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Die Flughafentangente zwischen der Ausfahrt Pliening und der Einmündung in die A 94: Die CSU will einen mehrspurigen Ausbau.

Verkehr

CSU und FDP wollen vierspurige FTO

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Die CSU in Erding und Ebersberg sowie die Kreisliberalen möchten die Flughafentangente Ost in voller Länge drei- beziehungsweise vierspurig ausbauen. Mit ihrem Anliegen haben sich die CSU-Kreisverbände jetzt an den Innenminister gewandt.

Landkreis – Keine Flickschusterei, sondern den großen Wurf – das fordert die CSU in den Kreisen Erding und Ebersberg für die Flughafentangente Ost (FTO). Die Staatsstraße 2580 ist die mit dem meisten Verkehr in ganz Bayern. Zur Flughafeneröffnung vor 25 Jahren versprochen, ist sie erst seit Dezember 2010 durchgängig zwischen den Autobahnen 92 (München-Deggendorf) und 94 (München-Passau) befahrbar. Ihre Besonderheit: Die FTO durchschneidet auf gut 30 Kilometern Länge keine einzige Ortschaft. Allerdings ist sie seit der Freigabe überlastet (siehe auch nebenstehende Stellungnahme der FDP im Landkreis Ebersberg). Immerhin befinden sich zwei Ausbauabschnitte im Genehmigungsverfahren. Zwischen der Anschlussstelle Niederneuching und Erding-Mitte soll sie dreispurig ausgebaut werden, zwischen Erding und der A 92 mit der Anschlussstelle Erdinger Allee/Flughafen vierspurig. Noch ist nicht absehbar, wann Bagger anrollen können. Einige Jahre wird es sicher noch dauern.

Für den Bundestagsabgeordneten Andreas Lenz, die Landtagsabgeordneten Ulrike Scharf und Thomas Huber sowie die beiden Landräte Martin Bayerstorfer und Robert Niedergesäß steht schon heute fest: Das reicht nicht. Sie fordern einen durchgängigen Ausbau von Autobahn zu Autobahn. Das Schreiben an Bayerns Innen- und Verkehrsminister liegt unserer Zeitung vor. Die CSU argumentiert u.a. mit dem hohen Verkehrsaufkommen. An der Zählstelle Oberneuching seien 2015 knapp 13 000 Fahrzeuge/Tag gezählt worden, 32 Prozent mehr als 2011. An einzelnen Tagen sei die Gesamtbelastung noch höher. So seien an besagtem Messpunkt auch schon einmal knapp über 16 000 Autos, Motorräder und Lastwagen registriert worden.

Die Autoren gehen davon aus, dass der Verkehr weiter zunehmen werde, unter anderem wegen „der Erhöhung des Pendelverkehrs von und zum Flughafen, den Erweiterungen der Gewerbegebiete entlang der FTO, des Ausbaus der Therme Erding sowie der Realisierung weiterer Neubaugebiete“.

Auch die Konversion des Fliegerhorsts wird ins Feld geführt. Weiter verweist die CSU auf die Zunahme des Schwerlastverkehrs. Dessen Anteil beträgt laut dem Schreiben mittlerweile 8,5 Prozent – Tendenz seit Jahren ebenfalls steigend. Die vielen Lkw drückten das Tempo auf der Strecke, auf der das Überholen mit einigen wenigen Ausnahmen durchgängig verboten ist. Nicht zuletzt sehen die Antragsteller die Unfallträchtigkeit. Seit 2011 wurden laut CSU rund 320 Kollisionen gezählt, jede zweite endete mit Verletzten. In den vergangenen sechs Jahren seien fünf Tote zu beklagen gewesen. Sehr häufig handle es sich um missglückte Überholmanöver. Die beiden CSU-Kreisverbände sprechen sich für möglichst je zwei Spuren pro Richtung aus – ebenso übrigens die Industrie- und Handelskammer.

Der Ausbau der Flughafentangente Ost als eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen im nördlichen Landkreis hat auch für Markt Schwaben eine hohe Bedeutung, insbesondere für die Anbindung der Gewerbegebiete. Durch das ständig steigende Verkehrsaufkommen ist diese Strecke allerdings schon lange an ihre Kapazitätsgrenze gekommen. Ein Überholverbot hilft da ebenso wenig wie eine Geschwindigkeitsbegrenzung – die Freien Demokraten im Landkreis Ebersberg fordern daher seit Jahren den mehrspurigen Ausbau der St 2580.

Der Ortsvorsitzende der FDP in Markt Schwaben, Florian Delonge, bekräftigt erneut diese Forderung und meint: „Der geplante Ausbau im Norden der Strecke ist längst überfällig, aber auch der südliche Abschnitt bis Markt Schwaben sollte durch zusätzliche Fahrstreifen oder zumindest Überholspuren entsprechend leistungsfähig an den Flughafen angebunden werden. Mit der Umsetzung sollte lieber heute als morgen begonnen werden“.

Die Staus am Autobahnkreuz München-Ost und auf der A 99 seien ja schon alltäglich und dürften nicht dazu führen, dass mehr Verkehr auf die Nebenstrecken und Ortsdurchfahrten ausweiche, meint er weiter.

Die Verkehrsinfrastruktur wird von den Freien Demokraten als wichtige Voraussetzung für die weitere gute wirtschaftliche Entwicklung der Region angesehen. „Man kann eben nicht überall nur Gewerbegebiete planen, ohne die dafür notwendige Anbindung zu schaffen“, meint Delonge weiter und sagt: „Das darf keine zehn Jahre mehr dauern, wie das prognostiziert wurde, denn der Verkehr und insbesondere der Güterverkehr wird auch in Zukunft sicher nicht weniger werden“. Und selbstverständlich gehe es hier auch um die Vermeidung von Unfallrisiken, wofür Verbote und Beschränkungen alleine eben nicht ausreichten.

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