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Über vier Jahrzehnte standen Rita und Karl Steinmeir in ihrem Gasthaus an der Theke. Am Pfingstsonntag ist Schluss. Die Wirtsleute suchen gerade einen neuen Pächter.

Aus nach Jahrzehnten

Ende der Ära Steinmeir

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Markt Schwaben - Die Markt Schwabener Traditionsgaststätte Steinmeir hat am Pfingstsonntag zum letzten Mal geöffnet. Einen neuen Pächter gibt es noch nicht.

Es ist, ganz ohne Frage, eine Traditionsgaststätte im Herzen Markt Schwabens. Legendär unter den Stammgästen (und vielleicht auch darüber hinaus) ist der Zwiebelrostbraten, das Cordon Bleu, das Schnitzel oder die Currywurst mit Pommes frites. Die gutbürgerliche, bayerische Küche ist ganz ohne Frage das, was Karl und Rita Steinmeir (64) ihren Gästen am liebsten servieren. Und die kamen viel Jahre lang gerne und oft. Zum Essen, zum Kegeln auf einer der sechs Bundeskegelbahnen, wo ein KC Steinmeir ebenso sein Training und seine Wettkämpfe austrug wie die Kegelsportler aus dem benachbarten Neufinsing, zum Diskutieren.

Auch Promis gaben sich die Klinge in die Hand: Etwa, als Exbundeskanzler Gerhard Schröder nach einem Sonntagsdialog im Unterbräu-Bürgersaal noch eine Stärkung mit Parteigenossen benötigte.

Das Gasthaus Steinmeir in der Ebersberger Straße, es ist auch Vereins- bzw. Stammlokal zahlreicher Vereine: Die Falkenklinge etwa, in der Karl Steinmeir noch immer selber Mitglied ist, die Tischtennisleute vom TVM, der Gartenbauverein, die Burgfalken, die Trachtler.

Am Pfingstsonntag aber ist Schluss damit. Wenn die Steinmeirs am Abend ihr Lokal schließen werden, wird es erst einmal geschlossen bleiben. Wie lange? Das ist noch offen.

Karl Steinmeir sucht zurzeit händeringend einen Pächter. Interessenten gibt es bereits. Und der 66-Jährige hofft, dass er bald fündig wird und es mit der Schließung am Wochenende lediglich bei einer Art „Sommerpause“ bleibt und spätestens im September wieder geöffnet werden kann; mit bürgerlicher, bayerischer Küche am liebsten.

Schon in den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hatten die Steinmeirs das Anwesen in der Ebersberger Straße gastronomisch bewirtschaftet. Josef Steinmeir, der Großvater des jetzigen Inhabers Karl, betrieb dort von 1928 bis 1938 eine kleine Brauerei. Hinweise darauf findet man noch im Heimatmuseum. Nach dem Ende der eigenen Bierproduktion wurde die Lokalität bis 1956 als Bräustüberl weitergeführt. Seither ist es eine Gaststätte. 1958 kamen die Kegelbahnen dazu. Bis heute sind sie in Betrieb. Damit der Bruch nicht ganz zu groß und zu brutal wird, hat Karl Steinmeir vor, mit den Kegelvereinsvorsitzenden noch nach allseits verträglichen Lösungen zu suchen.

Karl Steinmeir (der Vater) übernahm schließlich vor 60 Jahren das Gasthaus, sein Sohn Karl und dessen Frau Rita stehen nunmehr seit 43 Jahren am Tresen. Eine gefühlte Ewigkeit und eine wahrlich arbeitsreiche Zeit, die es beiden nun aber erlaubt, sich um andere Dinge des Lebens auch noch zu kümmern.

Ein neuer Pächter, so Karl Steinmeir, fände übrigens ideale Voraussetzungen vor. Das Stammpublikum ist treu. Die Räumlichkeiten wurden erst vor ein paar Jahren in Schuss gebracht und gar um ein Nebenzimmer erweitert, in dem immer wieder öffentliche Versammlungen der Vereine und Verbände stattfinden. Steinmeir ist zugleich Austragungsort zahlreicher Stammtische. Und wenn es dem neuen, künftigen Pächter gelingen sollte, ebenfalls eine legendäre Currywurst zu kreieren...

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