Die Bahngleise kurz vor dem Bahnhof Markt Schwaben.
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Die Bahngleise kurz vor dem Bahnhof Markt Schwaben: Wie es hier einmal baulich weitergehen wird, ist zuletzt immer unklarer geworden. Nun haben sich Gemeinde und Bahn AG per Video-Schalte ausgetauscht.

Markt Schwaben und der Bahnausbau

Video-Schalte, aber sonst nichts Konkretes

  • vonJörg Domke
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Per Videokonferenz haben Schwabener Kommunalpolitiker mit Bahn AG über deren Pläne konferiert. Konkretes kam nicht dabei herum.

Markt Schwaben – Ganz deutliche Forderungen als Markt Markt Schwaben an die Bahn AG stellen, wenn es um das geht, was das bundesweit agierende Unternehmen konkret im Bereich der Marktgemeinde plant: Darum war es der Wählergruppe Zukunft Markt Schwaben (ZMS) gegangen mit einem Antrag, der dieser Tage im Marktgemeinderat behandelt wurde. Dort aber stand nicht, wie ursprünglich von der ZMS beabsichtigt, ein Beschluss am Ende der öffentlichen Aussprache, sondern lediglich eine Sachstandsinformation. Genauer formuliert: Eine mehrheitlich festgelegte Marschroute, wie man sich strategisch, taktisch und rhetorisch aufstellen sollte vor einer Videokonferenz mit Vertretern der Bahn, der Gemeindeverwaltung und des Marktgemeinderates.

Protokoll soll noch heuer erstellt werden

Diese Videozusammenkunft fand nunmehr am vergangenen Dienstag, wie angekündigt, statt. Das Ergebnis vorweg: Es sei, so berichtet Bürgermeister Michael Stolze auf Nachfrage der Heimatzeitung, ein für alle Beteiligten wichtiger Austausch gewesen, dem alsbald schon weitere Schritte folgen werden.

Ursprünglich war heuer einmal ein informeller Austausch zwischen der Gemeinde und Bahn-Vertretern im DB-Informationszentrum im Bahnhof Mühldorf vorgesehen gewesen. Wegen Corona fand der jedoch nicht statt. Ersatzweise gab es nun die erwähnte Video-Schalte, an der neben gut einem halben Dutzend Bahn-Delegierten auch Michael Stolze sowie der Sachbearbeiter für Bahnfragen aus der Verwaltung, Peter Ziegler, und 14 Marktgemeinderäte teilnahmen.

Auf diesem Weg lernten die Markt Schwabener nicht nur einen neuen Projektleiter der Bahn AG kennen, sondern konnten gezielt auch mal wieder Fragen an die jeweiligen Bahn-Leute stellen. Zum Beispiel, was das Unternehmen inzwischen konkretplane im Bereich des Streckenabschnitts vor und nach Markt Schwaben und nicht zuletzt auch direkt im Ortsbereich. Etwas, was im Laufe der Jahre eigentlich immer unkonkreter geworden zu sein schien. Der Bahnhof und dessen barrierefreier Ausbau, so Stolze gegenüber der Ebersberger Zeitung, sei dabei nur eines von insgesamt fünf Projekten, die in der Marktgemeinde zusammenliefen.

Bürgermeister rechnet mit Baubeginn erst in ein paar Jahren

Klar geworden sei für Stolze zumindest jetzt folgendes: Einen Abschluss der Planungen für den Abschnitt Markt Schwaben werde es wohl erst Ende 2022 geben. Klar sei dabei, dass für die danach folgende Planprüfung und Freigabe noch gute drei weitere Jahre folgen werden. Stolze persönlich rechnet mit dem tatsächlichen Start von Baumaßnahmen in Markt Schwaben frühestens 2026.

Was eine Zeitschnur speziell für den Markt Schwabener Bahnhof angeht, kalkuliert der Erste Bürgermeister sogar eher mit einem Baubeginn zwischen 2026 und 2030. Klar sei auch wieder geworden, dass es in Zukunft einmal höhere Durchfahrtgeschwindigkeiten geben werde; und eine höhere Zugtaktung.

Stolze sagte, dass als Ergebnis aus der Videokonferenz nun ein Dokument erstellt werde, das die gesamte Unterredung in möglichst allen Facetten zusammenfasse und noch heuer an alle Fraktionen sowie die Bahn AG gehe. Darin werde der Markt klar benennen, was seine Wünsche an die Bahn seien. Auch die Bürgermeister betroffenen Anrainer-Gemeinden will Stolze nach eigenen Worten noch mit ins Boot holen. Der Bürgermeister zur EZ: „Wir brauchen irgendwann mal nun wirklich verlässliche Aussagen, daran hat es in der Vergangenheit leider oft gemangelt“. Sein Ziel sei es, so der neue Rathauschef, einen „partnerschaftlichen Umgang“ zwischen Bahn und Marktgemeinde zu realisieren. Stolze warb erneut dafür, in puncto Rhetorik eine Balance zwischen Druck der Gemeinde Richtung Bahn und einer Form von Anständigkeit zu finden. Für ihn sei die Konferenz jedenfalls ein wichtiger Meilenstein gewesen. „Wir müssen endlich mal wissen, wo wird stehen und was wir noch nicht wissen“.

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