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Im Brünnsteinweg wird gerade modernisiert. Hier ersetzt Fernwärme die veralteten Nachtspeicherheizungen.

Genossenschaftswohnungen in Markt Schwaben

Alte Anlagen topmodern

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Photovoltaik und Fernwärme: Die Wohnungsgenossenschaft Ebersberg setzt in Markt Schwaben auf neuste Technologie.

Markt Schwaben – Es gab mal Zeiten, da war sogenannter Nachtstrom eine von Mietern durchaus bevorzugte Wärmequelle. Der Strom wurde nachts angezapft zu verbilligten Konditionen und gespeichert, um ihn in Form von Wärme tagsüber dann an die Wohnräume abzugeben.

Bis etwa 2010 ging die Rechnung für viele auf. In der genossenschaftlichen Wohnanlage im Brünnsteinweg in Markt Schwaben wurde zum Beispiel so geheizt. Weil das der Genossenschaft unpraktisch erschien, regte sie schon vor Jahren eine Umstellung des Heizsystems an. Die Mieter aber wollten nicht.

Inzwischen ist das anders. Zurzeit laufen die Einbaumaßnahmen für eine Zentralheizung, von der nach Abschluss 59 Einheiten profitieren werden. Die meisten hatten vorher Nachtstrom, manche Öl. Künftig bezieht die Siedlung Wärme aus dem Fernwärmenetz des Markt Schwabener Kommunalunternehmens KUMS.

Die neue Zentralheizung wird wirtschaftlich günstiger und ökologisch sinnvoller sein, hatte der Vorstandsvorsitzende der Wohnungsgenossenschaft Ebersberg (GWGE), Ulrich Krapf, noch bei der Mitgliederversammlung vor einer Woche in Ebersberg gesagt (wir berichteten). Vor allem werde der Nutzer-Komfort mit dem neuen System deutlich gesteigert, da nicht mehr wie früher am Tag vorher schon entschieden werden muss, ob man über Nacht den Elektrospeicher aufheizt.

Begonnen wurden die Arbeiten bereits im Spätsommer 2017. Inzwischen sind sie bei den Hausnummern 1, 3, 5 und 5a abgeschlossen, die Erneuerungen in den Häusern 7 bis 11 a laufen zurzeit und sollen, rechtzeitig vor Beginn der Heizphase, abgeschlossen werden, so Krapf. Das wird etwa Ende September sein. Das alles im Brünnsteinweg sei eine sehr zeitaufwendige Angelegenheit, weil die Baumaßnahmen in Wohnungen im bewohnten Zustand stattfinden. Die Aktion klappe daher nur mit intensiven Absprachen zwischen der Bauleitung und den Mietern.

Im Zuge der Arbeiten werden auch alle Kaltwasserleitungen ab Keller bis Wohnung erneuert. Zusätzlich investiert die Ebersberger Genossenschaft in eine Wasserenthärtung, um den hohen Kalkanteil im Markt Schwabener Wasser zu vermindern. Die Gesamtkosten bezifferte Krapf auf rund 650 000 Euro.

Noch an einer zweiten Stelle innerhalb der Marktgemeinde Markt Schwaben führt die GWGE zurzeit Modernisierungen durch, auch dort geht es um Energie. Die Bürger Energie Genossenschaft Markt Schwaben war nämlich auf die Seniorenwohnanlage in der Loderergasse 28 aufmerksam geworden und hatte bei der Genossenschaft Ebersberg angefragt, ob Interesse an einer Photovoltaiklösung bestehe. Inzwischen ist ein Mieterstrom-Model installiert worden. Krapf: „So wird vor Ort regenerativ-erzeugter Strom gewonnen und ohne die üblichen Leitungsverluste direkt an die Mieter verkauft“.

Die Umstellung von herkömmlichem Strom auf die moderne Technik auf dem eigenen Dach erfolgt übrigens am heutigen Freitag. Wenn alles auf Anhieb funktioniert – und davon geht man bei der GWGE und den Mietern sowie der Schwabener Genossenschaft natürlich aus – dann werden die Mietparteien heute für ein paar Stunden keinen Strom haben. Und dann Energie aus der Steckdose, die eigentlich direkt von der Sonne über sie stammt.

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