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Rotkreuz-Helfer sammeln Geldspenden, um helfen zu können

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Von: Jörg Domke

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Anneli Krackl und Patrick Widfeld vom BRK Markt Schwaben
Anneli Krackl und Patrick Widfeld vom BRK Markt Schwaben mit einem Leihfahrzeug vom Kreisverband. Sie sammeln nun Geld, um sich ein eigenes Einsatzfahrzeug anzuschaffen. © jödo

Die Sparauflagen in Markt Schwaben sind noch immer streng. So streng, dass die politische Gemeinde keinen Euro aufbringen kann, um dem örtlichen BRK einen Zuschuss zu gewähren zum Kauf eines Wagens für die Helfer vor Ort-Gruppe.

Markt Schwaben – Ganz langsam fraß sich der Rost durch: gleich an mehreren Stellen; unter anderem auch an einer der Türen. Dazu wurden die Probleme mit dem Getriebe nicht kleiner. Manchmal konnte man deshalb mit dem Rettungswagen nur noch maximal 40 km/h fahren, wird erzählt. Kurzum: Heuer am 22. Januar war die Uhr endgültig abgelaufen für einen Mercedes Sprinter, den das BRK Markt Schwaben für sein Helfer-vor-Ort-Team (HvO) fast zehn lange Jahre benutzte. Jenes HvO-Team, das mit schneller und professioneller Hilfe ausrückt, um bei einem Unglücksfall mit Personenschaden die Zeit zu überbrücken bis zum Eintreffen des regulären Rettungsdienstes.

Nach 17 Jahren wirtschaftlicher Totalschaden

In Markt Schwaben erfüllte dazu der Krankentransportwagen (KTW) gute Zwecke. Von 2005 bis 2013 war dieser noch Teil des Rettungsdienstes eines anderen Kreisverbandes. Der Kreisverband Ebersberg erwarb den Sprinter dann 2013 und stellte ihn der Bereitschaft Markt Schwaben zur Verfügung. Seither war das Fahrzeug also für die Bereitschaft Markt Schwaben im Dienst. Bis zum „wirtschaftlichen Totalschaden“, wie man so sagt.

Ohne Fahrzeug aber keine schnelle Hilfe vor Ort. Der Kreisverband ließ die Schwabener jedenfalls nicht im Regen stehen, sondern stellte den Freunden im Landkreisnorden ein Ersatzfahrzeug zur Verfügung: Leihweise, wie Bereitschaftsleiter Patrick Widfeld berichtet. Zugleich beschloss man beim BRK Ebersberg, anstelle des ausrangierten und schon an einen privaten Tüftler weiterveräußerten KTW als neues HvO-Fahrzeug einen BMW X 1 anzuschaffen. Einen Pkw, der speziell auf die Bedürfnisse eines Helfer-vor-Ort-Einsatzes abgestimmt ist und sich beispielsweise in den Gemeinden Hohenlinden und Poing schon außerordentlich bewährt hat. Ein Vorteil: Neben einer Sondersignalanlage dient zur besseren Erkennung auch eine spezielle Folierung in auffälligen Farben.

Ortsverband des BRK muss 12000 Euro aus eigener Tasche zuzahlen; und hat das Geld nicht

Die Rede aber ist von einer Investition über rund 50 000 Euro, wovon in der Regel ein Großteil der Kreisverband durch seine Fördermitglieder zahlt. In der Gemeinde Poing wurde im vergangenen Jahr zudem ein kommunaler Zuschuss über 10 000 Euro gewährt. Mit kommunalen Geld aber können die Schwabener Ersthelfer heuer nicht rechnen. Bürgermeister Michael Stolze hatte dem BRK nämlich zuletzt mit Bedauern mitteilen müssen, dass der Marktgemeinde aufgrund noch immer bestehender Haushaltsauflagen im Zusammenhang mit einer seit Jahren bezogenen Stabilisierungshilfe die Hände gebunden sei. So verblieb zunächst einmal, abzüglich der Mittel vom Kreisverband, ein Eigenanteil in Höhe von 12 000 Euro, wie Bereitschaftsleiter Patrick Widfeld und die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige BRK-Mitarbeiterin Anneli Krackl berichten.

Schwabener Unternehmer übernehmen 3000 Euro

Eine nennenswerte Spende haben die BRKler inzwischen bekommen; nicht zuletzt dank der Vermittlung des Ersten Bürgermeisters, wie es heißt. Aus dem Kreis Markt Schwabener Unternehmer wurden inzwischen 3000 Euro zur Verfügung gestellt. Zur vollständigen Verwirklichung des Projekts ist die BRK Bereitschaft aber weiterhin auf Spenden angewiesen. Ein Grund dafür, dass das BRK beim Frühlingsmarkt am vergangenen Wochenenden nicht nur kostenlos bzw. gegen Spenden für jedermann Reanimationstraining anbot, sondern auch Flugblätter an die Markt Schwabener Bürger verteilte mit dem dezenten Hinweis, dass ihnen derzeit noch ein paar tausend Euro - neun, um genau zu sein – fehlen. Im BRK-Flyer heißt es abschließend: „Wir freuen uns über jeden Einzelnen, der einen kleinen Teil zur Finanzierung... und somit zur Aufrechterhaltung der Sicherheit in Markt Schwaben beisteuern kann.“

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Spendenkonto

BRK Ebersberg, IBAN: DE61 7025 0150 0000 0107 85; Stichwort: „Zweckgebunden Bereitschaft Markt Schwaben“

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