gemeinderäte mehr oder weniger ausführlich gesprochen. Was Markt Schwaben angeht, hat jetzt die Wählerinitiative Zukunft Markt Schwaben (ZMS) zu einem ersten Informationsabend eingeladen. Am vergangenen Freitag kamen etwa 60 interessierte Bürgerinnen und Bürger aus der Marktgemeinde und der Umgebung in die Brauereigaststätte Schweiger, um sich zu diesem heißen Thema zu informieren. Nach der Begrüßung der Ehrengäste gab Gemeinderat Sascha Hertel einen kurzen Überblick über die Beweggründe der ZMS zum Antrag auf Errichtung einer Lärmmessstation durch die Gemeinde.

 Für Hertel ist eine kontinuierliche eigene Messung die Grundlage, um gegenüber dem Flughafen gute und fundierte Argumente vorzubringen. Deshalb hatte sich die ZMS, nachdem der Aufruf zu einem gemeinsamen Vorgehen im Gemeinderat abgelehnt worden war, entschieden, aus eigenen Mitteln eine Messstation zu installieren.

 Anschließend referierte Horst Weise vom Deutschen Fluglärm Dienst (DFLD) über die Möglichkeiten eines Fluglärm-Monitorings. In einem sehr kurzweiligen und unterhaltsamen Vortrag erklärte er, wie die Station der ZMS funktioniert, wie die DFLD die gewonnenen Daten aufbereitet und welche Möglichkeiten es gibt, diese auf das einzelne Flugzeug zurück zu verfolgen. Danach übernahm Wolfgang Korda. Der Vorstand der ZMS führte mit Stolz an, dass die Anlage der ZMS dieselben Ergebnisse messe wie die geeichte, extrem teure Anlage des Flughafens München. Lediglich 1,7 Prozent mittlere Abweichung zu den Messdaten der offiziellen Messung gegenüber der ZMS-Station sei über einen Monat nachgewiesen worden. Dies sei aufgrund der unterschiedlichen Standorte und Überflugs-Situationen völlig normal.

 Über das Internet-Portal der ZMS unter www.zukunft-marktschwaben.de sei eine Fluglärm-Beschwerde an richtiger Stelle für jeden machbar, hieß es am Freitag. Hier fänden sich unter der Kategorie Fluglärm alle Daten zur direkten Einsicht sowie das genaue Vorgehen bei einer Beschwerde. Der nächste Schritt muss, so die Quintessenz des Infoabends, eine Aufnahme der nördlichen Gemeinden des Kreises Ebersberg in die Fluglärmkommissionen sein, damit auch die Interessen der belasteten Bürgerinnen und Bürger dort würdig vertreten werden. In der anschließenden Diskussion lobte MdB Ewald Schurer (SPD; aus Ebersberg) die Arbeit der ZMS und forderte alle Mandatsträger jeder Couleur auf, gemeinsam gegen den Fluglärm vorzugehen. „Mit dem Infoabend hat die ZMS den Grundstein gelegt. Jetzt ist es an den Parteien, ihre Kräfte zu bündeln“, so Ratsherr Sascha Hertel.

 Gleichzeitig sind die Bürgerinnen und Bürger des nördlichen Landkreises Ebersberg aufgefordert, sich bei den offiziellen Stellen zu beschweren. Wolfgang Korda formulierte seine Hoffnung, dass als Ergebnis der Bemühungen der ZMS und durch diesen Informationsabend eine Bürgerinitiative entstehe, die zusammen mit den Mandatsträgern eine Reduzierung des Fluglärms erreiche.

ez

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Lieber praxisnahe Lösungen finden
Kommentar von EZ-Redakteur Armin Rösl zu Poings Neu-Regelung für Fahrradfahrer:
Lieber praxisnahe Lösungen finden
„Ein Kasperltheater“
Poing - Es scheint, als habe sich die Gemeinde Poing mit dem Vorhaben, in die Initiative „Fahrradfreundliche Kommune“ aufgenommen zu werden, keinen Gefallen getan. …
„Ein Kasperltheater“
Springer im Dienst des Herren
Ebersberg – Wer in den vergangenen Jahren den Ebersberger Krankenhauspfarrer Josef Graml einmal gefragt hat, wie lange er denn eigentlich noch weiterarbeiten will, hat …
Springer im Dienst des Herren
Junge Flüchtlinge schaffen Probezeit
Kirchseeon - Zwei Projekte, um jugendlichen Flüchtlingen, die meist ohne Angehörige unterwegs waren, eine Ausbildung zu ermöglichen, laufen aktuell im Landkreis …
Junge Flüchtlinge schaffen Probezeit

Kommentare