Stammstrecke: Immer noch Verspätungen und Ausfälle

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Büchereileiterin Susanne Gnann-Pohle freut sich über guten Zuspruch.  

Bücherei Markt Schwaben

Neu geordnet

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Online-Ausleihe und ein neues Ordnungssystem: In die Markt Schwabener Gemeindebücherei zieht Modernität ein.

 Markt Schwaben– Erst neulich sei ein Kunde, berichtet Susanne Gnann-Pohle, in die Gemeindebücherei gekommen und habe erfreut festgestellt: „In Markt Schwaben hat die Zukunft begonnen.“ Was nicht ganz falsch ist. Passiert war allerdings nicht einmal viel. Außer, dass in der Bücherei im ersten Stock des alten Schlosses nun auch das Online-Zeitalter angebrochen ist. So, wie es schon mehrere kommunale Büchereien in der Umgebung praktizieren. Das Neue ist: Markt Schwabener Leser können seit gut vier Wochen von daheim und vom eigenen Computer aus Buchbestände und Verfügbarkeiten einsehen, Ausleih-Verlängerungen veranlassen oder auch Reservierungen begehrter Medien vornehmen. Eine enorme Service-Verbesserung, wie die Leiterin sagt. Und eine spürbare Optimierung des Komforts für jeden, der sich Bücher oder andere Medien lieber ausleiht als kauft.

Über die Internetseite der Gemeinde unter www.marktschwaben.de kommt man auf die entsprechende Seite, indem man noch die Zwischenschritte Bildung/Soziales und dann die Bücherei anklickt. Erforderlich ist es, sich einmal registrieren zu lassen und sich, wie es heißt, ein Leserkonto anlegt. Dann erhält der Büchereikunde sogar per Mail Nachrichten nach Hause, dass er zum Beispiel sein entliehenes Buch innerhalb der nächsten zwei Tage zurückbringen sollte. Oder er bekommt einen elektronischen Brief mit dem Hinweis, dass sein vorbestelltes Buch nun wieder zur Entleihe zur Verfügung gestellt werden kann.

Um einem Missbrauch dieser Serviceleistungen entgegenzuwirken, wird bei jeder Vorbestellung eine Gebühr von 50 Cents erhoben, die in bar zu zahlen ist, wenn das Medium dann wirklich in der Gemeindebücherei abgeholt wird, berichtet Susanne Gnann-Pohle. Der Besuch der Online-Seite im Internet birgt aber noch weitere Vorteile. Eigens für die zahlreichen Extraveranstaltungen in den Räumen der Bücherei gibt es eine eigene Plattform. Inzwischen finden regelmäßig insbesondere Vorträge statt.

Dabei profitiert die Schwabener Einrichtung spürbar von einer neuen Kooperation mit der Volkshochschule und mit dem Katholischen Kreisbildungswerk. Ohne diese Zusammenarbeit, sagt Gnann-Pohle, seien manche Termine sicherlich nicht denkbar. In der Bücherei kann sie für Lesungen oder Vorträge Platz für um die 20 Besucher anbieten. Eine Größenordnung, die auch der tatsächlichen Frequentierung bei solchen Veranstaltungen entspricht.

Im ersten Monat im Online-Betrieb haben übrigens rund 720 Abfragen stattgefunden. Das ist natürlich ausbaufähig. Damit möglichst bald möglichst viele Schwabener von den neuen technischen Möglichkeiten erfahren, hat man auch ein Flugblatt entworfen, das es online schon gibt, demnächst aber auch herkömmlich unters Volk gebracht werden soll. Darin wird dann auch nochmals ausführlich erklärt, wie man die Software optimal nutzt.

Gerne willkommen sind aber auch alle anderen Bücherratten, die es mit dem Internet nicht so haben. Sie werden bei einem Besuch im alten Schloss schnell merken, dass die Etikettierung der Sachbücher zurzeit umgestellt wird. Bislang waren diese Bücher nach einem jahrzehntelangen System sortiert. Von A bis Z sozusagen. Unter Aax etwa fand man das begehrte Guinness Buch der Rekorde. A stand für Allgemeines. Wer Gesundheitssportliteratur suchte, musste bei Ybk8 suchen. Belletristik hatte als Kennung ein Z. Inzwischen geht man von dieser Systematik ab und ersetzt sie durch gängigere Begriffe wie Garten, Bauen und Wohnen etc. In der Schwabener Bücherei hat man vor gut einem Jahr mit dieser Änderung begonnen und sich hier zunächst auf die stark frequentierten Gruppen wie Garten, Essen, Trinken, Tiere, Sport oder Eltern/Kinder konzentriert.

Susanne Gnann-Pohle rechnet damit, dass sie noch ein halbes Jahr braucht, um die restliche Fachliteratur neu zu kennzeichnen. Das neue System habe aus ihrer Sicht den großen Vorteil, Bücher, die mehrere Themenbereiche abdecken, besser zuordnen zu können. In Poing stellt man den Bestand derzeit auch so um. Dort nutzt man eine Übergangsphase, bis die derzeit geschlossene Bücherei in neue Räumlichkeiten umgezogen ist.

Positiv ist in Markt Schwaben nach wie vor die Frequentierung an den normalen Öffnungstagen. An einem Spitzentag wie zuletzt am 27. Oktober, also kurz vor Ferienbeginn, kamen 99 Leser ins Haus, gaben 335 Medien zurück und entliehen 402 neue. Dazu kamen 165 Verlängerungen und eine Vorbestellung. Und das alles zwischen 13 und 18 Uhr. Zugegeben, ein Ausnahmetag. Im Schnitt sind es an normalen Öffnungstagen aber stets um die 350 Ausleihen und Verlängerungen, sagt die Leiterin. Mit Online-Unterstützung vielleicht bald auch mehr.

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