Lorenz (5) aus Markt Schwaben hat sein eigenes „Start-up-Unternehmen“ gegründet. Er ist ins Hühnergeschäft eingestiegen. Hier ist er mit „Frau Hübenbecker“ zu sehen, die besonders gerne gestreichelt wird.
+
Lorenz (5) aus Markt Schwaben hat sein eigenes „Start-up-Unternehmen“ gegründet. Er ist ins Hühnergeschäft eingestiegen. Hier ist er mit „Frau Hübenbecker“ zu sehen, die besonders gerne gestreichelt wird.

„Jung-Unternehmer“ Lorenz Föstl (5) malt Bilder für seine Tiere, damit sie mehr Eier legen

Der Hühner-Picasso von Markt Schwaben

Auf dem Föstlhof in Haus bei Markt Schwaben kümmert sich der kleine Lorenz (5) neuerdings um vier Hennen und einen Hahn. Der Bub hat quasi sein eigenes „Start-up-Unternehmen“ gegründet. Damit seine „Angestellten“ fleißig arbeiten, malt er ihnen Bilder.

Markt Schwaben – Lange Zeit war der Stall auf dem Hof leer gestanden. Damit sich für den Sohn im ereignisarmen Corona-Sommer „etwas rührt“, beschlossen seine Eltern, Katrin (30) und Sebastian (35) Föstl, sich Hühner zuzulegen. Auf einmal war etwas los im Stall und dem äußeren Gehege. Das fanden nicht nur die Hühner gut, die fortan neugierig das Gebiet erkundeten, auch Lorenz war begeistert.

Auf dem kürzesten Weg zu den Hühnern

Ständig sei er seitdem im Stall, meistens klettere er durch den „Schlupf“, das kleine Loch für die Hühner, da das der kürzeste Weg sei, erzählt Katrin Föstl und lacht. Der Bub sorge im Stall für Ordnung und kuschele mit den Tieren, sagt die 30-Jährige. Hund Gustl sei schon eifersüchtig auf die Hühner, weil Lorenz nur mit ihnen herumtolle. Ständig rennt er hinter dem Buben her und würde am liebsten, so wie die Hühner, in die Arme genommen und gestreichelt werden. Aber das Herz des Fünfjährigen schlägt im Moment mehr für die Hennen: „Die sind etwas Neues für Lorenz, da hat er keine Augen mehr für Gustl“, erzählt die Mutter, während sie versucht, den Hund, der gerade wieder einen neuen Annäherungsversuch plant, vom Gehege wegzulocken.

Hahn weiß noch nichts von seiner Lautstärke

Als Lorenz dann mit seinem Vater den Film „Werner – Beinhart!“ gesehen hatte, war ihm sofort klar, wie die Hennen heißen sollten. Fortan waren im Stall also Frau Hübenbecker, Frau Hansen, Frau Lutti und Frau Werner zu finden. Als dann vor zwei Wochen noch ein Hahn dazukam, weil Bekannte der Föstls einen abzugeben hatten, wusste Lorenz sofort: „Der muss dann Herr Röhrich heißen“. Noch wisse der Hahn nicht, wie laut er am Morgen krähen könne, sagt die Mutter, aber sie sei froh, dass er die Nachbarn noch nicht geweckt habe.

Im Gehege: Lorenz kümmert sich drinnen und draußen um seine Hühner und füttert sie.

Da der Stall, nur in Holz, etwas trist aussah, schlug Katrin Föstl ihrem Sohn vor, das Nest gemeinsam zu bemalen. Gesagt, getan. Die beiden sorgten für ein wenig Farbe im Gehege. Doch das war dem jungen Maler nicht genug, denn die Hühner sollten es ja schön haben. Also bemalte er mit Fingerfarben auch den hinteren Teil des Stalls. „Die sollen ja glücklich sein“, sagt Lorenz. Sowohl Motive, die er auf dem Bauernhof entdeckte, wie etwa einen Bulldog oder einen Schmetterling, werden seine Vorlagen, als auch ein Vulkan, weil er „einfach cool aussieht“.

Der kleine Hühnerhalter ist überzeugt: Durch die selbst gemalten Bilder legen die Hühner mehr Eier.

Bild für Bild ließ er den Hühnerstall in mehr und mehr Farbe erstrahlen. Lorenz’ Hintergedanke: „Der Winter kommt und dann können die Hühner nicht mehr so viel rausgehen, weil ihnen sonst der Schnee auf den Kopf fällt.“

Der Hühner-Picasso von Markt Schwaben ist überzeugt, dass die Hennen mehr und bessere Eier legen, seit die Wände mit Bildern geschmückt sind. Für das tägliche Eiergeschäft bastelten Mutter und Sohn auch eigens bemalte Schachteln. Mit den Eiern versorgt Lorenz täglich die Großeltern und die Nachbarn. Der Erlös bessert sein Taschengeld auf: „Das Geld kommt immer in die Eier-Kasse und dann kann ich nächstes Jahr damit Riesenrad fahren“, freut sich Lorenz.

Raffael Scherer

Auch interessant

Kommentare