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Dreieinhalb Jahre nach Überfall: Drei junge Männer aus Markt Schwaben verurteilt

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Von: Josef Ametsbichler

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Diese Tankstelle hatten damals Jugendliche überfallen.
Diese Tankstelle hatten die damals Jugendlichen überfallen. © ham

Zu jeweils zwei Jahren Bewährungsstrafe sind drei junge Männer aus Markt Schwaben verurteilt worden. Sie waren vor dreieinhalb Jahren in Moosinning an einem Tankstellenüberfall beteiligt.

Markt Schwaben/Ebersberg – In Ganzkörper-Maleranzügen, mit Atemschutzmasken und mit einer Gaspistole im Anschlag hatten vor knapp dreieinhalb Jahren vier junge Männer das Kassenhäuschen einer Tankstelle in Moosinning (Kreis Erding) gestürmt. Nun erst ist gegen drei Markt Schwabener in der Sache ein Urteil ergangen. In nicht öffentlicher Verhandlung urteilte das Jugendschöffengericht Ebersberg auf eine zweijährige Bewährungsstrafe. Das teilte Vorsitzender Richter Frank Gellhaus auf Anfrage der Ebersberger Zeitung mit. Der Haupttäter, ein damals 19-jähriger Plieninger, war bereits kurz nach der Tat verhaftet und im Herbst 2020 vom Amtsgericht Erding zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden.

Wie im Film übernahm einer aus dem Quartett die Aufgabe des Fluchtfahrers. Die Fahrt verlief so auffällig, dass bald genügend Zeugen beisammen waren, um das Auto und damit den Haupttäter ausfindig zu machen. Seine drei Komplizen, zur Tatzeit 16 und 17 Jahre alt, hatte der junge Mann, der für den Überfall die Schule geschwänzt hatte, lange gedeckt. Erst im Februar 2021 konnte das zuständige Polizeipräsidium Oberbayern Nord in Ingolstadt den Abschluss „langwieriger und intensiver Ermittlungen“ und die Festnahmen vermelden.

Junge Männer machen guten Eindruck vor Gericht

Mittlerweile ist das Trio volljährig, doch da es zum Tatzeitpunkt minderjährig war, verhandelte das Gericht gegen die Täter hinter verschlossenen Türen.

Die drei hätten „einen guten Eindruck gemacht“, berichtet Richter Gellhaus im Nachgang unserer Zeitung. Sie seien geständig gewesen, hätten eine positive Sozialprognose vorzuweisen gehabt. Zudem sei ins Urteil mäßigend eingeflossen, dass alle drei Angeklagten bereits zwei Monate Untersuchungshaft hinter sich hatten – und sie eben lediglich Mittäter gewesen seien.

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489 Euro Beute

Dennoch: Schwerer Raub unter Vorhalt einer Waffe ist ein Verbrechen, das im Erwachsenenstrafrecht mit Haft nicht unter fünf Jahren bestraft wird. Zudem seien die drei jungen Männer der Justiz bereits aus anderen Zusammentreffen bekannt gewesen – und hätten die Tat zumindest halbwegs durchgeplant, indem sie etwa die Maleranzüge im Baumarkt besorgten.

Daher setzte es die für Jugendstrafrecht verhältnismäßig harte Strafe, die sich im Lebenslauf bei erneuten Straftaten als schwere Hypothek erweisen kann – sei es bei der Berufssuche, oder weil schnell eine tatsächliche Vollstreckung der Gefängnisstrafe bei Verstößen gegen Bewährungsauflagen oder Gesetz erfolgen kann.
Laut Gerichtssprecher Gellhaus haben zwei der Verurteilten den Schuldspruch bereits akzeptiert, der dritte werde in Berufung gehen und das Urteil damit nächstinstanzlich anfechten. Übrigens: Die Raubbeute betrug 489 Bargeld.

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