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Eine unechte Einbahnstraße ist die Ludwig-Thoma-Straße in Markt Schwaben.

Verkehrsausschuss Markt Schwaben

Unechte Einbahnstraßen werden echt

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Schon mal was von „unechten“ Einbahnstraßen gehört? In Markt Schwaben gibt es mindestens zwei. Noch. 

Markt Schwaben – Bei einer Verkehrsschau im Juni vergangenen Jahres in Markt Schwaben fiel ein Fachbegriff, mit dem auch die Experten im örtlichen Verkehrsausschuss des Marktgemeinderates sicherlich noch nicht so oft zu tun bekommen haben dürften. Dort ging es um sogenannte „unechte Einbahnstraßen“. Davon gibt es, man höre und staune, in der Marktgemeinde sogar zwei. Jedenfalls sind zwei bekannt: Der Hans-Carossa-Weg und die Ludwig-Thoma-Straße.

An den Einmündungen dieser beiden Siedlungsstraßen zur Finsinger Straße hin sind durch entsprechende Schilder Einfahrten nicht erlaubt. Im weiteren Verlauf der Straßen aber darf man durchaus in beide Richtungen fahren. Ein Zustand, der rechtlich nicht tragbar ist, wie Ordnungsamtsleiterin Katrin-Maria de Laporte im Verkehrsausschuss sagte. Nur „echte“ Einbahnstraßen seien zulässig. Und genau so sieht es auch der Ausschuss. Der entschied sich einstimmig zu einer Beschlussempfehlung an den Marktgemeinderat, die die Umwandlung der beiden Straßen in eben „echte“ Einbahnstraßen mit Süd-Nord-Fahrtrichtung zum Inhalt hat.

Das bedeutet konkret: Die Beschilderung an den Einmündungen zur Finsinger Straße bleiben bestehen, werden aber ergänzt mit dem Hinweis, dass Radfahrer jeweils in beide Richtungen die Straßen befahren dürfen. Neue Schilder werden am anderen Ende der Straßen, also an den jeweiligen Einmündungen zum Adalbert-Stifter-Weg, aufgestellt. Dort sollen kündigt Einbahnstraßenschilder kennzeichnen, dass nur noch von dort in Richtung Finsinger Straße eingefahren werden darf. Diese neue Beschilderung hat auch Auswirkungen auf die Verkehrsregeln innerhalb der beiden Straßenabschnitte. Die Fahrtrichtung ist damit in Süd-Nord-Richtung vorgegeben. Parken darf man, grob gesagt, an den Stellen, an denen es auch geht. Der verkehrsberuhigte Bereich im Hans-Carossa-Weg soll aufgehoben werden, die Straße wird damit wieder Teil der Tempo-30-Zone, ebenso wie die Ludwig-Thoma-Straße.

Wegen der Enge der Straßen, die zusätzlich noch durch die Öffnung weiterer Parkmöglichkeiten verschärft wird, rechnet man im Ausschuss damit, dass Tempo 30 im Normalfall in beiden Straßen kaum erreicht werden kann.

Einigkeit bestand im Ausschuss darin, dass man juristisch gar keine andere Lösung habe, als dem Vorschlag aus dem Kreis der Verkehrsschau-Teilnehmer und des Ordnungsamtes nachzukommen. So äußerte sich sinngemäß FW-Fraktionssprecher Bernd Romir. Georg Holley, Verkehrsexperte der CSU-Fraktion, zeigte sich überzeugt davon, dass die künftige Regelung die Sicherheit in den beiden Siedlungsstraßen erhöhen werde. Erschwerend sei bei der ganzen Thematik hinzugekommen, dass sich offensichtlich Anlieger durch die derzeitige Beschilderung nicht genötigt sahen, das Einfahrtverbotsschild an der Finsinger Straße zu beachten, sondern stattdessen wie selbstverständlich auch in Richtung Süden in den Hans-Carossa-Weg oder die Nachbarstraße einfuhren. Und das auch noch während der Verkehrsschau und unter den Augen der Ortstermin-Teilnehmer.

Da beide Straßen nicht sehr lang seien und der zukünftig in Kauf zu nehmende Umweg gering sei, sei die nun empfohlene Maßnahme für alle Anlieger zumutbar, hieß es im Fachausschuss.

Die jetzigen Anordnungen gingen auf Entscheidungen aus den Jahren 1985 und 1991 zurück, hieß es. Hintergrund war damals, dass man einen stetig zunehmenden Abkürzer-Verkehr aus Richtung Finsing in Richtung S-Bahnhof unbedingt verhindern wollte. Das Ansinnen sei damals verständlich und nachvollziehbar gewesen, betonte die Ordnungsamtsleiterin am Dienstag, jedoch mit der heutigen Rechtslage nicht mehr vereinbar.

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