Mann mit gelber Wollmütze im eiskalten Wasser eines Badesees.
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Ihm ist nichts zu kühl: Hans-Peter Heil bei seinem Hobby im Schwabener Badeweiher

Außergewöhnliches Hobby

Wintersport verrückt: Wo andere Schlittschuh laufen, geht dieser 78-Jährige baden

  • vonJörg Domke
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Hans-Peter Heil (78) hat ein besonderes Hobby: Schwimmen im eiskalten Wasser. Auch jetzt im Winter.

Markt Schwaben – Kalt, sagt Hans-Peter Heil, sei für ihn ein relativer Begriff. Wenn es draußen betrübliche zwei Grad Celsius habe – oder, wie in diesen Tagen auch schon mal morgens unter null – dann seien fünf Grad geradezu erwärmend. Genau diese fünf Grad schätzt der 78-Jährige zurzeit ganz besonders. Und zwar jeden Morgen inmitten des Badeweihers im Schwabener Sportpark. Dann, wenn der Markt Schwabener zur Erfrischung ein paar Runden im See dreht. Stets alleine und ungestört, versteht sich. Fünf Grad sind für die allermeisten eben nicht nur kalt, sondern deutlich zu kalt.

Das Wechselspiel zwischen heiß und kalt kenne er schon ein Leben lang, sagt Heil. Dass es aus medizinischer Sicht auch durchaus positive Effekte habe, stehe dabei außer Zweifel. Seine Ärztin habe das besondere Hobby des Eisschwimmers auch stets nur positiv bewertet. Anders, schmunzelt Heil, die eigene Familie. Die hat für die derzeit täglichen Kurzausflüge zumeist nur Kommentare parat wie: Du spinnst doch!“

Die Familie sagt: „Du spinnst“

Noch im Herbst war Heil für zwei Wochen in Griechenland. Zuallererst, um dort Oliven zu pflücken. Nach der Rückkehr Ende November zog es den Pensionär dann aber doch täglich in den Badeweiher, den er mit seinem Radl von daheim in Minutenschnelle erreichen kann.

Auch jetzt wieder am Dreikönigstag. Normalerweise findet an diesem Feiertag traditionell das Drei-Königs-Tauchen der örtlichen Wasserwacht statt. Eine Eisübung, die stets auch dann stattfand, wenn gar kein Eis den künstlichen See bedeckte. Heuer musste der Termin wegen der gültigen Corona-Auflagen jedoch ausfallen.

Nichts jedoch, was Hans-Peter Heil bei leichtem Schneefall am Dreikönigs-Tag von seinem Ausflug in die Kälte hätte abhalten können.

Wichtig sei immer, berichtet er, Füße und Kopf warmzuhalten. In seinem Fall helfen ihm dabei eine ganz normale Wollmütze sowie Neopren-Füßlinge. Und, so wie am Feiertag, auch schon mal Neopren-Handschuhe. Mit diesen wenigen Hilfsmitteln ausgestattet, stehe einem Sprung ins kühle Nass nichts mehr im Wege. Dass Heil seit gut 16 Jahren einen Herzschrittmacher in sich trägt, habe im Zusammenhang mit seinem wohl in der Tat außergewöhnlichen Hobby noch nie eine Rolle gespielt. Heils Credo frei nach Karl Valentin: „...gar nicht erst ignorieren“ - diese Kälte.

Wichtig: Kopf, Hände und Füße schützen

Die ersten zwei, drei Minuten seien, erzählt er, stets noch etwas frisch. Dann habe sich der Körper an die neuen Bedingungen gewöhnt. Beim Verlassen spiele die niedrige Wassertemperatur im Normalfall für ihn keine Rolle mehr. „Dann bin ich topfit“.

Hans-Peter Heil am Badeweiher in Markt Schwaben. Täglich grüßt die Eiseskälte

Daheim gehe es aber gleich unter eine warme Dusche, der eine kalte Dusche folge. Die, sagt Heil, empfinde er oft als viel kälter als das Bad im Badeweiher.

Einmal, sagt Hans-Peter Heil, habe ihn jemand angesprochen und signalisiert, auch mal zum Eisschwimmen zu kommen. Wahr gemacht hat es der Unbekannte laut Heil nie. Sollte es doch jemand geben, der es ihm gleichmachen wolle, so mag Heil einen Rat im Vorfeld gerne weitergeben: sich im Zweifelsfall nämlich lieber erst einmal hausärztlichen Rat einzuholen.

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