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Szenen wie diese wünscht man sich heuer in der Silvesternacht in Markt Schwaben nicht. Ein Verbot gibt es aber nicht, wohl aber einen gut gemeinten Appell. 

Gemeinderat dagegen

Böllerverbot in Markt Schwaben: Es bleibt beim Appell

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Der Marktgemeinderat war sich einig: Es wird kein Böllerverbot rund um Silvester in Markt Schwaben geben.

Markt Schwaben – Bürger hatten sich in diesen Tagen schriftlich an Rathauschef Georg Hohmann und auch an die Lokalpresse gewandt mit der Bitte, heuer alles Mögliche in Bewegung zu setzen, um das traditionelle Silvesterfeuerwerk speziell in der Marktgemeinde zu untersagen oder zumindest einzuschränken.

Im Idealfall mit einem rigiden Böllerverbot. Ein Haupt-Argument: „Ein Appell aus dem Umweltbundesamt zum Verzicht auf Silvesterböller müsste doch gerade in einer Klimaschutzzone auf offene Ohren stoßen. Neben der erheblichen Feinstaubbelastung wird vom Bundesamt auch auf den enormen Energieaufwand und damit den CO2-Ausstoß bei der Herstellung der Feuerwerkskörper hingewiesen.“

Argumente gegen die Knallerei kommen von allen Seiten

Auch Tierfreunde haben gute Argumente, die man inzwischen jedes Jahr hört: Feuerwerke versetzten Haus- und Wildtiere in Angst und Schrecken. Die meisten Tiere hätten ein feines Gehör und einen guten Geruchssinn, um frühzeitig vor Gefahren flüchten zu können.

Vögel, so weiß man inzwischen, reagieren bei einer Feuerwerksexplosion extrem beunruhigt. Sie versuchen zu fliehen und greifen damit auf Energiereserven zu, die eigentlich für die kalten Monate benötigt werden. Außerdem verlieren viele durch die Panik, verursacht durch den Lärm, die Orientierung.

Bei Pferden sind die Auswirkungen ebenfalls deutlich zu beobachten. Sie sind Fluchttiere. Aber auch Menschen reagieren häufig empfindlich auf Lärm.

Alle sind sich einig: Verbote bringen nichts

Im Marktgemeinderat deutet Hohmann an, in diesem Sinne durchaus für ein Verbot zu sein. Allerdings sei er bei der Durchsetzbarkeit eines solchen Böllerverbots erhebliche Schwierigkeiten. Erst recht in Zeiten, in denen sogar Polizisten um Leib und Leben fürchten müssten, weil nicht mal mehr ihre Uniformen und ihr Gewaltmonopol von jedem als Abschreckung empfunden werde. Solange es keine Möglichkeiten gebe, ein Verbot durchzusetzen, mache es keinen Sinn, so Hohmann vor den Gemeinderäten.

Die wissen im übrigen auch keine andere Lösung. Folglich bleibt es heuer bei einem eindringlichen Appell, auf Knallkörper freiwillig zu verzichten; im Sinne der Tiere, aber auch des Klima- und Umweltschutzes. Am Mittwoch wurde daher ein entsprechender Aushang des Ordnungsamtes veröffentlicht.

Pferdeställe sollen verschont bleiben

Es gilt folgende Regelung: Erlaubt ist das Abbrennen von handelsüblichen Silvesterfeuerwerken lediglich am 31. Dezember und am 1. Januar. Der Markt Markt Schwaben bittet zudem darum, im Moos und im Bereich der Pferdeställe zum Schutz von Natur und Tieren auf das Abbrennen von Feuerwerken zu verzichten.

Wörtlich heißt es: „Beschränken Sie die Knallerei auf die Stunden um den Jahreswechsel! Bitte überdenken Sie den Einsatz von Feuerwerk grundsätzlich und leisten Sie Ihren Beitrag für einen aktiven Klimaschutz“.

Wenn es doch knallt in der Silvesternacht, hier ein paar Tipps für Haustierbesitzer.

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