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Sabine Nadler produziert in ihrer Fima Lutena neuerdings Desinfektionsspender. 

Wirtschaft

Corona-Schutz „made in Markt Schwaben“

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Statt Handläufen oder Toranlagen jetzt Spuckschutzwände und Desinfektionsspender. Markt Schwabener Handwerksbetriebe sind flexibel. So hoffen sie, unbeschadet durch die Krise zu kommen.

Markt Schwaben –Zum Leistungsspektrum der Metallbaufirma Ziegler in Markt Schwaben gehört zum Beispiel die Herstellung von Geländern, Treppen, Handläufen, Toranlagen, Zäunen, Carports, Überdachungen, Trennwänden, Balkone und vieles mehr. Das Markenzeichen des Schwabener Meisterbetriebs: Die individuelle Anfertigung und natürlich deren Montage. Das Unternehmen gibt es seit 1985, seit 2001 ist die Marktgemeinde Firmensitz. Die Corona-Krise, sagt Geschäftsführer Tobias Ziegler, habe dem Unternehmen bisher kaum mitgespielt. Von einer allenfalls kleinen Delle spricht er. Dadurch, dass inzwischen auch viele Hauseigentümer hergingen und Modernisierungen an ihren Gebäuden vornähmen, sei man als Fünf-Mann-Betrieb mit Blick auf die Auftragslage weiterhin gut ausgelastet.

So gut wie keine neuen Aufträge

Was für das Segment Dickbleche noch gilt, muss im Bereich der Verarbeitung von Dünnblechen nicht unbedingt so sein. Sabine Nadler, Geschäftsführerin der Lutena Lufttechnik Nadler GmbH, spricht von einem Corona-bedingten Umsatzeinbruch in der Größenordnung von 30 Prozent. Lutena ist ein mittelständisches Unternehmen, das sich auf die Blechverarbeitung mit Schwerpunkt Lüftungsbau spezialisiert hat. Darüber hinaus fertigt das Zehn-Mann-Unternehmnen in der eigenen Schlosserei Blechkonstruktionen jeglicher Art. Die Einbußen bei Lutena haben sehrwohl mit der Pandemie-Krise zu tun. Viele Baustellen, sagt die Chefin, seien entweder nur eingeschränkt oder überhaupt nicht belegt. Zurzeit arbeite man vorwiegend alte Aufträge ab.

Was beide Betriebe dennoch eint: Beide residieren unter einer Adresse, Am Erlberg 3, unter einem Dach. Und das nicht nur in harmonischer Nachbarschaft, sondern auch in einer für beide Seiten fruchtbaren Form der Zusammenarbeit.

Fruchtbare Zusammenarbeit

Gerade jetzt agieren beide Betriebe wieder gemeinsam, jedoch mit unterschiedlichen Produkten. Kunden waren es in beiden Unternehmen, die Impulse gaben, in der anhaltenden Krise jeweils neue Produkte herzustellen und zu vertreiben, die direkten Nutzen haben insbesondere bei der Gesundheitsfür- und vorsorge. Noch vor Wochen hatte sich Metallbaumeister Tobias Ziegler sicherlich nicht vorstellen können, einmal Arbeitsplatz- und Thekenabtrennungen herzustellen. Also sogenannte Spuckschutzwände. Die Umstellung von Teilen der Produktion genau in diese Richtung sei, sagt er, mit gar keinem so großen Aufwand verbunden gewesen. Der Infektionsschutz made in Markt Schwaben besteht aus einer hochwertigen Glasscheibe, die verbunden ist mit einer massiven Grundplatte samt Glasklemmhaltern. Der Vorteil: Solche Schutzwände lassen sich nach seinen Worten relativ schnell und vor allem individuell anfertigen. Maximale Dauer zwischen Bestellung und Auslieferung: eine bis zwei Wochen. Ziegler ist sich sicher, mit diesen Scheiben auf ein Produkt zu setzen, das sich noch eine ganze Weile einer großen Nachfrage erfreuen werde. Viele, so seine Beobachtung, hätten in der Kürze der Zeit zuletzt auf Plexiglaslösungen gesetzt. Deren Lebensdauer, so schätzt der Handwerksmeister, werde womöglich begrenzt sein.

Einsetzbar sind die „Spuckschutzwände“ aus Markt Schwaben zum Beispiel in der Gastronomie, aber auch im Handel oder als Abtrennung von Arbeitsplätzen in Großraumbüros.

Unterschiedliche Lieferzeiten

Bei Lutena hat man sich, ebenfalls auf Anregung einer Kundin, dazu entschieden, ohnehin schon immer angefertigten, pulverbeschichtete Metallständer um verschiedene mechanisch zu betätigende Desinfektionsspender zu ergänzen. Die Besonderheit, so Sabine Nadler, bestehe darin, dass eine Lösung gefunden wurde, mit der man Desinfektionspumpflaschen auch unterschiedlicher Hersteller und Macharten problemlos einsetzen kann. Auch Wandmontagen seien möglich. Bei Lutena sind die Lieferzeiten noch viel kürzer. Man habe genügend Desinfektionsständer auf Lager, so die Geschäftsführerin. In den letzten zwei Monaten habe man bereits rund 400 verkauft; nahezu ausschließlich im Großraum München. Selbst ein Kino aus der Landeshauptstadt hätte bereits großes Interesse gezeigt; neben der Gastronomie. Und auch der Landkreis Ebersberg hat bereits bestellt; zur Ausstattung des örtlichen Franz-Marc-Gymnasiums.

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