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Blick in das Innere der sanierten Pfarrkirche St. Margaret. Am Sonntag kommt der Kardinal, um den Wiedereinzug zu feiern und den neuen Altar zu weihen. 

Altarweihe und Wiedereröffnung der Pfarrkirche St. Margaret

Freigelegte Pracht und ein neuer Altar

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Feiertag in der katholischen Gemeinde St. Margaret in Markt Schwaben. Der Kardinal kommt, um den neuen Altar einzuweihen. Nach längerer Unterbrechung wegen einer Grundsanierung können die Gläubigen erstmals wieder ihre Kirche benutzen. 

Markt Schwaben – Eine markante Duftnote frischer Farbe weht durch die Pfarrkirche St. Margaret. Der Kirchenmaler liegt am Boden vor dem Seitenaltar und streicht im Fußbodenbereich nach. Derweil schleppen drei kräftige Handwerker eine wahrlich stabile neue Holztür quer durch das Gotteshaus. Im Laufe des Tages wird sie noch an ihrem zukünftigen Stammplatz installiert werden. Ein paar Schlosser kümmern sich im gleichem Moment darum, dass die Schließanlage an den Haupteingängen spätestens in paar Tagen auch tatsächlich wieder funktioniert.

Mittendrin steht Pfarrer Herbert Walter. Ein Funkeln in seinen Augen kann er nicht verbergen. Wenn am Sonntag, Beginn um 9 Uhr, die Wiedereröffnung der Kirche durch Kardinal Marx samt Weihe des neuen Altars stattfinden wird, wird bis auf ein paar wenige Kleinigkeiten alles gerichtet sein. Und damit wird ein Kapitel beendet, das den Seelsorger über Jahre hinweg auf Trab gehalten hat – neben seinen eigentlichen Aufgaben als Pfarrer.

Gab es irgendwann zwischendurch mal Zweifel, ob das alles gelingen wird? Walter überlegt kurz, erinnert sich dann aber doch an die einen oder anderen Magenschmerzen – vor allem in Verbindung mit dem neuen Altar. Anfangs, sagt er, habe keiner so richtig gewusst, wie der vom Künstler entworfene Bronzealtar in natura wirklich aussehen werde. Zwischenzeitlich habe es dann auch in der Tat einen Fehlguss gegeben. Nach einer Überarbeitung der Pläne habe man dann aber doch Erfolg gehabt. Das Gussverfahren ist verändert worden. Allerdings mit dem Nebeneffekt, dass der künftige Altar in St. Margaret deutlich schwerer geworden ist als zunächst gedacht; nämlich rund eine Tonne.

In der Kirche befindet er sich schon länger. Verhüllt in eine gelb-weiße Fahne an seinem angestammten Platz. Nur ganz wenige haben ihn überhaupt schon mal im fertigen Zustand gesehen. Einer von ihnen: Pfarrer Walter. Und der ist begeistert. Von einer absoluten Symbiose von Alt und Neu spricht er. Davon, dass sich der Altar ideal einfüge ins Drumherum, ja sogar irgendwie korrespondiere mit dem nun wieder strahlenden Hochaltar im Hintergrund.

Besonders freut es den Geistlichen, dass man offenbar auch bei der Wahl des Materials die richtige Entscheidung getroffen hat. Das Traurige, was von Bronze schon mal ausströmen kann, gibt es hier nämlich ganz und gar nicht. Vielmehr schauen Altar und Ambo so aus, als seien sie aus Marmor gefertigt. Bezugspunkte gibt es damit auch zum erneuerten Taufbecken aus Marmor, das anstelle eines alten Steinunterbaus nun einen Bronzefuß bekommen hat und liebevoll aufgearbeitet wurde. Die meisten Schwabener werden das Becken nicht einmal kennen. Bislang stand es, und das schon über Jahrzehnte, mehr oder weniger achtlos in einer Kirchenecke. Zu Taufen wurde es gar nicht hergenommen.

Noch mehr ist neu: In ein paar Tagen werden erstmals überhaupt Reliquien einziehen ins Schwabener Gotteshaus. Das Ganze findet im Rahmen der Altarweihe statt, die in einem vorgeschriebenen Ritus stattfinden wird. Der Gottesdienst wird daher deutlich länger dauern als sonst. Herbert Walter rechnet mit gut zwei Stunden. Minimum. Es sei daher ratsam, früh genug am Sonntag zu kommen. Sitzplatzreservierungen werde es nur ganz wenige geben.

Noch gedulden muss sich Stefan Krischke, der Kirchenmusiker. Weil im Zuge der Kirchensanierung auch die Orgel restauriert wurde und noch wird, musste er lange auf sein Instrument verzichten. Zurzeit wird sie wieder zusammengebaut. Teilweise ist die neue, alte Orgel schon wieder bespielbar. Es wird aber noch Wochen dauern, bis alles perfekt klingt. Die Orgelweihe ist für den Sommer geplant. Schon jetzt aber kann Krischke sagen, dass es ein ganz anderes Instrument sein wird, mit dem er es heuer einmal zu tun bekommen wird. Auffälligste Neuerung für ihn: Früher gab es stets zeitliche Verzögerungen zwischen dem Anschlag und dem tatsächlichen Ansprechen der Pfeifen. Jetzt ist es so, wie es sein sollte.

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