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Auch Vierbeiner brauchen hitzefrei: Tierschützer und Tierärzte geben Tipps

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Von: Raffael Scherer

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Gute Idee bei Hitze: Den Hund zur Abkühlung im Wasser spielen lassen, raten Tierärzte.
Gute Idee bei Hitze: Den Hund zur Abkühlung im Wasser spielen lassen, raten Tierärzte. © DPA

Hohe Temperaturen und anhaltender Sonnenschein: Im Sommer gilt es für Tierfreunde einiges zu beachten. Experten klären zum richtigen Umgang auf.

Landkreis – Gerät Mensch bei den sommerlichen Höchsttemperaturen ins Schwitzen, so helfen ein Getränk, Schatten und Ruhe. Die meisten Haustiere dagegen können nicht einmal schwitzen: „Die liegen dann rum und leiden, wenn es in der Sonne zu heiß ist“, weiß Evelyn Bauer, Chefin des Ebersberger Tierschutzvereins.

Obwohl Tierschützer regelmäßig darüber informieren, bei der Hitze auch an die Vierbeiner zu denken, scheint die Botschaft immer noch nicht bei allen Frauchen und Herrchen angekommen zu sein. Laut Ebersberger Polizei gab es dieses Jahr fünf Meldungen, bei welchen Hunde aus heißen Fahrzeugen befreit werden mussten.

Hunde können bei Hitze Kreislaufkollaps erleiden

Doch die Zahl an fahrlässigen Hundebesitzern scheint zurückzugehen. Der Poinger Polizei ist bisher kein Fall bekannt. Auch Bauer ist 2022 beim Tierschutzverein bisher noch kein Vorfall zu Ohren gekommen. „Das ist überraschend wenig, normal kommt da öfters mal eine Meldung“, sagt sie und ergänzt hoffenden Blickes: „Vielleicht werden die Leute ja vernünftiger.“

Auch in der Tierarztpraxis von Rebecca Spiecker in Markt Schwaben war es im Bezug auf Hitzebegleiterscheinungen bisher eher ruhig: „Gott sei Dank hatten wir diesen Sommer noch keine Notfälle“, erklärt sie. Nur einen Hund musste sie bisher behandeln, der einen leichten Kreislaufkollaps beim Spazierengehen erlitten hatte. „Die klappen dann zusammen, können nicht mehr laufen und hecheln durchweg“, beschreibt sie die Alarmsituation. Denn vor allem ältere Tiere seien bei hohen Temperaturen herzproblemgefährdet.

Gassigehen am besten morgens und abends

Einig sind sich die Experten bei ihren Ratschlägen zum richtigen Umgang mit den Vierbeinern im Hochsommer: Mit dem Hund am besten morgens und abends spazieren gehen, statt bei den heißen Mittagstemperaturen.

Zudem sollte bei den Sommertemperaturen niemand beim Radeln den Hund neben sich herlaufen lassen. „Die können sich ja nicht schützen“, erklärt Bauer, sondern müssten wegen der Leine mit dem Herrchen mithalten – ob sie nun wollen und können oder nicht. Betreffende Radler beim Anblick darauf hinweisen, dass das dem Tier nicht guttue, ist für Bauer eine gute Idee, auch wenn man dabei zumeist „dumm angemacht“ werde, wie sie selbst schon mehrmals erlebt hat.

Im Wasser spielen lassen ist nie verkehrt

Ein wenig leichter haben es dabei Katzenbesitzer: „Eine Katze weiß von selber, wo’s am besten hingeht“, erklärt Bauer. Egal ob drinnen oder draußen, jene Vierbeiner verkriechen sich bei Hitze von selbst an einem möglichst kühlen Plätzchen. „Katzen sind eh ursprünglich Wüstentiere, die wissen schon, wann sie sich abkühlen müssen“, pflichtet ihr Tierärztin Spiecker bei. Kleintiere in Käfigen, wie etwa Hamster oder Meerschweinchen, sollten ebenfalls regelmäßig kontrolliert werden, dass der Käfig auch ja im kühlenden Schatten steht. Zur Not hilft ein feuchtes Handtuch.

Zweiter wichtiger Aspekt bei Hitze: Wasser. Denn auch Tiere trocknen im Sommer schneller aus und dürsten. Genau wie beim Menschen, ist dabei auch für Tiere eiskaltes Wasser nicht ideal, besser für den Kreislauf wäre Zimmertemperatur, so die Chefin des Tierschutzvereins. Den Hund etwa beim Gassi gehen im Wasser spielen lassen, sei da nie verkehrt. „Und auch mehrere Schalen in den Garten stellen mit Wasser für Vögel und Igel“, bittet Bauer alle Landkreisbürger. Besonders eignen sich dazu die flachen Blumenuntersetzer.

Bei Hitzeschlag ab in die Klinik

Sollte das Haustier trotz aller Vorsicht doch einen Hitzeschlag erleiden, sollte es laut Tierärztin Spiecker möglichst schnell in die nächste Tierklinik gebracht werden. „Und irgendwie versuchen, es abzukühlen mit kalten Decken und nassen Handtüchern oder direkt vorsichtig Wasser auf die Füße und die Zunge.“ Und wenn der Hund dann doch mal im Auto mitfährt: Klimaanlage anschalten.

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