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Endlich wieder klettern im Turm: 2. Vorsitzender Sven Idek (vorne, 2.v.re.) und die Mitglieder freuen sich. 

DAV-Anlage

Im Turm darf wieder geklettert werden

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Die DAV-Anlage in Markt Schwaben ist teilweise wieder geöffnet: Im Turm darf geklettert werden. Vorerst nur dort.

Markt Schwaben – Die Kletteranlage der Sektion Markt Schwaben des Deutschen Alpenvereins (DAV) ist zum Teil wieder geöffnet. Der Marktgemeinderat hat in nicht-öffentlicher Sitzung das zuvor verhängte Benutzungsverbot teilweise wieder aufgehoben, wie das Bürgermeisterbüro mitteilt. Seit dem 1. Mai können die DAV-Mitglieder im ehemaligen Faulturm wieder ihrem Hobby nachgehen. Allerdings momentan ausschließlich nur dort. An der Fassade ist das Klettern weiterhin verboten, ebenso bleibt die Boulder-Anlage vorerst gesperrt. Das ehemalige Betriebsgebäude, in dem die DAV-Sektion ihre Geschäftsstelle, den Jugendraum und das Materiallager hat, ist ebenfalls wieder zugänglich.

Wie berichtet, hatte die Marktgemeinde im März kurzfristig die Anlage auf dem Gelände bzw. in den Gebäuden der alten Kläranlage geschlossen. Grund: Es gibt keine offizielle baurechtliche Nutzungsänderung und somit keine entsprechende Genehmigung für das Areal. Eigentlich darf es nur für den Betrieb einer Kläranlage verwendet werden. Seit ihrer Einweihung im Jahr 2005 war die Kletteranlage lediglich geduldet. Ein Umstand, der seit jeher bekannt war und auch haftungsrechtliche Risiken bedeutet hatte – insbesondere für die Marktgemeinde. Dieses Risiko waren Bürgermeister Georg Hohmann und der Gemeinderat nun nicht mehr bereit zu tragen – weshalb im März in nicht-öffentlicher Sitzung die Betriebsuntersagung beschlossen worden war. Sehr zum Unmut der DAV-Sektion, die sich durch die kurzfristige Entscheidung vor den Kopf gestoßen fühlte.

Nach mehreren Gesprächen zwischen Verwaltung, DAV-Vorstand, Landratsamt und Juristen wurde nach kurz- und langfristigen Lösungen gesucht – und letztendlich gefunden. Fazit: Um die gesamte Anlage wieder öffnen zu können, bedarf es einer Nutzungsänderung, die im Zuge eines Bebauungsplanes festzulegen ist. Hierzu sind im Vorfeld mehrere behördliche und rechtliche Verfahren notwendig. Laut Bürgermeister Georg Hohmann habe sich die Marktgemeinde verpflichtet, dass der Bebauungsplan bis spätestens 30. September 2021 abgeschlossen sein soll.

Ob und welche Übergangslösung bis dahin möglich ist, darüber hatte es vergangene Woche eine mehrstündige Besprechung mit allen Beteiligten gegeben (wir berichteten). Mit dem Ergebnis, dass der ehemalige Faulturm (innen) sowie das Betriebsgebäude (Vereinsräume des DAV) wieder freigegeben werden könnten. Hierzu war allerdings noch ein entsprechender Beschluss des Marktgemeinderates (die teilweise Aufhebung der Kündigung) notwendig, den dieser nun auch gefasst hat. Deshalb ist seit 1. Mai die Anlage zumindest teilweise wieder geöffnet. Laut Bürgermeisterbüro darf auch die Feuerwehr wieder Übungen im Untergeschoss des Gebäudes durchführen – allerdings ohne offenes Feuer.

„Wir sind erleichtert und glücklich“, sagt Sven Idek, 2. Vorsitzender der DAV-Sektion. Nicht nur, dass im Turm wieder geklettert werden darf. Nein: Jetzt könne der 1700 Mitglieder zählende Verein wieder seinen Betrieb aufnehmen, weil Geschäftsstelle, Jugendraum und Materiallager geöffnet sind. Aufgrund der „frohen Botschaft“ (Idek) habe die DAV-Sektion nun auch das Sommer-/Herbstprogramm abschließen können.

Schon an diesem Wochenende finde ein umfangreicher Arbeitsdienst am Gelände statt, berichtet Sven Idek, insbesondere zum Herrichten und Aufhübschen der Boulder-Anlage. Dieser Arbeitseinsatz sei von der Marktgemeinde genehmigt worden. Die Hoffnung, dass in Kürze auch die Boulder-Anlage wieder geöffnet werden kann, sei groß, sagt der 2. Sektionsvorsitzende. Entsprechende Aussagen gebe es bereits.

Damit das Ziel 2021 erreicht wird, hat der Marktgemeinderat in öffentlicher Sitzung am Dienstagabend den Startschuss für das Bebauungsplanverfahren gegeben: Das Gremium beschloss einstimmig, den Flächennutzungsplan für das Areal zu ändern. Darin ist die Fläche der alten Kläranlage in Teilbereiche unterteilt, mit unterschiedlichen Nutzungsbestimmungen. In Behördensprache steht im einstimmig gefassten Beschluss: „Die bisher als Fläche für Versorgungsanlagen mit der Zweckbestimmung Kläranlage dargestellte Fläche wird künftig im Flächennutzungsplan zum Teil dargestellt als Sondergebietsfläche für Freizeit und Erholung mit der Zweckbestimmung Kletteranlage, zum Teil als Fläche für die Abwasserbeseitigung und teilweise als Fläche für den Gemeinbedarf mit der Zweckbestimmung Bauhof / Ortsfeuerwehr.“ Auf Deutsch: Das Gelände wird aufgeteilt für die DAV-Sektion, für die Abwasserbeseitigung sowie für die Nutzung durch den Gemeindebauhof und die örtliche Freiwillige Feuerwehr.

Nachdem die Änderung des Flächennutzungsplans beschlossen ist, wird als nächster Schritt der entsprechende Bebauungsplan aufgestellt. Dies soll in der Marktgemeinderatssitzung am 4. Juni erfolgen, kündigte Bürgermeister Georg Hohmann an.

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