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Vor so vielen Zuhörern debattieren ist gar nicht so einfach. Benjamin Sandner (rechts) hat am Ende den Wettbewerb gewonnen.

Franz Marc Gymnasiusm

Überzeugende Argumente

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Rede und Gegenrede: Markt Schwabener Gymnasiasten glänzen beim Debattierwettbewerb.

Markt Schwaben – Diskutieren mit den Lehrern, eventuell auch noch eine andere Meinung haben als die Lehrkräfte und sie in einer Debatte hartnäckig vertreten: Das sah der Lehrplan an unseren Schulen lange Zeit nicht vor. Eher war das Gegenteil gewünscht. Inzwischen ist das in unseren Schulen ganz anders.

Auf sprachliche und politische Bildung sowie auf eine fundierte Meinungs- und Persönlichkeitsbildung legt man, nicht nur an Gymnasien, größten Wert. Das Franz-Marc-Gymnasium (FMG) in Markt Schwaben nimmt daher seit nun schon fünf Jahren regelmäßig an einem bundesweit ausgeschrieben Wettbewerb teil, der zum Ziel hat, bereits Achtklässler zu guten Debattierern zu machen.

In einem geregelten und fairen Wettstreit sollen Schüler ihre Ausdrucks- und Gesprächsfähigkeit verbessern und zugleich auch ihre Sprachkenntnisse und Überzeugungskraft, heißt es in der Ausschreibung dazu.

Nun gibt es wieder einen neuen Jugend-debattiert-Schulsieger, der das Schwabener Gymnasium bereits am 16. Februar beim Regionalfinale in Dorfen (Landkreis Erding) repräsentieren wird: Benjamin Sandner gewann die schulinterne Ausscheidung der Achtklässler vor Katharina Stelse, Giulia Allerdings und David Großmann. Vor dem Regionalfinale gibt es noch ein Extraseminar am 8. Februar in Erding, wo alle Schulsieger der Gegend nochmals vorbereitet werden auf den Wettstreit. An dem nehmen heuer übrigens bundesweit rund 200 000 Schüler aus gut 1200 Schulen teil.

Aus den fünf achten Klassen am FMG hatten sich in den letzten Tagen jeweils zwei Schülerinnen oder Schüler für eine Zwischenrunde qualifiziert. Dort wurden nochmals die besten vier herausgefiltert, die sich nun vor den eigenen Jahrgangskollegen als gute Argumentierer und Rhetoriker beweisen sollten. Einmal ging es darum, Argumente pro oder contra zu vertreten in der speziellen Frage, ob sich das FMG Schultiere anschaffen sollte.

Im Schulfinale drehte sich dann alles um das Thema, ob an allgemeinbildenden Schulen auch eine handwerkliche Ausbildung angeboten werden sollte oder nicht.

Der besondere Reiz an dem Debattenwettstreit der Schüler lag und liegt darin, dass sich die Kandidaten sowohl auf die Pro- als auch auf die Contra-Argumente vorbereiten mussten. Eine Jury beobachtete dabei genau Aspekte wie Sachkenntnisse, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeiten oder Überzeugungskraft; und vergab entsprechende Punkte.

Erste Schulungen fanden im Vorfeld im Rahmen des normalen Unterrichts statt. Eine der Projektlehrerinnen, Katharina Negele, die ansonsten Deutsch, Biologie und Sport unterrichtet, sagte, dass kritisches Hinterfragen inzwischen zum Standard an weiterführenden Schulen gehöre und Gesprächskompetenz bei den Schülern durchaus gefragt sei.

Das gelte nicht nur für gesellschaftspolitische, sondern stellenweise auch für naturwissenschaftliche Fächer. Unterrichtsergebnisse, die aus guter Argumentation und einer fundierten Debatte heraus erarbeitet worden seien, seien mitunter durchaus nachhaltiger, so die persönliche Einschätzung der 32-Jährigen.

Auch Schulleiter Gerhard Dittmann unterstreicht das: Selbst als Latein-Lehrer in der zehnten Klasse spüre er, inzwischen mit Schülern zu tun zu haben, die einst einmal an den Jugend-debattiert-Wettbewerben teilgenommen hätten. Er hoffe, dass das Debattier-Angebot der Schule an die achten Klassen auch weiterhin erhalten bleibe.

Die vier Teilnehmer am Schulfinale bekamen übrigens neben einem Gutschein des Fördervereins noch eine Urkunde. In diesem Fall eine besondere Urkunde, denn in der Eile hatte sie Dittmann an der falschen Stelle unterschrieben. Eine Kleinigkeit, die jedoch sicherlich keine neuen Debatten auslösen wird.

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