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Kein schöner Anblick: Fassade der Mittelschule Markt Schwaben. Hier sind auch Stoffe verarbeitet, die bei einem Abriss des Gebäudes extra entsorgt werden müssten.

Kommunales Schulzentrum Markt Schwaben

Keine Angst vor Altlasten

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Markt Schwaben - Mineralfasern wurden als Dämmstoffe auch in der Schwabener Grund- und der Mittelschule verarbeitet. So sind sie nicht gefährlich. Erst wenn ein Abriss der Gebäude erfolgt, ist besondere Vorsicht geboten.    

Es war im Rahmen der Sondersitzung des Marktgemeinderates, als FW-Ratsherr Manfred Hoser, ein Bauunternehmer, die Frage aufwarf, ob bei den im Plenum vorgestellten Kosten für die Mittelschule Markt Schwaben berücksichtigt worden sei, dass es dort auch Altlasten gebe. Altlasten, die den finanziellen Aufwand für den beschlossenen Abriss des Schulhauses deutlich ansteigen lassen könnten. Die Antwort des Architekten kam umgehend: Ja, das sei berücksichtigt. Doch worum geht es eigentlich bei diesen Altlasten? „Um so genannte künstliche Mineralfasern“, unter Fachleuten KMF genannt, wie der Leiter des Bauamts der Marktgemeinde, Frank Eichner, auf Nachfrage bestätigte. Dieses Dämmaterial sei in den späten 50er, 60er und 70er Jahre massenhaft verwendet worden, so Eichner, auch in der Grund- und Mittelschule in Markt Schwaben.

 Im Rahmen einer Machbarkeitsuntersuchung hatte man bei der Mittelschule am Habererweg damals schon besonders hingesehen und dabei festgestellt, dass stellenweise auch KMF zum Einsatz gekommen waren. Raumluftuntersuchungen in der Grafen-von-Sempt-Mittelschule aus dem Jahr 2015 und zuvor auch schon in der benachbarten Grundschule hatten laut Bauamt jedoch keinerlei bedenkliche Werte ergeben. Es gebe keinen Grund zur Beunruhigung, unterstreicht Eichner. Im eingebauten Zustand bedeuteten die angesprochenen Fasern ohnehin keine Gefahr. Erst wenn man im Zuge von Sanierungs- oder Abrissarbeiten an die Dämmaterialien gehe, dort schneide oder säge, sei Vorsicht geboten. Dann sei es mehr als ratsam, Maßnahmen zu ergreifen, damit die Fasern nicht in die Atemwege gerieten. Bei der Entsorgung sei dann zu beachten, dass es sich hier um Sondermüll handele. Die zu erwartenden Mehrkosten, die Hoser ansprach, seien nach Auskunft des Architekten Sebastian Händel sogar großzügig berücksichtigt. Grob kalkuliert wird nach seinen Worten mit 400 000 Euro, Stand heute.

 Ohnehin wird das Thema Abriss erst in weiterer Zukunft relevant. Es sei sportlich ambitioniert anzunehmen, ein Neubau einer Grund- und Mittelschule sei bis 2021 zu schaffen, hatte Bürgermeister Georg Hohmann im Verlauf der Sondersitzung noch kühne Erwartungen ausgebremst. Wenn so verfahren werde wie jetzt beschlossen, ergänzte Eichner im Gespräch mit der EZ, dann werde es einen Abriss des Mittelschulhauses ohnehin erst geben,wenn der Neubau bezugsfertig sein werde. Ein Eröffnungstermin für ein neues Schulzentrum liegt also noch in weiter Ferne. Anders ausgedrückt: Zumindest was die Grundschüler angeht, dürften die ABC-Schützen, die einmal ihre neue Schule in Markt Schwaben als Erste beziehen werden, heute noch gar nicht geboren worden sein.

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