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Das liest man doch gerne: Das gestohlene Radl ist gefunden worden. Eine Facebook-Freundin, hat sich an die Suchmeldung erinnert und den Drahtesel per Zufall im Gebüsch entdeckt.  

Dank Internet

Facebook bringt Radl zurück

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Daran hatte Familie Gehri-Kramer aus Markt Schwaben nicht mehr gelaubt: Dank Facebook erhielt Sohn Tobi sein verschwundenes Radl zurück.

Markt Schwaben – Ja, es gibt sie, die kritischen Töne über Facebook. Über jene Kommunikationsplattform im Internet, die mehr zu wissen scheint über jeden einzelnen Benutzer, als die jeweiligen Personen über sich selber. Aber es gibt zweifelsfrei auch die guten, die positiven Seiten des beliebten sozialen Mediums.

Diese Erfahrung durfte in dieser Woche Christine Gehri-Kramer machen. Sie als Mutter und ihr Sohn konnten sich nämlich am Donnerstag gemeinsam darüber freuen, dass ein zwar schon fünf Jahre altes, aber immerhin einst einmal 600 Euro teures Mountainbike zuerst gestohlen und dann doch, dank Facebook, wieder zum rechtmäßigen Eigentümer zurückgefunden hat. Nach einer Nikolausfeier beim Sportverein hatte sich Tobi (dieser Name ist erfunden, weil der geschädigte junge Mann lieber anonym bleiben wollte) mit Freunden noch zu einem Absacker beim Valentino im Unterbräu getroffen. Es wurde feucht und fröhlich, sodass der 21-Jährige genau das tat, was man in solchen Fällen richtigerweise tut. Er ließ sein Radl stehen, um nicht noch den Führerschein zu verlieren; und ging die paar hundert Meter nach Hause zu Fuß. Und: Er sperrte sein Mountainbike der Marke „Ghost“ mit einem Zahlenschloss ab.

So weit, so richtig. Nur dass er das Bike nicht irgendwie an einem fixen Punkt festmachte, sollte sich noch als großer Fehler erweisen.

Das alles passierte am vergangenen Wochenende. Am Sonntag wollte der junge Mann schon gleich in der Früh gegen 8 Uhr sein Radl wieder holen. Doch es war spurlos verschwunden. Umgehend ging familienseitig die Suche los. Am Bahnhof schaute man nach, sogar an den Bahnhöfen in der Nachbarschaft. Auf Schulhöfen. Nichts. Die Rechnung vom Radlkauf wurde gesucht (für die Versicherung), Bilder vom Fahrrad gab es Gott sei dank auch noch. Christine Gehri-Kramer und Tobi stellten diese jeweils gleich auf ihre Facebook-Seiten – verbunden mit der Bitte um Mithilfe beim Suchen.

Bis auf ein paar Hinweise des Bedauerns aber kam ein paar Tage lang nichts. Bis Donnerstag. Natalie Frick, die in Markt Schwaben ein Blumengeschäft führt, hatte Ware ausgeliefert und ausnahmsweise dabei nicht das Auto benutzt. Am Kupferschmidberg, nahe des Kirchweihers, entdeckte sie das Radl im Gebüsch; keine 100 Meter vom „Tatort“ entfernt. Und erinnerte sich sofort an den „mit einem Auge“ gelesenen Post bei Facebook. Sie und Christine Gehri-Kramer sind dort befreundet.

Das Fundstück nahm sie zuerst mit nach Hause. Das Zahlenschloss war noch unbeschadet vorhanden. Machte ein Foto, stellte dies ebenfalls auf Facebook. Und brauchte nicht lange zu warten, bis sich die Facebook-Freundin meldete. Noch am gleichen Tag kam Tobi ins Blumengeschäft, um sein vermisstes Radl abzuholen und sich zu bedanken. Nicht mit einem Blumenstrauß in diesem Fall, sondern mit einer Flasche Deutschen Qualitäts-Winzer-Glühwein.

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