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Ein bewährtes Team hat sich um die neue Vorsitzende Ilse Gerhards (4.v.l.) formiert. V.l.: Irmi Eham, Ilse Czech, MdL Doris Rauscher als Gast, Ilse Gerhards, Doris Lang, Marianne Ulowetz, Reinhard Frick und Ingrid Zacherl.

Mit Ilse Gerhards (70) übernimmt eine Neu-Markt Schwabenerin den VdK-Ortsverband

Spaß muss sein, aber kein Bespaßungsverein

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Mit seinen fast 500 Mitgliedern gehört der VdK-Ortsverband Markt Schwaben wirklich nicht zu den Kleinvereinen im Ort.

Markt Schwaben – Der Großteil der VdKler ist im Seniorenalter. Das liegt, nicht nur in der Marktgemeinde, in der Natur der Sache. Dazu muss man sich nur einmal einen verbandsinternen VdK-Informationszettel anschauen, auf dem zehn gute Gründe aufgeschrieben wurden, um Mitglied im immerhin größten Sozialverband Deutschlands zu werden. Man versteht sich nämlich u.a. als Lobby für ältere Menschen, Partner von Behinderten, Kompetenzzentrum in Sozialrechtsfragen, aber auch als Reiseveranstalter oder Anbieter von Leistungen in den Bereichen Bildung, Freizeit, Gesundheit.

Bereicherung des Lebens

Nicht nur beim örtlichen VdK, sondern bei vielen Vereinen mit ähnlichen Strukturen, hat man jedoch seit geraumer Zeit ein existenzielles Problem. Der Grund: Geht einmal ein amtierender Vorstand und findet sich nicht umgehend ein Nachfolgevorsitzender, kann schon mal Schluss sein mit einer Sache, die viele VdK’ler viele Jahre wie eine selbstverständliche Bereicherung ihres Lebens empfunden haben.

Bereitschaft zur Verantwortung

Dieser Kelch ist in diesen Tagen am VdK Markt Schwaben aber vorübergegangen. Ilse Gerhards hat sich bereit erklärt, den Vorsitz zu übernehmen. Dabei lebt die gebürtige Rheinländerin erst seit eineinviertel Jahr in der Marktgemeinde. Mit dem VdK ist die 70-Jährige jedoch bereits seit rund zwei Jahrzehnten vertraut. Und auch mit ehrenamtlichem, sozialen Engagement. Zwei Eigenschaften – gepaart mit der Bereitschaft, an einem relativ neuen Ort nochmals Verantwortung für andere Bürgerinnen und Bürger zu übernehmen – die sie schließlich vor ein paar Tagen zu neuen VdK-Ortsvorsitzenden machten.

„Ich freue mich drauf“, sagt sie kurz und entschlossen. Dass ihr alles über den Kopf wachsen könnte, den Eindruck hat man nicht. „Alles eine Frage der Koordination und Organisation“, wiegelt sie optimistisch ab.

Superteam im Hintergrund

Ehrungen beim VdK Markt Schwaben: v.l. Johanna Hübl (10 Jahre), Johann Anderl (20 Jahre), Franz Brandl ( 20 Jahre ), Eberhard Fink (10 Jahre), Eva Fink (10 Jahre), Doris Rauscher (Gast), Siegfried Petrinka (20 Jahre Mitarbeit; Ehrennadel), Jutta Bauch (20 Jahre), Angela Dürrschmidt (10 Jahre) und Brigitte Schmidt (20 Jahre).

Immerhin weiß Ilse Gerhards, dass ihr ein „Superteam“ im Hintergrund erhalten geblieben ist. Bis auf zwei Kräfte hat sich nämlich der bisherige Vorstand bereit erklärt, unter der Neuen weiterhin zum Wohl der Mitglieder zu agieren. Es sind dies als Vizechefin Ilse Czech, Doris Lang (Schriftführerin), die Frauenbeauftragte Ingrid Zacherl sowie die Beisitzer Renate Deinhofer, Monika Eulitz, Reinhard Frick und Marianne Ulowetz. Weiterhin an Bord ist auch Sigi Petrinka. Der war bislang Kassier und wird es bis auf Weiteres kommissarisch bleiben müssen, da sich dafür unlängst bei der Hauptversammlung kein Kandidat fand. Dringend sucht Ilse Gerhards einen neuen Finanzexperten, damit mit möglichst voller Kraft das angegangen werden kann, was sich der Vorstand vorgenommen hat.

Und da gibt es viel zu tun, wie man heraushören kann, wenn die frühere Siemens-Nixdorf-Mitarbeiterin über ihre Ziele spricht. Zum Beispiel über ganz Praktisches wie die sogenannte SOS-Dose. Ein Plastikbehälter, den der VdK entwickelt hat, damit dort wichtige Notfalldokumente sicher im Kühlschrank aufgehoben werden können. Der Hintergrund: In einem medizinischen Notfall würde ein Notarzt zuerst dort nachschauen, um für ihn wichtige Infos zu erfahren. Es habe, sagt Ilse Gerhards, den Anschein, als sei dieses Döschen noch nicht wirklich verbreitet unter den Schwabener Mitgliedern. Dabei kostet er nur ein paar Euro und kann im Zweifelsfall Leben retten. Vielleicht, sagt die Vorsitzende, könne es gelingen, hier örtliche Apotheken zu einer Form von Zusammenarbeit zu gewinnen.

Auf geht‘s zur Windbeutelgräfin

Dass das Reisen seit jeher ein wichtiges Thema beim VdK Markt Schwaben ist, hat die Neue längst auch schon gesehen. Daran wolle sie auch nichts ändern. Der nächste Termin steht schon fest: 10. Mai, Ruhpolding, Windbeutel-Gräfin.

Wiederbelebt werden soll der Stammtisch, der vierteljährlich im Oberbräu stattfinden wird. Der nächste Termin steht noch nicht fest.

Unangetastet bleiben werden die üblichen Jahreszeitenfeste. Und auch die beliebten Geburtstagsbesuche. Heuer, heißt es, habe man besonders viele 70er zu feiern. Die Aufgaben im künftigen Vorstand sind längst verteilt.

Alarmierendes Signal

Ilse Gerhards weiß aber, dass das alles auch ein motiviertes Superteam ohne Mittun von außen auf Dauer nicht alleine wird stemmen können. Mühsam wird der Weg sein, die Mitglieder davon zu überzeugen, dass ein VdK-Ortsverband kein Sich-bedienen-lassen- bzw. Bespaßungsverein ist. Vielmehr will sie versuchen, dass aus der Gemeinschaft wieder mehr Impulse kommen als zuletzt. Dass von den 472 eingetragenen Mitgliedern bei der Wahl nur 78 anwesend waren – und von denen waren lediglich 54 stimmberechtigt – war ein alarmierendes Signal, das die neue Führungsriege auf Dauer, so scheint es, nicht hinnehmen wird.

Unheimlich am Herzen liegt Ilse Gerhards nach eigenen Worten eine weitergehende Aufklärung in Vorsorgefragen. Viele scheinen das, was hier dringend gemacht werden müsste, zu gerne vor sich her schieben zu wollen, sagt sie. Last not least will man die Öffentlichkeitsarbeit wieder mehr forcieren und dazu die klassischen Medien nutzen, die Seniorinnen und Senioren nun mal am meisten nutzen; die Zeitungen und Anzeigenblätter. Dass man nebenbei dennoch auch eine eigene Seite im Internet abbauen will, ist da wohl eher als Ergänzung mit Blick auf die Zukunft zu verstehen.

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