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Positives Fazit leicht eingetrübt: Viele freie Plätze bei Markt Schwabener Weiherspielen

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Von: Friedbert Holz

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Zufrieden mit dem Verlauf der Weiherspiele: Franz Stetter (li.) und Daniel Brandl. Das „Wirtshaus“ kam gut an.	Fotos: Dz
Zufrieden mit dem Verlauf der Weiherspiele: Franz Stetter (li.) und Daniel Brandl. Das „Wirtshaus“ kam gut an. © J.Dziemballa

Die Organisatoren der Markt Schwabener Weiherspiele sind eigentlich zufrieden: Es gab nur eine Regen-Absage und ziemlich guten Besuch - es hätten aber durchaus mehr Zuschauer sein können.

Markt Schwaben – „Eigentlich“, verrät Theatervereins-Vorstand Franz Stetter, „war unser Stück vom Wirtshaus im Eberwald ja schon für 2020 geplant. Doch dann machte uns Corona einen Strich durch die Rechnung, wir mussten es aufschieben“. Das Warten scheint sich aber gelohnt zu haben, denn die Reaktionen auf 15 Theaterabende auf dem Kirchweiher waren offensichtlich durchweg positiv.

„Seit 25 Jahren hatten wir in dieser Spielsaison wohl die allerbesten Wetter-Voraussetzungen“, so Stetter, der sich, selbst ein Urgestein der Theaterfreunde am Ort, an keine ähnlich gute, zusammenhängende Schönwetter-Periode erinnern kann. Alles sei nach Plan gelaufen, auch wenn, wie Kassier Daniel Brandl einwirft, „nicht ganz das Optimum an Zuschauerzahlen erreicht wurde“.

Immerhin waren rund 5200 zahlende Besucher an den Weiher gekommen, bewunderten dabei 16 Schauspieler mit Sprechrollen sowie 14 weitere Akteure auf der schwimmenden Holzbühne.

„Wir kamen mit unseren Spiel-Terminen in eine Zeit, in der auch andernorts viel Live-Spektakel angeboten wurde und immer noch stattfindet“, suchen Stetter und Brandl nach einer Erklärung, weshalb das theoretische Maximum von etwa 8700 Zuschauer-Plätzen nicht ausgereizt werden konnte.

Konkurrenz allerorten: Überall finden Feste statt

„Momentan gibt’s zum einen in jedem Dorf Feste aller Art, manche haben nach der langen Corona-Zeit ihr Geld auch für einen großen Urlaub gespart. Und wir sollten auch nicht vergessen, dass so manch einer noch Angst hat, sich bei einem solchen Termin vielleicht anzustecken.“

Umso mehr hat es die Theatertruppe gefreut, dass sie während der Spielzeit nicht selbst von Krankheitsfällen betroffen waren, nur die dritte Vorstellung musste tatsächlich wegen zu starken Regens abgesagt werden. Stetter: „Wir konnten aber alle Zuschauer auf andere Termine verteilen, jeder, der eine bezahlte Karte hatte, konnte auch unser Stück sehen“. Freude gab’s auch darüber, dass so altgediente Schauspieler-Größen wie Hermann Bogenrieder oder Anna Seiler mitwirken konnten.

Viel Resonanz habe auch das spezielle Kindertheater hervor gerufen. Besonders stolz sind die Schwabener Theaterleute aber auf ihre im wahrsten Wortsinn eingespielte Truppe: auf lokale Handwerker aus Isen und Anzing, die wieder eine ausgezeichnete Bühne erstellt hatten, auf ein sehr schönes Bühnenbild, auf etwa 15 Helfer pro Abend, die sich um Sicherheit, Sauberkeit und die Versorgung mit Brotzeiten gekümmert haben. Vor allem aber schwören sie auf Regisseur und Liederschreiber Ferdinand Maurer. „Der hat wieder ein bekanntes Theaterstück so gut auf lokale Bezüge umgeschrieben, hat dabei den Nerv und den Zeitgeist genau getroffen“, gerät Franz Stetter ins Schwärmen – und dabei hat er schon sehr viel Gutes hier erleben dürfen.

Das Risiko ist den Veranstaltern bewusst

Doch er gießt auch etwas Wasser in den Freuden-Wein: „Weiherspiele zu veranstalten bedeutet in jedem Jahr wieder, ein neues Risiko zu bewältigen. Denn vieles hängt doch an Details, die vom Besucher gar nicht gesehen oder bewertet werden können, und die Vorgaben werden immer mehr. Wir müssen, bevor wir spielen dürfen, jedesmal Genehmigungen. Dazu kommen permanent verfeinerte Brandschutz-Verordnungen und vieles mehr. Ganz zu schweigen von den finanziellen Risiken – wir kennen auch von der diesjährigen Saison noch keine finalen Zahlen, hoffen aber, dass es am Ende kein Minus ergibt.“ Trotz alledem wird’s wohl weiter gehen, in jedem Fall aber in der Theaterhalle am Burgerfeld. Dort sind bereits wieder Auftritte geplant, der erste findet am 17. September mit Werner Meier statt.

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